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Umfrage

5%

manchmal

93%

nein

2%

ja

Insgesamt 59 Stimmen
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von jujoma

Gast

unregistriert

1

Dienstag, 27. Dezember 2005, 18:01

völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo....
Ich weiss gar nicht wie ich anfangen soll... Ich bin völlig verzweifelt und weiss einfach nicht mehr weiter...
Ich war seit etwa drei Monaten mit meinem Freund zusammen. Wir hatten eine Fernbeziehung, die aber wirklich gut funktioniert hat. Wir haben uns brillant verstanden und ich war seit langem mal wieder richtig glücklich.
Leider hatten wir ein kleines "Verhütungsproblem", da ich aufgrund meiner Vorgeschichte keine Hormone nehmen wollte und..nunja... Kondome nicht passten (hört sich komisch an- ist aber so..). Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich vor ein paar Jahren als unfruchtbar gegolten habe, eine zweijährige erfolglose Hormontherapie wegen unerfüllten Kinderwunsch hinter mir habe, die letzten Endes zum Bruch mit meinem Ex-Mann geführt hat...
Wie auch immer- wir haben mit dem "feuer gespielt" und "aufgepasst". Es war uns BEIDEN klar, dass wir ein Risiko eingehen, auch wenn ich nie daran gedacht hätte, dass ich schwanger werden könnte. Ich wusste auch, dass eine Schwangerschaft nicht in die momentane Lebenssituation passen würde- wir waren noch nicht lange zusammen, er ist ein "Arbeitstier", wir wohnten zwei Stunden voneinander entfernt... Aber trotzdem sind WIR dieses "Risiko" eingegangen..
VOLLTREFFER. Ich bin schwanger.
Ich war selbst völlig vor den Kopf gestossen, konnte mich nicht wirklich freuen. Mir war auch klar, dass er sich nicht freuen könnte. Aber ich war überzeugt, dass wir das irgendwie hinkriegen würden...
Ich habe es ihm vor etwa einer Woche gesagt. Er war völlig schockiert, hat überreagiert, man konnte nicht wie sonst vernünftig mit ihm reden... Daraufhin meinte ich, dass diese Diskussion heute wohl keinen Sinn mehr hätte- wir müssten uns beide erst mal beruhigen. Er fragte, ob wir uns morgen hören könnten, was ich bejaht habe. Das war bisher das letzte Lebenszeichen das ich von ihm gehört habe. Er ging nicht ans Handy, ging nicht ans Telefon. Hat auf nichts reagiert. Bis heute. Heute kam eine Antwort auf meine verzweifelte Mail. Zwei Sätze: "Lass mich in Ruhe. Du hast bekommen was du wolltest..."
Ich bin völlig am Ende. Ich zweifle an meiner Menschenkenntnis, vermisse ihn andererseits wahnsinnig. Kann es einfach nicht glauben, dass er so regaiert. Es passt in keinster Weise zu ihm.. Und nebenbei muss ich noch damit klar kommen, dass ich ein Kind in mir trage, auf das ich mich überhaupt nicht freuen kann.... Ich habe panische Angst vor dem was mir bevorsteht, fühle mich allein... Kann nicht mehr....
Wer kennt eine ähnliche Situation oder kann mir auch so helfen??? Ich weiss einfach nicht mehr weiter.... Ich bin für jede Hilfe dankbar...

Lg,
Tina

kids_und_ich

Anfänger

Beiträge:

2

Dienstag, 27. Dezember 2005, 18:45

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Tina, ich kenne Deine Lebensumstände ja nicht näher und obwohl Du einiges dazu geschrieben hast - nun meine Frage: Kannst Du DIr vorstellen das Kind auf die Welt zu bringen oder ziehst Du eher einen Abbruch in Betracht ? Wenn Du magst kannst Du Beratungsstellen in Deiner Umgebung, Deinen Frauenarzt oder jemanden Deines Vertrauens in die neue Situation mit einbeziehen.
Du bist nicht alleine!
Lieben Gruß und "ganz viel Kraft" wünsche ich DIr
Christine[addsig]

Gast

unregistriert

3

Dienstag, 27. Dezember 2005, 18:54

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Christine.
Danke für deine Antwort.
Auch wenn ich immer wieder Zweifel habe, ob ich das alles schaffe, und vor allem fürchterliche Angst habe vor dem was kommt, ist es für mich keine Frage dieses Kind zu bekommen. Selbst wenn ich mir momentan wünschte ich wäre nicht schwanger- es ist etwas ganz anderes den Schritt zu tun und das Kind abzutreiben... Ich werde dieses Kind bekommen.
Ich habe morgen einen Termin bei Pro Familia und werde mich über alle Hilfen kundig machen.
Ich weiss auch, dass ich irgendwann aus diesem Loch herauskommen werde... Doch im Moment tut alles einfach nur weh....
Lg,
Tina

kids_und_ich

Anfänger

Beiträge:

4

Dienstag, 27. Dezember 2005, 19:20

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Tina - fühle Dich mal *ganzdollgedrücktvonmir* und ich finde es prima, daß der Termin bei Pro Familia schon morgen stattfindet. Wenn Du magst, melde Dich doch anschließend nochmals hier. Oft hilft es schon ein wenig, mal (fast) alles rauszulassen ... gern höre ich Dir auch "nur" zu, falls Du reden möchtest...
LG
Christine<br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: kids_und_ich, 27.12.2005, 19:26 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

Daniela

Anfänger

Beiträge:

5

Dienstag, 27. Dezember 2005, 20:14

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Christine,
ich kann deine Ängste irgenwie verstehen. Hatte zwar schon eine Tochter bevor ich mich trennte, doch bevor es dazu kam, dauerte es auch sehr lange. War dann bei der Caritas zur Beratung und die haben mir gesagt, daß in Deutschland niemnd verhungen muss. Hört sich zwar irgenwie komisch an, aber sie hatten recht. Gut , bin zwar halbtags berufstätig, aber Miete und Lebensunterhalt sind teuer, das weiß jeder. Trotzdem. Heute geht es mir besser als je zuvor.
Was das Kind betrifft. So wie ich gelesen habe, wolltest du ja früher schon ein Kind bzw. Kinder haben und es hat nicht geklappt. So solltest du versuchen, dich jetzt wenigstens über das Kind zu freuen. Wenn du es das 1. mal in den Händen hälst bzw. auf Ultraschallbildern siehst, wirst du alle "üblen Gedanken" vergessen.
Halt die Ohren steif und nimm jegliche Hilfe in Anspruch, die dir zusteht. Rede vielleicht auch mit deiner Familie. Hat mir auch sehr geholfen.
Du wirst von ProFamilia bestimmt alles gesagt bekommen, mit Unterhalt und so.
Halte die Ohren steif und lass dich umarmen.
Kindergeschrei ist Zukunftsmusik.
Daniela

[addsig]

Anna

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Baden Würtemberg

Beruf: Familienfrau

6

Dienstag, 27. Dezember 2005, 21:06

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Tina,

oh ja, deine Ängste kann ich sehr gut nachvollziehen. Meine Große war auch ein klassischer "Verkehrsunfall" nach nur drei Monaten Beziehungsdauer. Bei uns war es schlicht und ergreifend Leichtsinn - in deinem Fall ist das ja ein bischen anders.

Ich finde es klasse und mutig von dir, dass du dich für das Kind entschieden hast, obwohl der dazugehörige Mann, sich von dir/euch abwendet.

Dem werdenden Vater würde ich einen handgeschriebenen Brief schicken, in dem du nochmals die Hintergründe darlegst, so wie du sie auch uns geschildert hast. Vielleicht hast du ja auch "Material" (z. B. Arztbericht), in das du ihn Einblick nehmen lassen kannst, um ihn davon zu überzeugen, dass er nicht "benutzt" wurde. - Denn so fühlt er sich wahrscheinlich. Und dann kannst du nur abwarten, ob er sich seiner Mitverantwortung besinnt (Männer tun sich da manchmal ein bischen schwer...) und wieder gesprächsbereiter wird.

Es ist auch gut, dass du dich bei Pro Familia beraten läßt.

Unabhängig davon möchte ich dir raten dir so bald wie möglich eine Hebamme zu suchen, die dich schon während der Schwangerschaft betreut.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Liebe Grüße
Anna

PS: Wann ist es denn soweit?

Gast

unregistriert

7

Samstag, 31. Dezember 2005, 17:58

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo ihr Lieben,

Nun habe ich mein Gespräch mit Pro Familia hinter mir... Es war in jedem Fall gut. Und sie "betreuen" mich auch weiterhin...
Ansonsten ist es ein ewiges Auf und Ab.... Ich ahbe Zeiten, da könnte ich nur heulen... Weiss absolut nicht weiter und bin am verzweifeln... Dann gibt es Momente, da habe ich das Gefühl es irgendwie zu schaffen... Leider überwiegt ersteres... :-(
Was mir fürchterliche Sorgen macht ist, dass ich mich immer noch nicht über das Kind freuen kann... Ich habe echte Angst, dass ich das Kind aufgrud der Situation ablehnen könnte.. Und wenns nur unbewusst ist... :-(
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr...
Danke, dass ihr mir zuhört. Das tut gut...
Lg,
Tina
P.S. Anna, es ist erst Ende August soweit... Ich bin also noch ganz am Anfang..

Anna

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Baden Würtemberg

Beruf: Familienfrau

8

Sonntag, 1. Januar 2006, 21:45

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Tina,

hoffentlich bist du auch gut ins neue Jahr gekommen...

Das sich deine Gefühle wie eine Berg- und Talfahrt auf dich wirken, ist doch in deiner Situation normal. Dazu kommt noch, dass sich dein Körper auf "Schwangerschaft" einstellt und das dauert seine Zeit.

Deine Sorgen, dass du dein Kind ablehnen könntest, sind unbegründet. Davon bin ich überzeugt. Ich würde sagen, du kannst dich aufgrund der Situation noch nicht auf das Kind freuen. - Ginge mir wahrscheinlich genauso...

Während meiner eigenen Schwangerschaften habe ich mir eine freiberufliche Hebamme für die Vorsorgeuntersuchungen gesucht. Einmal hat mich die Hebamme nach einer Fehlgeburt noch regelmäßig besucht, bis sie sicher war, dass ich mit der Situation gut umgehen konnte. - Das kann ein Arzt/eine Ärztin gar nicht leisten.

Eine gute Hebamme kann dich in deinem Prozess sehr gut unterstützen.

Bevor ich es vergesse: die Große ist auch Ende August auf die Welt gekommen.

Liebe Grüße
Anna

Gast

unregistriert

9

Dienstag, 10. Januar 2006, 17:28

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Hallo Tina,

hab eben deinen Bericht gelesen und mir gedacht, da muss ich doch sofort mal antworten.

Mir ging oder geht es sehr ähnlich wie dir, bin jetzt in der 18. Schwangerschaftswoche und der Vater will eigentlich erst mal nichts davon wissen. Wir waren nicht sehr lange zusammen und es war seinerseits auch nur ein kleiner Flirt, der ihn wohl von seiner Ex-Freundin wegbringen sollte. Naja, wie dem auch sei, wir waren nicht "vorsichtig" genug und dann ist es halt passiert.
Anfangs wusste ich noch nicht, ob ich abtreiben möchte oder nicht. Hab das ganze Thema vor der Schwangerschaft recht locker gesehen und mir immer gesagt dass ich auf jeden Fall abtreiben werde, wenn mal was passiert. Doch als es dann erst mal soweit war, konnte ich das nicht. Gefreut habe ich mich aber auf mein Kind noch lange nicht.
Der Kindsvater wollte jedenfalls, dass ich abtreibe und hat versucht mir das Kinderkriegen ziemlich madig zu reden. Doch siehe da, nach ca. 1-2 Monaten hatte auch er sich scheinbar vom ersten Schock erholt und angefangen, sich ein wenig dafür zu interressieren. Ich denke, den Männern muss man da einfach ein wenig Zeit geben, um mit der Situation klar zu kommen. Denn sie spüren ja nichts von der Veränderung.
Für mich steht trotzdem fest, dass ich in die Nähe meiner Eltern und Schwestern zurückziehen werde (ca. 500 km von meinem jetzigen Wohnort entfernt). Denn dort bekomme ich die Liebe und Unterstützung, die ich jetzt erstmal brauche. Erst gestern hat mir der Vater dann erklärt, dass es doch besser wäre, wir hätten erst wieder Kontakt, wenn das Kind dann mal da ist, vorher würde es ja sowieso nichts davon mitbekommen und dann wäre die ganze Situation nicht so stressig für ihn. Da sieht man mal, wie man sich in Menschen täuschen kann.
Trotz allem kann ich mich mittlerweile wirklich auf mein Kind freuen, was aber erst nach und nach kam. Je mehr ich versucht habe zu akzeptieren, dass der Vater da nichts von wissen will, desto besser wurde ich mit der Situation fertig. Zahlreiche Babyzeitschriften, die Ultraschalluntersuchungen und die Herztöne meines Babys taten den Rest. Mittlerweile freue ich mich auch richtig darauf das Kind allein großzuziehen. Und irgendwann werde ich einen Partner finden, der mich so nimmt wie ich bin, auch mit Kind.
Versuche, die Veränderungen in deinem Körper zu genießen und lass erst mal alles außer Acht, was dir nicht gut tut. Dazu gehören auch so fiese Kommentare von deinem Ex. Er wird wahrscheinlich noch seine Zeit brauchen, um zu verstehen, was da passiert. Und bei Pro Familia wurde dir bestimmt ausgerechnet, wie du mit ALG 2, Unterhalt und Erziehungsgeld auskommen kannst. Es ist zwar nicht die Welt, aber erstmal müsste das reichen.

Also, dann erst mal Kopf hoch, und du bist wirklich nicht alleine!!!!

Fühl dich gedrückt,
Bettina

Gast

unregistriert

10

Dienstag, 17. Januar 2006, 07:42

RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)

Liebe Tina,

ich kann Dich mehr als verstehen. Mir geht es genauso. Ich habe bereits einen 10 jährigen Sohn und erwarte nun mein zweites Kind. Mein damals noch Partner und ich haben uns diese Kind gewünscht. Vor ca. 3 Monaten wollte er von Verantwortung nichts mehr wissen. Zwar möchte er nach wie vor mit uns Leben, aber nichts dafür tun. Wie es in Dir aussieht kann ich mir gut vorstellen. Wenn Du Lust hast, können wir uns gerne austauschen. Hier ist meine Emailadresse evi1969@gmx.de.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Du nicht mehr weißt wie es weiter gehen soll. Mir geht es auch so.
Gruß

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