RE: völlig am Boden (vorsicht lang...)
Hallo Tina,
hab eben deinen Bericht gelesen und mir gedacht, da muss ich doch sofort mal antworten.
Mir ging oder geht es sehr ähnlich wie dir, bin jetzt in der 18. Schwangerschaftswoche und der Vater will eigentlich erst mal nichts davon wissen. Wir waren nicht sehr lange zusammen und es war seinerseits auch nur ein kleiner Flirt, der ihn wohl von seiner Ex-Freundin wegbringen sollte. Naja, wie dem auch sei, wir waren nicht "vorsichtig" genug und dann ist es halt passiert.
Anfangs wusste ich noch nicht, ob ich abtreiben möchte oder nicht. Hab das ganze Thema vor der Schwangerschaft recht locker gesehen und mir immer gesagt dass ich auf jeden Fall abtreiben werde, wenn mal was passiert. Doch als es dann erst mal soweit war, konnte ich das nicht. Gefreut habe ich mich aber auf mein Kind noch lange nicht.
Der Kindsvater wollte jedenfalls, dass ich abtreibe und hat versucht mir das Kinderkriegen ziemlich madig zu reden. Doch siehe da, nach ca. 1-2 Monaten hatte auch er sich scheinbar vom ersten Schock erholt und angefangen, sich ein wenig dafür zu interressieren. Ich denke, den Männern muss man da einfach ein wenig Zeit geben, um mit der Situation klar zu kommen. Denn sie spüren ja nichts von der Veränderung.
Für mich steht trotzdem fest, dass ich in die Nähe meiner Eltern und Schwestern zurückziehen werde (ca. 500 km von meinem jetzigen Wohnort entfernt). Denn dort bekomme ich die Liebe und Unterstützung, die ich jetzt erstmal brauche. Erst gestern hat mir der Vater dann erklärt, dass es doch besser wäre, wir hätten erst wieder Kontakt, wenn das Kind dann mal da ist, vorher würde es ja sowieso nichts davon mitbekommen und dann wäre die ganze Situation nicht so stressig für ihn. Da sieht man mal, wie man sich in Menschen täuschen kann.
Trotz allem kann ich mich mittlerweile wirklich auf mein Kind freuen, was aber erst nach und nach kam. Je mehr ich versucht habe zu akzeptieren, dass der Vater da nichts von wissen will, desto besser wurde ich mit der Situation fertig. Zahlreiche Babyzeitschriften, die Ultraschalluntersuchungen und die Herztöne meines Babys taten den Rest. Mittlerweile freue ich mich auch richtig darauf das Kind allein großzuziehen. Und irgendwann werde ich einen Partner finden, der mich so nimmt wie ich bin, auch mit Kind.
Versuche, die Veränderungen in deinem Körper zu genießen und lass erst mal alles außer Acht, was dir nicht gut tut. Dazu gehören auch so fiese Kommentare von deinem Ex. Er wird wahrscheinlich noch seine Zeit brauchen, um zu verstehen, was da passiert. Und bei Pro Familia wurde dir bestimmt ausgerechnet, wie du mit ALG 2, Unterhalt und Erziehungsgeld auskommen kannst. Es ist zwar nicht die Welt, aber erstmal müsste das reichen.
Also, dann erst mal Kopf hoch, und du bist wirklich nicht alleine!!!!
Fühl dich gedrückt,
Bettina