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2%

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von jujoma

Clara34

Anfänger

Beiträge:

1

Samstag, 12. August 2006, 13:15

Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo!

Ich befinde mich in einer schlimmen Situation. Zumindest fühle ich mich so.
Meine Geschichte:

Ich bin Mutter einer 12-jährigen Tochter, seit 6 Jahren lebe ich von ihren Vater getrennt.
Seit 2,5 Jahren hatte ich eine chaotische, schwierige Beziehung. Aber immer den Glauben gehabt, wir bekommen es hin.
Nun bin ich schwanger. Es war gewollt, ich habe einfach nie wahrhaben wollen, dass es mit uns eigentlich nicht funktioniert. Was weiss ich.
Die Situation ist für mich dann so unerträglich geworden, dass ich mich von ihm getrennt habe. Ich sehe keine Lösung und keinen Ausweg, die Beziehung zu retten.
Das Problem ist ja jetzt, ich bin schwanger. Ich bin so hin- und hergerissen, was ich tun soll. Der Kindesvater möchte weder die Trennung, noch das Kind verlieren. Aber was für die Beziehung tut er auch nicht.
Ich kann den Gedanken nicht ertragen, alleine schwanger zu sein und ein Baby alleine grosszuziehen.
Ich glaube, dass ich damit überfordert bin und eine schlechte alleinerziehende Mutter bin, das beste Beispiel ist meine Tochter.
Ich hab wahnsinnige Angst davor, die nächsten Monate zu überstehen, und wenn das Kind da ist, dass ich es nicht lieben kann oder zu einer verbitterten Alten mich entwickel.
Meine Familie freut sich auf das Kind, meine Tochter auch. Sie bot mir an, nach der Schule auf das Baby aufzupassen, wenn ich arbeiten muss. Das fand ich so rührend.
An meinen Körper merke ich täglich die Umstellung, die Entwicklung der Schwangerschaft. Immerhin bin ich in der 11. Woche. Wenn ich bei der Ultraschalluntersuchung das kleine Baby seh, freu ich mich und es wird mir warm. Aber die Realität ist alles andere als das. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Eine schlimme Zerissenheit.
Ich habe am Montag ein Termin bei Pro Familia. Aber Angst, dass ich mich nur kurzweilig gut fühle und doch alleine bin.

Und viel Zeit hab ich auch nicht.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt, bin keine gute Schreiberin.

Vielen Dank für`s Lesen. [addsig]

Shiba

Anfänger

Beiträge:

2

Samstag, 12. August 2006, 16:57

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo Clara!

Schwierige Situation!

Dass du verzweifelt und zerrissen bist ist völlig normal und spricht für fehlende Naivität!

Hast du Hilfe von Großeltern oder wirklich guten Freunden, die du mit einbeziehen kannst? Oder ist es möglich, durch Kontakte zu anderen Alleinerziehenden (Kontaktstellen gibt es zumindest in allen größeren Städten) neue Freundschaften zu knüpfen , dass du etwas entlastet wirst? Bei Vertrauen zu den neuen Leuten wären Zweckgemeinschaften für den Anfang ja auch okay... Hast du evtl. nette Nachbarn?

Ich bin alleinerziehend, meine Tochter ist 8 Monate alt, und den Vater hab ich endgültig rausgeschmissen, als die Kleine 4 Tage zu Hause war. Die ganze Schwangerschaft über haben wir nur gestritten, aber ich dachte, ohne ihn wäre ich ganz allein und verloren, denn alleinerziehend war für mich der größte Horror. Ich hatte eine Scheißangst vor allem.
Die erste Zeit mit der Kurzen mußte ich mir und der Welt beweisen, dass ich das alles auch allein schaffe. Wir kamen auch zurecht, aber überfordert fühlte ich mich auf jeden Fall, nur wird es ja nicht unbedingt gern gesehen, wenn man das laut sagt. Nach einigen Wochen bin ich dann das erste Mal zu meiner Mutter gefahren und habe gesehen, wie toll sie mich unterstützt. Sie ist eine wahnsinnig große Hilfe bei allem! Jetzt ziehe ich wieder in ihre Nähe, und meine Tochter und ich sind deutlich entspannter als vorher.
Auf meine sogenannten lamgjährigen Freunde konnte ich mich nicht verlassen, aber die Familie ist da.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mit knapp 30 nochmal in meine alte Heimat ziehe. Aber seitdem ich mir eingestanden habe, dass es das beste ist, bin ich mit der Situation doch deutlich zufriedener, und die Kleine fühlt sich jetzt viel wohler!

Egal, wie du dich entscheidest, ich wünsche die ganz viel Kraft!!!

Liebe Grüße, Gaby[addsig]

Chelly

Anfänger

Beiträge:

3

Samstag, 12. August 2006, 17:35

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hi Ckara,
ja, so ne Phasen, wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter, die sind echt scheiße. Mein Sohn ist knapp 15 und ich bin seit 14 Jahren alleinerziehend. Dazu kommt, daß mein Sohn schwerbehindert ist. Ich habe schon öfters gedacht in den letzten Jarhe, es geht nicht mehr weiter. Aber irgendwie geht es eigenartigerweise immer weiter.
Du hast ja geschrieben, daß Deine Familie sich auf das Baby freut. Sie wird Dir bestimmt auch helfen, wenn das Baby auf der Welt ist. Und vielleicht kannst Du Dir dann auch Hilfe vom Jugendamt holen oder so.

Liebe Grüße von
Chelly :-) <br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: Chelly, 12.08.2006, 05:36 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

Clara34

Anfänger

Beiträge:

4

Samstag, 12. August 2006, 17:39

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo Gaby!

Vielen Dank für Deine Antwort.

Ja, ich habe auch schon darüber nachgedacht, mit ihm zusammenzubleiben um irgendwie über die Schwangerschaft zu überstehen. So gross ist meine Angst, es alleine nicht zu schaffen. Einfach meine Schnauze halten und klein beigeben, damit es läuft.
Ein paar Tage hab ich versucht, dass klappte einfach nicht. Wenn der Schalter sich umlegt, legt er sich um.

Ich kenne das, die Dauerstreitigkeiten. Heute frage ich mich, wie haben wir da bloss geschafft, ein Kind zu zeugen.

Freunde hab ich wenig, aber für die Betreuung des Kindes kann ich sicher gut auf meine Mutter und Schwester zurückgreifen. Obwohl ich die Beiden lieber auf Distanz ertrage, aber irgendwas muss ich tun.

Beruflich bin ich selbständig, kann mir keine Pause oder lange Arbeitsausfälle leisten. Mit einer grossen Tochter ist es ja gut zu organisieren, aber mit einem Säugling?

Im Moment bin ich sehr mit mir beschäftigt, so wütend auf das Scheitern der Beziehung, wütend auf mich. Hin- und hergerissen, mich dafür oder dagen zu entscheiden. Ich sitze den ganzen Tag rum und heule und heule.
Hinzu kommt ich hab massive Probleme mit der Übelkeit, ich trau mich kaum in die Öffentlichkeit, weil ich die Gefahr latent da ist, überall hinzukotzen, bzw so Würgeanfälle zu bekommen.
Ich meide im Moment die Menschen um mich herum, bin nicht offen, "draussen" in der Welt auf Menschen zuzugehen und Kontakte aufzubauen, so sehr bin ich mit meiner Situation beschäftigt.

Ich bin einfach der Meinung, keine besonders gute Mutter zu sein. Ich erfülle nicht meine eigenen Erwartungen. Und das soll ich noch einem weiteren Kind zumuten?

Und trotzdem spüre ich, wie es in mir sich entwickelt, seh mir das Ultraschallbild an, wie süss und knuffig der Kleine da liegt.

Schön, dass Du für Dich und Deine Kleine Lösungen gefunden hast, dass es Euch besser geht.

Wie schafft man das bloss, mental sich wieder zu stärken?

Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und viel Kraft. Du bist auf einen guten Weg!

Liebe Grüsse

Clara[addsig]

inesk

unregistriert

5

Samstag, 12. August 2006, 19:43

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo Clara!

Na so eine schlechte Mutter kannst du ja nicht sein, denn wenn das eigene Kind sagt: "Mutti, ich helfe dir", dann kannst du nicht viel verkehrt gemacht haben. Und außerdem, Fehler machen wir alle mal. Und Fehler muss es nun mal geben, um daraus zu lernen.
Du wirst es auch schaffen dein zweites Kind groß zu bekommen und zu einem vernünftigen Menschen zu erziehen. Das geht auch alleine.
Ich bin auch ein Mensch, der nicht gerne alleine ist. Hab damals den Fehler gemacht und bin zu lange beim Vater meiner Kinder geblieben. Habe dadurch viele Jahre verschenkt, die ich mit Sicherheit alleine besser gemeistert hätte. Mit allem stand ich trotz Mann alleine da. Das fing bei Haushalt und Kinder an und hörte beim renovieren, reparieren und Möbel zusammenbauen auf. Also wozu da einen Mann.
Heute bin ich zwar glücklich verheiratet, aber auf Grund des Jobs von meinem Mann als Fernfahrer doch irgendwo alleinerziehend. Da ich immer alles alleine machen musste, komme ich mit seinem Job sehr gut klar, obwohl die WE ruhig länger sein könnten.
Ich wünsche dir viel Kraft!
Ach noch was, ich drück dir die Daumen, dass die Übelkeit bei dir nicht so lange dauert, wie bei der Schwangerschaft mit meiner Tochter. Da hatte ich das Problem bis ende 7. Monat. Super, und da gab es noch keine MCP- Tabletten oder Tropfen wie heute, die das lindern.

Liebe Grüße Ines :roll:

Feuervogel

Senior Mitglied

Beiträge: 15

Danksagungen: 17

6

Samstag, 12. August 2006, 23:28

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo Clara,
also was ich aus deinem Brief als erstes herauslese ist, daß du es zutiefst bereuen würdest, wenn du dich gegen das Kind entscheiden solltest...
Also, dann wirst du es auch schaffen!
Daß du dir so viele Gedanken machst, spricht für dein Verantwortungsgefühl. Und glaube mir, du bist eine gute Mutter, wie Ines schon schrieb. Du hast nur zu hohe Ansprüche an dich selbst. Ich kenne das, ich wollte immer eine perfekte Mutter sein mit dem Ergebnis, daß ich mich nicht traute, überhaupt ein Kind zu bekommen! Als ich das mal einer Therapeutin erzählte, rief sie aus: Sie wollen eine perfekte Mutter sein? Das ARME Kind! (Klar, nobody is perfect und Kinder wissen/spüren das auch. Also würden sie sich mit einer perfekten Mutter nur minderwertig fühlen). Sie sagte mir noch: es reicht, als Mutter/Vater GUT GENUG für sein Kind zu sein! Das hat mich sehr beeindruckt, damals - und mittlerweile habe ich einen wunderbaren, zehnjährigen Sohn, den ich seit vier Jahren alleine erziehe!
Und wie du das schaffst, dich mental zu stärken? Hole dir Unterstützung. Umgebe dich mit den Leuten, die dich positiv stärken, die an dich glauben und dir damit helfen, auch wieder selbst an dich und deine Kraft zu glauben. Und wenn du nicht genug Freunde/Familie dafür hast, scheue nicht davor zurück, dir professionelle Hilfe von einem Therapeuten/einer Therapeutin zu holen. Es gibt für akute Krisen immer die Möglichkeit, schnell Termine zu bekommen. Da kann dir sicher auch ProFamila Adressen nennen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und Kraft für deine Kinder!
Und denke dran:
Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her!
Lieben Gruß
Feuervogel[addsig]
Liebe ist das Einzige was wächst,
wenn wir es verschwenden.

(Ricarda Huch)

Gast

unregistriert

7

Sonntag, 13. August 2006, 11:27

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Guten Morgen!

Vielen lieben Dank für Eure lieben Beiträge!

Das tut gut.

Heute fühle ich mich ein wenig besser. Ich glaub, ich hab gestern soviel geheult, wie lange nicht oder wie noch nie.
Ich werde morgen den Termin abwarten bei pro Familia.

Angst vor dem grossen, schwarzen, tiefen Loch habe ich auf jedenfall. Denn irgendwann kann man die Entscheidung, egal welche, nicht mehr rückgängig machen.

Ja, mein Anspruch an mir selbst ist sehr hoch. Aber ich erfülle nichtmals das Mindestmaß.
Wäre meine Tochter nicht heute besser erzogen, besser in der Schule, sozial reifer, wenn ich mich mehr um sie gekümmert hätte, statt nur um mich, meinen Chaosleben, meinen Job?
Ändert sich das bei mir?
Hab mich ihr nicht doch ein bischen zuviel zugemutet und werde ich es auch noch einem weiteren Kind antun?
Bin ich ohne Partner wirklich in der Lage meinen Kindern ein glückliches Leben zu bieten, wenn ich selbst nicht weiss, ob ich es bin?

Ich hinterfrage mich das ernsthaft und intensiv.

Liebe Grüsse

Clara

Clara34

Anfänger

Beiträge:

8

Sonntag, 13. August 2006, 11:29

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hoppla, hatte mich eben gar nicht eingeloggt.
Also, der letzte Beitrag ist natürlich von mir.

Liebe Grüsse

Clara[addsig]

Feuervogel

Senior Mitglied

Beiträge: 15

Danksagungen: 17

9

Sonntag, 13. August 2006, 19:43

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

Hallo Clara,
es ist nie zu spät, sich zu ändern, etwas besser zu machen. Und du bist schon weiter als viele andere, die sich selbst und das was sie tun oder lassen, niemals hinterfragen... Nun mußt du anfangen, es besser zu machen. "Jeder Weg beginnt mit einem Schritt", sagt eine chinesische Weisheit.
Fehler macht jeder, falsch ist es nur, wenn man sich darauf ausruht, anstatt nach Erkennen des Fehlers/der Fehler, dies zu ändern! Wenn du es schon nicht dir zuliebe tust, dann tue es deiner Tochter zuliebe, dann profitiert auch dein Baby davon.
Noch etwas, ich möchte dich nicht zu etwas "überreden" von dem du glaubst, das es dich überfordert, aber - ich kenne keine Frau, die eine Abtreibung nicht später bereut hätte...
Höre auf dein Herz, es wird dir sagen, was richtig ist. Und das, wozu dein Herz dir rät, das wirst du auch schaffen, nur Mut!
Alles Liebe
Feuervogel[addsig]
Liebe ist das Einzige was wächst,
wenn wir es verschwenden.

(Ricarda Huch)

Gast

unregistriert

10

Mittwoch, 16. August 2006, 11:07

RE: Ich sehe keinen Ausweg!

danke fuer den Zuspruch :-)
Das Leben ist wie ein Film....ich hatte ein aehnliches Erlebnis, wie das Maedel mit dem Alptraum posting. Er wollte mich sprechen, um mir nochmal zu sagen, er will das Kind nicht und ich solle ja nicht denken, er verlasse seine Frau, wenn ich es kriege. Er will nix damit zu tun haben, wuerde mich aber unterstuetzen.... Das mit ihrer "sie konnte dann keine Kinder mehr kriegen" Geschichte habe ich "falsch verstanden". Er wollte nie ein Kind, weil er einen autistischen Bruder hat (das stimmt). Und er wollte doch jetzt soviel mit mir unternehmen, er und seine Frau haetten sich doch mehr Freiraum zugestanden (ich dachte, er wollte seine Ehe in Ordnung bringen....) und nun koenne er nichts mehr mit mir unternehmen und wie schoen das doch gewesen waere.
Gegangen ist er wirlklich mit den Worten, wenn ich nicht schwanger waere, dann waere er jetzt mit mir zusammen.....
Spinne ich??????
Ich werde die naechste Woche zu Pro Familia gehen und auch ein anderes Beratungsgespraech mit einer Therapeutin fuehren. Meine Freunde haben mir alle Unterstuetzung zugesagt, dennoch bin ich realistisch genug, zu wissen, dass man am Ende des Tages immer alleine dasteht.....so geht es mir schon seit Jahren...

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