Ihr Lieben,
ich hab das Gefühl, ich gehöre zu einer ausgestorbenen Sorte Mensch - der Sorte, die sich für ihr ungeborenes Kind einen Vater wünschen. Ich weiß, dass es einen Vater hat, aber der hat sich in den letzten 4 Monaten nicht gemeldet, ich darf also annehmen, dass er sich nicht sehr für sein Kind interessiert. Gut so, von mir aus kann er das gerne so beibehalten!
Ich bin jetzt in der 23. Woche (Wochenwechsel hab ich morgen) und ich steh ganz alleine da. Ich werde häufig wach und denke drüber nach, dass ich mal wieder geträumt habe, dass ich beim nächsten US-Termin nicht meine Mama sondern meinen Freund dabei habe. Oder wie wir zusammen Kindersachen aussuchen. Ich bin jemand, der nicht gut alleine sein kann, aber darum geht es in meinem Fall gar nicht. Ich wünsche mir für meine Tochter eine väterliche Hand, die sie nehmen kann, wenn sie Probleme hat. Meine Mum ist geschieden, mit meinem Vater besteht kein Kontakt mehr. Meine Maus hat prinzipiell keine männliche Bezugsperson. Mein Bruder wohnt in Berlin, also knapp 600 km von uns entfernt, er wird auch keinen großen Einfluss nehmen können. Der Freund meiner Mama ist mehr so ein on-off-freund, aber ich möchte ehrlich gesagt auch gar nicht, dass er meine Tochter irgendwie mehr beeinflusst als nötig, denn er hat so seine Ansichten, die ich nicht unbedingt teile. Und der Freund meiner Oma ist für mich eben das, der Freund meiner Oma, mehr nicht. Ich muss ihn nicht mögen und seine Ansichten und Erziehungsmethoden schon gar nicht.
Warum ist es so merkwürdig, warum wird man dafür mit Blicken bestraft, wenn man sich im schwangeren Zustand einen Mann an seiner Seite wünscht, wenn man sich für die Tochter eine starke Hand wünscht, die sie beschützt, wenn sie da ist, wenn man sich selbst auch mal eine Umarmung wünscht oder einen Ansprechpartner, der nicht die Mutter oder eine fremde Person diverser Beratungsstellen ist?
Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich nirgens reinpasse: ich bin alleine schwanger, das alleine scheint schon ein Manko vielerorts zu sein und dann war ich mit dem KV nur 3 Wochen zusammen! Das bringt dann bei vielen im Kopf das Fass zum überlaufen!!! Deswegen stehe ich gerade ziemlich alleine da und habe nur o. g. Personen, die mir helfen!
Gestern habe ich noch einen Artikel gelesen, es ging um das Verhalten im Wochenbett. Ich soll mich entspannen, genießen, meine Tochter kennenlernen, einfach nix machen! Ja, sehr guter Rat, lese ich in letzter Zeit häufiger - selbst die Magazine und Internetauftritte scheinen lediglich für schwangere Paare gemacht zu sein! Wie soll ich all diese Räte beherzigen, wenn sich nach ein paar Tagen meine Wohnungstür nicht mehr öffnen lässt, weil sich von innen der Müll dagegenstapelt?! Also kann ich mich nicht ausruhen. Im Artikel steht, dass der KV oder Verwandte das ja auch übernehmen können. Ja, die haben aber, sofern vorhanden, auch ein eigenes Leben und einen eigenen Haushalt. Meine Mutter wohnt direkt neben mir, sicher kann sie mir mal aushelfen, aber sie ist Nachtschwester, sie kann nicht nachts malochen und tagsüber meine Wohnung aufräumen
Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Gesellschaft noch nicht bereit für allein schwangere Frauen ist. Leider, denn im Grunde wollen wir doch nix anderes, als schwangere Partner, oder???
sorry, das musste ich einfach mal loswerden...
Es hat sich bereits 1 Gast bedankt.