RE: Schwanger-Flucht-Erpressung
Hallo Zaubermond,
als ich deinen letzten Eintrag las, wurde mir ganz anders.
Als ich auf dem Tiefpunkt meines Lebens war, Wohnung verloren, arbeitslos etc. etc. wurde ich schwanger von einem Mann, mit dem ich meinte mein Leben neu in den Griff zu kriegen.
Ich bin 35J. und habe schon meine ganze Kraft für meine große Tochter (14J.) gegeben, bis eben mein Leben aus heiterem Himmel für mich zusammenbrach. Sie lebt zur Zeit bei ihrem Vater. Jetzt habe ich die Schwangerschaft durchgestanden, meinen Sohn geboren. Er ist nun 5 Monate alt. Ich wohne mit ihm in einer 40qm Wohnung und kämpfe um eine größere Wohnung, da ich mich nach langem verzweifeltem Kampf für ihn, egal was passiert, entschieden habe, will ich ihm auch Raum zur Entwicklung und Entfaltung bieten. Mein Vater ist vor 5 Jahren verstorben, meine Oma, bei der ich aufwuchs, ist vor 10 Jahren verstorben. Der Vater meines Sohnes ist ein Stalker, setzt mich unter Druck, will angeblich mit uns ein Familienleben führen, tut aber genau das Gegenteil. Soviel Gewalt, wie bei ihm, habe ich seit mein Sohn 5 Wochen alt ist, noch nie in meinem Leben erlebt.
Vor 3 Tagen hat er mir meine gesamten Papiere, also Ausweis, Krankenversicherung, Bankkarte, Führerschein entwendet. Da er alles abstritt, wurde ich so wütend, habe die Kontrolle verloren, eine Glasscheibe durchgehauen und mir dabei die Pulsader verletzt. Kam ins Krankenhaus, bin aber nach 12 Stunden, mit Hilfe meiner Tochter und ihrem Vater, abgehauen. Da er sogar, entgegen meines Willens, die Obhut für meinen Sohn bekam. Ich habe das alleinige Sorgerecht. Soweit so gut, ich musste mich jetzt auch mal auslassen ...
Was ich Dir eigentlich erzählen wollte, war folgendes: Ich saß heulend vor meinem Frauenarzt und bat um eine Abtreibung. Er legte mir die Überweisung auf den Tisch, bat mich aber meinem Baby eine Chance zu geben. Er meinte, ich soll das Opfer bringen. Manchmal bin ich heute noch wütend auf diese Forderung von einem Mann... Die Schwangerschaft war schwer, am Anfang lebte ich mit dem Vater von meinem Sohn auf dem Zeltplatz, danach bei ihm, er hatte viel Glück und schnell eine Wohnung gefunden. Mitten in der Schwangerschaft hat er mich permanent rausgeschmissen, irgendwann hat er mir eine Stunde Zeit gegeben mein Mobilar rauszuschaffen. Was ich dann auch mit der Hilfe meiner Tochter und ihrem Vater geschafft habe. Irgendwann kam er wieder an, alles lief ganz gut, die Geburt war super, in 51 Minuten war er auf der Welt, ohne Probleme, kerngesund und supersüß. Als er dann 5 Wochen alt war fing sein Vater wieder an zu spinnen. Ich kann einfach nicht verstehen, was in ihm vorgeht. Bis jetzt hatte ich große Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Aber langsam schwindet die Hoffnung, ich glaube uns geht es alleine besser.
Weißt Du, obwohl ich für meine große Tochter plötzlich nicht mehr so dasein konnte, wie ich das eigentlich wollte... Sie gibt mir soviel Liebe zurück, ohne Vorwürfe, obwohl sie oft traurig ist, dass alles so schrecklich chaotisch geworden ist. Durch sie und das Lächeln meines Sohnes, die Zärtlichkeit, dieses Vertrauen in den Augen..., schöpfe ich die Kraft weiterzukämpfen. Ich liebe meine Kinder mehr als alles andere auf der Welt. Jeden Tag habe ich viel Angst, Angst wieder zu versagen, Angst, dass es nicht weitergeht, aber irgendwo her kommt eine Kraft, ich weiß nicht woher, aber sie ist da. Und diese Kraft wirst auch Du geschenkt bekommen. Sie wird Dich stark machen. Ich will keine falschen Versprechungen machen, aber ich glaube darauf kannst Du Dich wirklich verlassen.
Ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Gute! Wir Frauen haben das Privileg, ein kleines Wesen im Körper wachsen zu lassen, es zu gebären und für es dazusein. Das ist irgendwie doch ein großes Wunder und was besonderes, oder?
samue