Mich beschäftigt der gestrige chat. Es ging um die Frage einer Mutter, die ihre 14 jährige Tochter gerne im Internat anmelden würde, um die häusliche Situation zu entspannen.
Die Mutter ist nicht mit dem KV verheiratet, sondern mit einem neuen Partner, der die zum Zeitpunkt der Hochzeit, wenn ich´s richtig verstanden habe, 12 jährige Tochter quasi "mitgeheiratet" hat. In der letzten Zeit ist das Mädchen wohl in den schulischen Leistungen stark abgesackt, und hat sich sehr aus ihrem Freundeskreis zurückgezogen. Auf Nachfrage erzählte die Mutter dann, dass sowohl sie, als auch ihr Mann beruflich stark engagiert sind, und das Mädchen bis Abends in der Regel alleine ist. Keine einfache Situation also.
Was mich sehr nachdenklich gestimmt hat, war, dass die Internatsunterbringung in diesem Fall wohl die (für mich fehlende) Nestwärme ersetzen soll. Nach Aussage der Mutter will ihre Tochter wohl auch weg.... Ich stelle mir nun die Frage, warum... Wenn ich mir vorstelle, wie wichtig es für meine Kinder ist, dass ich mich in der Zeit, in der ich zuhause bin, ansprechbar und erreichbar bin, dann frage ich mich, ob das Kind nicht deswegen ins Internat will, weil sie sich erhofft, dass dort jemand für sie da ist?
Ich habe meine Tochte auch ins internat geschickt, damals auch auf ihren ausdrücklichen Wunsch. Sie hatte massive Ängste ihren Vater betreffend, und fühlte sich dort sicherer, da ich eben auch arbeiten war. Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass sie in keinerweise von den Erziehern aufgefangen wurde, so dass ich sie wieder abgemeldet habe. Ich nehme mir zur eit deutlich mehr Zeit für sie, obwohl wir auch wärend ihrer Internatszeit am WE immer viel exklusive Zeit eingeplant hatten. Und ich bin auch der Meinung, dass das ein neuer Partner zu akzeptieren hat, dass mein Kind Bedürfnisse hat, mich braucht. Ich kannn es doch nicht einfach in die Ecke schieben, weil es mich stört, oder?!
Nachdenkliche Grüße,
pandora