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von mona84

spirospero09

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: RECKLINGHAUSEN

Beruf: LEHRER

11

Mittwoch, 4. März 2009, 20:30

RE: Leseleistung/Rechtschreibung verbessern, Sohn 13Jahre

Liebe Gorgonin (was für ein dramtischer Name ;-) ) , ich unterrichte Schüler von Klasse 5 bis 13 an einer Gesamtschule mit sozialem Brennpunkt, das heißt in der Praxis, die Kids sind von 10 bis 22 Jahre alt ;-) Einige haben sogar kurz vor dem Abitur noch Leseprobleme, einige gehen vorher ab. Einige gehen in die Klasse 9P wie praktisch, da haben sie eine Mini-Ausbildung in D/M/E und schon mehrere Tage pro Woche Kontakt zur (einfachen) Berufswelt, erhalten mit Mühe nach 10 oder mehr Schulbesuchsjahren den Hauptschulabschluss Klasse 9 oder gar keinen Abschluss. :-O Dein Sohn scheint doch vernünftig zu sein. Schildere ihm doch einmal seine mögliche weitere \"Karriere\" , vielleicht schätzt er dann deine Bemühungen mehr... :roll: und macht vielleicht selber Vorschläge, wie ser seine Situation verbessern kann. :-)

spirospero09

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: RECKLINGHAUSEN

Beruf: LEHRER

12

Mittwoch, 4. März 2009, 20:36

RE: Leseleistung/Rechtschreibung verbessern, Sohn 13Jahre

... Aber alle Arten von Geheimschrift, Codes, alles was nicht jeder sosort entziffern kann ist auch bei meinem Junior interessant. ...
Das ist doch der Beweis für die These! ;-) Dein Sohn hat einfach einen falschen Zugang zur Schrift erhalten; dort wo der Zugang nicht verbaut ist, klappt es! Vielleicht gab es auch schlechte Erfahrungen im ersten Schuljahr? Dann sind wir sozusagen schon in der Psychoanalyse... :-O

Gorgonin

Anfänger

Beiträge: 0

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Krankenschwester

13

Donnerstag, 5. März 2009, 09:22

RE: Leseleistung/Rechtschreibung verbessern, Sohn 13Jahre

Moin Spirospero,
ja, Gorgonin ist dramatisch, so fühlte ich mich grad, als ich den Namen aussuchte ;-)

Der Zugang zur Schrift... war auf jeden Fall eine Katastrophe. Ob verbaut oder wie auch immer. Psychoanalyse haben die Psychologen schon genug betrieben, man selbst überlegt ja auch ständig was man falsch gemacht hat oder verbessern muß.

Den möglichen beruflichen Werdegang besprechen wir schon ab und zu. Mein Junior würde am liebsten Pyrotechniker werden! Dummerweise hat er nicht mal Chemie auf der Hauptschule. Und lesen und schreiben sollte er dafür auch können.
Wenn er darüber nachdenkt, was er mit seinen Fähigkeiten anfangen könnte, ist er verzweifelt, er hat auch gar keine Ideen, wie man etwas ändern könnte. Er sagt, wenn er wüßte, wie man lesen lernt und Spaß an Büchern finden kann, hätte er es doch schon längst getan.
Naja, egal was kommt, handwerkliche Dinge sind nix für ihn und er wird wohl weiter sich durchbeißen müssen. Manchmal wünsche ich mir, dass er sitzen bleibt. Er ist der Jüngste in der Klasse und gehört noch in manchen Dinge auf die Weide.
Ich versuche ihm klarzumachen, dass er sich endlich selbst aufraffen muß und selbst lesen muß. Ich kann ihn zwingen etwas zu lesen, aber nur eine Zeitlang. Irgendwann muß es doch klicken :-O

Ob vernünftig sein allein schon reicht... Wenn ich im Fernsehen die Kiddies sehe mit schlimmen Problemen, da denke ich oft, was haben wir es gut. Aber die Tatsache, dass es anderen schlechter geht, verschafft einem auch keinen Job.
Ich kämpfe mich selber durch, jeden Tag wieder. Das macht schon Angst, weil ich das Gefühl habe als Mutter die Vorraussetzung schaffen zu müssen für die Zukunft meines Kindes. Aber mit Krampf geht auch nix und da steh ich wieder am Anfang.

Demnächst soll er sich einen Praktikumsplatz suchen. Mit 13. Vielleicht steht ja jemand auf ne Bewerbung in Geheimschrift ;-) [addsig]

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