Hallo liebe Sunny!
Aufgrund Deiner AusfĂŒhrungen denke auch ich, dass es hier hauptsĂ€chlich um Grenzen testen geht. Du hast schon selbst geschrieben, dass Du den Eindruck hast, dass es fĂŒr ihn ein Spielchen ist und dass Du Dich bzgl. Deiner Reaktion unsicher fĂŒhlst. Also erstmal: das ist völlig normal und ĂŒberhaupt nicht bedenklich...
Nun, es ist schwierig - wenn nicht gar unmöglich - DEN Weg aufzuzeigen, der nun auf jeden Fall zum erwĂŒnschten Resultat fĂŒhrt. Jedes Kind ist anders... Mir fallen zwei, drei Möglichkeiten ein, mit der Situation umzugehen:
1. Ignorieren.
Du hast diese Variante ja schon "ausprobiert". Ich finde sie sinnvoll, wenn Dein Sohn schon sehr viel Aufmerksamkeit fĂŒr sein Verhalten "geerntet" hat. Auch Schimpfen ist (negative) Aufmerksamkeit, ebenso wie gut zureden, trösten,... etc. Denn vermutlich will er Deine Aufmerksamkeit mit diesem Verhalten erreichen und hat bereits die Erfahrung gemacht, dass das ganz gut funktioniert...

Meine Empfehlung, wenn Du Dich fĂŒr diese Variante entscheidest: Ignoriere das Verhalten 1 bis 2 Wochen lang - und zwar
konsequent! Selbst, wenn er um 23 Uhr noch angewackelt kommt....
Ich habe mal ein Aufmerksamkeit-suchendes Verhalten von meinem Sohn (2,5 Jahre) damit beendet. Er hat wochenlang jegliche Lampen stÀndig ein- und ausgeschaltet, egal wo er war. Ich weià nicht mehr, wie oft ich ihn am Tag ermahnt habe, ich war total genervt davon und meine rote Alarmleuchte im Kopf ging sofort an, wenn er den Schalter auch nur ansah... Dann habe ich dieses Verhalten eine Woche komplett ignoriert (d.h. tatsÀchlich so tun, als wÀre es nicht passiert - also null Reaktion, auch kein Augenkontakt), selbst wenn es stockdunkel war. Und siehe da: bereits nach wenigen Tagen hat er es gelassen.
2. Grenzen eindeutig setzen und Ausnahmeregelungen
Diese Variante finde ich persönlich fĂŒr Deine Situation passender - aber das kannst Du besser entscheiden.
ZunĂ€chst wĂŒrde ich Deinen Sohn in einem "guten Moment" - also in einem, in dem ihr beide entspannt miteinander seid, fragen, warum er sich so verhĂ€lt. Allerdings nicht mit einer klassischen "Warum?"-Frage (denn Kinder in dem Alter können auf "Warum?"-Fragen keine eindeutigen Antworten geben), sondern mit "Erraten". Also z.B. könntest Du fragen: "Könnte es sein, dass..."
- ... Du möchtest, dass ich mich (noch) mehr mit Dir beschÀftige?
- ... Du mir zeigen möchtest, dass Du die Situation bestimmen willst?
- ... ich etwas ganz Besonderes fĂŒr Dich tun soll?
- ... Du möchstest, dass wir vor dem Schlafen etwas anderes machen (Ritual evtl. anpassen)? --> Kannst Du mir einen Vorschlag machen?
- ... etc.
Wichtig ist, dass Du ihn "neutral" fragst - also ohne VorwĂŒrfe oder Schuldzuweisungen. I.d.R. reagieren die Kinder auf diese Fragetechnik gut und ihr könnt eine Vereinbarung treffen. Z.B. könnte die so aussehen, dass er - nachdem das Abendritual gelaufen ist - noch eine zeitlang (vielleicht 10 oder 15 Minuten) in seinem Zimmer mit seinem Lieblingsspielzeug spielen darf. DafĂŒr könntest Du einen Wecker stellen und ihm sagen, dass wenn der Wecker klingelt, wirklich Schluss fĂŒr heute ist. So hat er noch ein bisschen Zeit, sich vom Tag zu verabschieden. Das ist natĂŒrlich nur ein Beispiel. Bestimmt fĂ€llt Dir noch anderes ein.
Wenn das nicht fruchtet, hat er evtl. wirklich im Moment das starke BedĂŒrfnis bei Dir zu sein?! Dann wĂ€re z.B. eine Ausnahmeregelung denkbar. Ich stelle mir z.B. so etwas vor wie: "Am Wochenende darfst Du abends eine Stunde lĂ€nger aufbleiben und wir beide machen in dieser Zeit etwas schönes zusammen, aber dafĂŒr musst Du ansonsten ohne Gegrummel ins Bett gehen."
Wichtig finde ich, dass Du einen Weg findest, der zu Dir passt! Ich weiĂ, dass ist nicht einfach, weil Eltern stĂ€ndig (ungebetene) "RatschlĂ€ge" hören. Der eine sagt das, der andere sagt dies...
Nur: Dein Sohn merkt, wenn Du etwas tust, was Du eigentlich gar nicht tun willst. Kinder haben unheimlich feine Antennen und spĂŒren jede Unsicherheit des Erwachsenen. Kinder brauchen Eindeutigkeit und Klarheit, und die kannst Du ihm nur geben, wenn Du selbst hinter Deinem Verhalten stehst. Deshalb mein Rat: denke in Ruhe darĂŒber nach, welcher Weg fĂŒr Dich richtig ist (evtl ist es ja auch eine Kombination aus den o.g. VorschlĂ€gen oder etwas ganz anderes) - und dann bleib auch dabei. Selbst wenn Du noch ein paar Abende dieses nervige Verhalten ertragen musst - handle erst dann, wenn Du Dir sicher bist, dass Du bei Deiner Entscheidung bleibst, auch wenn es Protest seitens Deines Sohnes gibt.
Puuh, jetzt hab ich viel geschrieben... Ich hoffe, ich konnte Dir ein StĂŒck weit behilflich sein....
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