Hallo!
Also hier kann ich mich nicht zurückhalten und möchte hier doch gerne mal auf folgendes hinweisen:
Mein Enkel, jetzt 2 1/2 Jahre alt geht seit gut einem Jahr in die Kita und fühlt sich sehr wohl. Nur leider ist er seit einiger Zeit seht verhaltensauffällig.
Mit knapp 2 fing es an.
Der Junge ist ganz
eindeutig in der sogenannten Autonomiephase (auch Trotzphase genannt).
Sein Verhalten ist zwar - zugegeben - recht drastisch, aber relativ normal. Und mit mangelder Aufmerksamkeit seitens der Mutter / Eltern hat das überhaupt nichts zu tun!!!!
Die Autonomiephase ist eine sehr wichtige Entwicklungsphase, die i.d.R. zwischen dem 2. und dem 4. Geburtstag (bei manchen Kindern beginnt es früher, bei anderen später) beginnt. Je nach Temperament des Kindes kann diese Entwicklungsphase sehr anstrengend sein.
Zum Hintergrund: Das Kind erkennt mit fortgeschrittenem Alter (etwa mit 2 Jahren) sein eigenes Ich, es beginnt, sich als eigenständige Person wahrzunehmen (zuvor hat es sich als Teil der Mutter identifiziert). Damit einher geht, dass das Kind entdeckt, dass es einen eigenen Willen besitzt.
Das Kind beginnt nun zunehmend, z.B. Anweisungen und/oder Regeln in Frage zu stellen, immer und immer wieder seine Grenzen auszutesten - das Wörtchen "Nein" gehört dann oftmals zum Lieblingsvokabular des kleinen Trotzkopfes. Wie schon geschrieben, trotzen manche Kinder stärker als andere.
Ich empfehle dringend, einmal diesen Artikel zu lesen:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_A…leme/s_485.html
Er griff sich einfach mal so ein Kind aus seiner Gruppe und drückte es gegen die Wand. Er schlug ohne Grund los. Er warf gezielt Spielzeug gegen Kinder. Das letzte was jetzt passierte, dass er mit einem
Spielhaus zweimal gezielt auf das Auge von einem Kind schlug.
Es kommt so aus dem nichts, ohne das vorher Streit oder so war, dass die Erzieher oft keine Chance haben ihn noch schnell genug zu stoppen.
Du schreibst, dass er "ohne Grund" schlug. Ja, für einen Außenstehenden erscheinen solch heftige Reaktionen tatsächlich vollkommen grundlos zu sein. Für das Kind sind sie es aber nicht. Kann sein, dass das andere Kind ein Spielzeug hatte, dass er gerne haben wollte. Vielleicht hat das andere Kind auch mit jemand anderen statt mit ihm spielen wollen, oder oder oder. Uns Erwachsenen erscheinen die Gründe oftmals vollkommen banal, für die Kinder sind sie es aber nicht. Sie haben eine anderen Blick auf die Welt, ganz andere Gewichtungen was sie als wichtig ansehen als wir.
Dass der Junge schlägt erscheint sehr aggressiv. Ich würde es eher als hilflos bezeichnen. Wenn Kinder in diesem Alter schlagen (viele beißen, treten, kratzen, schubsen,...), heisst das einfach meistens nur: "Ich weiß mir jetzt gerade nicht mehr anders zu helfen. Ich
muss meinen Willen jetzt durchsetzen!" Der Drang, den eigenen Willen durchsetzen zu wollen, ist bei manchen Kindern enorm. Für diese Kinder ist es ebenfalls eine emotionale Bahn- und Talfahrt. Sie wissen selbst oft gar nicht, wie ihnen geschieht - die Gefühle überkommen sie oft schlagartig - und sie können
nichts dagegen tun!
Hinzu kommt, dass die sprachlichen Fähigkeiten in dem Alter (besonders bei Jungs) einfach für diese Explosion an Gefühlen einfach nicht ausreichen. Sie wissen sich dann einfach nicht anders zu helfen, als mit Nachdruck das zu verlangen, was sie sich so sehr wünschen.
Manchmal sind die Kinder in diesem Alter in einem regelrechten "Wahn". Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sie jemanden (bewusst) ärgern wollen!!! Sondern, dass sich in diesem Alter bestimmte, neue Gehirnstränge bilden.
In der Regel hört das Schlagen schlicht und ergreifend wieder auf. Das heisst aber nicht, dass man es tolerieren sollte! Natürlich sollte man dem Kind klar sagen, dass Schlagen kein akzeptables Verhalten ist und ihm dabei helfen, wie es sich stattdessen verhalten kann (Kompetenzaufbau).
Dazu gehört selbstredend, dass man sich selbst dem Kind gegenüber respektvoll und fair verhält - auch, wenn es ein unerwünschtes Verhalten zeigt. Außerdem ahmen Kinder andere nach. Wenn es also selbst geschlagen wird (ich gehe natürlich davon aus, dass das NICHT geschieht!!), wird es dieses Verhalten auch wiederum bei anderen zeigen. Aber es gibt unzählige Beispiele, bei denen die Kinder (wohlgemerkt: in diesem Alter!) schlagen, auch wenn sie selbst keinerlei Gewalt in der Familie erleben.
Dass der Junge dieses Verhalten besonders ausgeprägt gegenüber der Mutter zeigt, ist absolut und vollkommen NORMAL !!!!! Es ist normal, dass ein Kind sich besonders stark mit seiner ersten und wichtigsten Bezugsperson reibt. Hier werden die Grenzen ganz besonders stark getestet - zu der Mutter Leidwesen

.
Schuldzuweisungen sind hier vollkommen fehl am Platz und sind für die Mutter nur eine zusätzliche Belastung statt Unterstützung!!!
Die Erzieher sind jedes mal froh wenn wir ihn holen und nicht seine Mutter, denn schlagartig ist er ganz lieb. Er will auch neuerdings mal wieder nicht nach hause. Wenn er hier ist mit seiner Mutter kommt ein klares "Tschüß Mama" und er geht in seine Ecke und spielt... Ich merke vom Verhalten her oft gar nicht das er da ist. Total ruhig und ausgeglichen. Er weiß in unserer Wohnung gelten unsere Regeln und nicht die von Mama und meine Tochter hält sich da zum Glück raus.
Sind wir gemeinsam mit ihr unterwegs gelten ihre regeln und dann ist der Stress schon vorprogrammiert. Meistens bettelt der Kleine dann schon, dass er beim Einkaufen bei uns in den Wagen will und nicht bei Mama. Dabei muss er bei uns hören und bekommt auch keine Sonderwünsche
erfüllt.
Als er letztens ganz doll mit den Ohren hatte und Fieber wollte er nicht mit Mama mit. Er hing wie eine Klette bei mir rum, hat hier geschlafen und wollte ohne Oma nicht zum Arzt. Das ist doch nicht
normal. Klar das ein Kind wenn es sein muss auch bei Oma bleibt wenn es krank ist, ist schon OK, aber wenn es gar nicht zu Mama will finde ich das schon komisch.
Also hier sträuben sich meine Nackenhaare!!!
Ich kann ja hier nur Deine hier beschriebene Sicht der Dinge lesen und kenne nicht die andere Version der Geschichte, aber ich denke, hier ist ganz klar zu erkennen, dass der Junge mit seinem Verhalten erfolgreich einen Keil zwischen Großeltern und Mutter treibt! Das dürft Ihr auf keinen Fall dulden!
Dass er sich ohne Probleme von der Mutter trennen kann, interpretiere ich als ein sehr gutes Zeichen! Das bedeutet nämlich in meinen Augen (wie gesagt, ich kann nur davon ausgehen, was ich hier lese), dass er ihr absolut vertraut, dass sie wiederkommt, dass er keine Trennungsangst haben muss.
Dass er sich auflehnt und "wiederspenstig" benimmt, wenn alle Parteien beisammen sind, zeigt m.E. sehr deutlich, dass er auch hier Grenzen testet. Denn: er weiß genau, dass bei Oma und Opa andere Regeln (nicht unbedingt bessere!) gelten als bei Mama. Wenn er bei dem einen das Erwünschte nicht bekommt, versucht er es halt bei dem anderen. Auch das ist kein böswilliges Verhalten des Jungens, sondern normal. Ich vermute mal, dass er bereits des Öftern die Erfahrung gemacht hat, dass er bei dem anderen dann seinen Willen bekommt. Und so versucht er es halt wieder. Das nennt man dann 'Erfahrungslernen'.
Zwischen Deinen Zeilen kann ich lesen, dass Du/Ihr als Großeltern mit dem Erziehungsstil Deiner /Eurer Tochter (teilweise) nicht einverstanden seid. Es ist natürlich nicht falsch, unterschiedlicher Meinung zu sein. Aber: Die Erziehungsberechtigte ist und bleibt die Mutter!! Und die hat das Sagen! Auch wenn Ihr anderer Auffassung seid. Ich habe fast den Eindruck, dass der Junge (unbewusst) manipuliert wird, nämlich dahingehend, dass er es bei Oma und Opa ja besser hat als bei Mama... Sorry, dass ich so direkt bin. Kinder sind sehr sehr feinfühlig und schnappen alles mögliche auf, was wir Erwachsenen uns gar nicht recht vorstellen können.
Vielleicht irre ich mich auch, aber ich denke, wichtig ist, dass Ihr Eurer Tochter Vertrauen schenkt. Vielleicht könnt Ihr Euch ja sogar auch auf einheitliche Regeln einigen. Ich denke, wichtig ist, dass der Junge merkt, dass Ihr hinter der Mutter steht und sie bei Bedarf unterstützt.
So, dass war mal wieder lang...
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