Hallo!
Mein Sohn ist Einzelkind, war in den 3 Jahre vor dem Kindergarten nie so Regelmäßig und lange mit anderen Kindern zusammen. Im Kindergarten herrschen neue Regeln, ein neuer Alltag und 6 Wochen um das alles zu lernen finde ich noch zu wenig.
Das sehe ich genauso... Da prasseln so viele neue Eindrücke, Regeln, etc. auf das Kind ein... das kann ein Kleinkind einfach auch mal überfordern, besonders, wenn es den Umgang in einer Gruppe nicht so gewohnt ist.
Daher
kann im Übrigen auch das Beißen herrühren. Wenn Kinder in dem Alter schlagen, treten, beißen etc. hat das entweder etwas damit zu tun, dass sie es von zu Hause kennen (Nachahmeffekt - wovon ich hier nicht ausgehe!) oder sie wissen sich in dem Moment nicht anders auszudrücken. Da er sich offensichtlich noch nicht so gut artikulieren kann, behilft er sich halt mit diesem Verhalten. Man müsste mal genauer darauf achten, wann - also in welchen Situationen - dieses Verhalten auftritt. Fühlt sich das Kind z.B. bedrängt? Soll es etwas tun, was es nicht will? etc. Wenn es solche oder ähnliche Situationen sind, kann man gezielt mit dem Kind ein "besseres" Verhalten üben, z.B. indem man ihm immer wieder klar vermittelt: Beißen / Schlagen / Treten ... darfst Du nicht. Wenn Du etwas nicht möchtest, sagst Du deutlich 'Nein!' ... so in der Art.
Mit viel Geduld kann man dem Kind beibringen, wie es sich in solchen Situationen richtig verhält. Ein Kleinkind muss das richtige Verhalten erst üben. Sobald die Kinder dann besser sprechen können, wird es mit dem "auffälligem" Verhalten i.d.R. wieder besser. Von daher, würde ich mir da nicht so `nen Kopf machen...
(Ich kenne jedoch auch einen Fall, in dem das Kind aus purem Spaß gebissen hat... Sein Vater hat ihn immer beim Tollen aus Jux gebissen...

Erlerntes Verhalten: der Junge wusste einfach nicht, dass das andere ganz und gar nicht lustig finden...)
Bzgl. des Vorschlags zum Frühförderkindergarten: damit würde ich definitiv warten. Innerhalb der ersten 6 Wochen im Kindergarten - finde ich - kann das nicht beurteilt werden. I.d.R. holen die Kinder innerhalb der ersten 4 bis 6 Monate im Kiga enorm auf. Man muss den Kindern einfach ein bisschen Zeit geben.
Und wegen der Logopädie - da kann ich dem Kinderarzt und meinen Vorrednerinnen nur zustimmen... Laß Dich nicht verrückt machen. Rede einfach viel mit dem Kleinen - auch alltägliches benennen: z.B. schau mal, jetzt schäle ich die Kartoffeln, damit ich sie danach kochen kann...." etc. Ich weiß, wie banal sich das anhört, aber das fördert das Sprachvermögen am Besten. Es gibt auch süße Wortspiele für Kleinkinder, lass ihn Dinge benennen, singe mit ihm (Sprachrythmik), Kinderreime, Fingerspiele und so weiter. Abends ein Vorleseritual einführen (falls ihr es noch nicht habt). Dabei ist es im Grunde völlig egal, ob er die Geschichte wirklich versteht oder nicht. Wichtig ist, dass er die Worte hört. Naja, ich denke, vieles davon tust Du sowieso schon... Bei AE's ist halt leider oft das Problem, dass es keinen Gegenpart gibt, das Kind also im Alltag seltener ein Gespräch zwischen Erwachsenen erlebt.
Was sehr viele nicht wissen: Kassetten, Hörspiele oder CDs sind übrigens für das Erlernen von Sprache nicht sonderlich förderlich !! Sie können das Zuhören und evtl. auch das Verstehen schulen, aber nicht das Sprechen an sich verbessern. Das kann nur das tatsächlich gesprochene Wort, weil es beim Sprechen auf die Lautbildung ankommt. Und da Kinder sehr viel durch Nachahmen erlernen - viel quatschen!!!
Das wird schon. Keine Panik...
Lieben Gruß