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22.05.2012
um 11:01 Uhr
och @robeki die haben einen extrem vorteil........................ kannste glauben
 
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von mona84

Nilszeline

unregistriert

1

Sonntag, 12. Juni 2011, 00:52

Multi-Kulti-Kindergarten

Hat jemand mit folgendem Erfahrung?

Ich habe einen Platz in einer Kita mit hohem Anteil an ausländischen Kindern. Der prozentuale Anteil der türkischen Kinder beträgt dort ca. 70%. In der Kita dürfen die Kinder türkisch sprechen.

Ich habe Bedenken, erstens hinsichtlich der Sprachentwicklung meines Kindes.

Zweitens aber auch, ob es vielleicht doch Mentalitätsunterschiede gibt. Mein Sohn ist extrem zurückhaltend und vorsichtig. Mit anderen Kindern ist er ebenfalls zurückhaltend, er lässt sich vieles wegnehmen und weint dann eher, als dass er sich wehrt. "Wildere" Kinder schüchtern ihn noch mehr ein. Ich weiß nicht, ob es für ihn nicht vielleicht noch schwieriger wird, wenn er die türkischsprechenden Kinder sprachlich nicht verstehen kann und auch allein schon von seinem Äußeren her (er hat hellblonde längere Haare) heraussticht.

Die Kita hat auch keinen so guten Ruf, ich nehme aber an, dass das hauptsächlich aufgrund des hohen Ausländeranteils ist.

Welche Fragen können allgemein sinnvoll sein, um herauszufinden, ob ein Kiga gut oder weniger gut ist?

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Beiträge: 278

Danksagungen: 440

Wohnort: Deutschland

2

Sonntag, 12. Juni 2011, 09:17

Hallo Nilszeline,
ich habe mir die Kindergärten, die zur Wahl standen, angesehen. (bei jedem Kind 4 verschiedene Kigä)
Also, ich bin richtig dort gewesen, mehrmals, über längere Zeit. Ich wollte wissen, wie mit den Kindern umgegangen wird, welcher allgemeine Ton dort herrscht...In der Hinsicht gab es aber überhaupt keine Probleme bei allen Kiga, die ich mir angesehen habe.
Erkundige Dich doch mal, bei uns werden auch Hospitationstaage angeboten und Tage der offenen Tür werden hier überall durchgeführt.
Habe zuerst mit der Leiterin gesprochen. Die haben meist von sich aus angeboten, mir das Haus zu zeigen.
Manchmal war schon abzusehen, in welche Gruppe das Kind kommen würde. Da konnte ich dann mal mit der Erzieherin reden und sehen, wie sie mit den Kindern umgeht. Manchmal war das aber auch noch völlig unklar, weil irgendwelche Umstrukturierungen ins Haus standen.
Habe mir die verschiedenen Konzepte angesehen (z.B. beim Älteren hab ich einen gewählt, bei denen die Kinder ab 3 Jahre schon mal spielerisch englisch lernen).
Eine wichtige Frage bei meinem jüngeren Sohn war z.B., dass er für die ganze Zeit eine feste Bezugsperson hatte. Diese Frage hat sich bei uns aber erst herauskristallisiert, als er schon im Kiga war und wir merkten, dass dieser KiGa jährlich umstrukturiert wurde. Sprich Gruppen anders zusammengesetzt, Erzieherinnen rundum ausgetauscht. Er hatte Glück und blieb vom ersten bis zum letzten Tag mit einer seiner Erzieherinnen zusammen. (Bei der macht er in 14 Tagen für eine Woche ein Praktikum und freut sich riesig auf sie). Es wurde immer nur die zweite Erzieherin der Gruppe ausgetauscht.
Für mich wichtig: werden die Kinder aufbewahrt oder beschäftigt, werden Bastelangebote gemacht, lernen sie mit Stiften, Schere, Klebstoff umzugehen, essen sie mit Messer und Gabel, oder der Leichtigkeit wegen nur mit dem Löffel, machen sie Gesellschaftsspiele, Kreisspiele, wird gesungen, welche Essensanbieter betreut den Kiga - welchen Ruf hat der. Wie ist es mit Vorschule, wenn sie dann kurz vor der Einschulung stehen. In welcher Form mit welchen Inhalten von wem und wo wird sie angeboten?
Können die Kinder viel draußen sein? Großer Garten, Klettermöglichkeiten, Nähe von Wald, Park. Ist das Konzept naturverbunden (Mein Kleiner ist immer Kaulquappen fangen gegangen und dann haben sie beobachtet, wie sich Frösche entwickeln, sie haben Kräuterspiralen angelegt und eigene Kresse aufs Brot gelegt...) Gibt es Haustiere (Hasenkäfig im Garten, Wellensittiche, Aquarien, Gespensterheuschrecken gabs bei uns)?
Gibt es Rückzugsmöglichkeiten, Kuschelecken...
Sind die Erzieherinnen ausgebildet, sind es Ganztagskräfte oder haben die Kinder früh andere Bezugspersonen als am Nachmittag?
Bei uns gab es nur wenige ausländische Kinder. Aber die, die da waren, wurden von den Deutschen rücksichtsvoll behandelt. "Kirill versteht das doch nicht, da musst Du das noch mal sagen, Mama!!!"
Es ist natürlich ein Unterschied, ob es wenige Ausnahmen gibt, oder ob am Ende mehr fremdländisch gesprochen wird. Aber auch das muss ja nicht zwingend ein Nachteil sein.
Ich glaube, dass es auch unter Türken, Russen, Asiaten....ruhige, aufgeschlossene, wilde, ängstliche, draufgängerische, liebe, aufdringliche....Kinder gibt. Das würde ich nicht so von der Nationalität abhängig machen. Und ich persönlich finde es immer wieder spannend, insbesondere "fremde" Menschen kennenzulernen und habe es immer gefördert (z.T. aus reinem Selbstzweck), wenn mein Sohn sich mit ausländischen Kindern angefreundet hat, um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen.

Sicher spielen natürlich auch der Weg, die Entfernung, die Möglichkeit, dass das Kind kurz bevor es zur Schule kommt, vielleicht schon mal alleine nach Hause gehen kann, Verkehrsanbindung, Nähe der Großeltern....eine Rolle.
Ich habe aber immer mehr das Konzept und die Erzieherinnen im Auge gehabt.

Hilfts ein bissel?
Viele Grüße!

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Benutzer die sich bedankten:

Hannafee (13.06.2011)

Nilszeline

unregistriert

3

Sonntag, 12. Juni 2011, 12:41

Hallo

Hallo Georg, zuerst einmal Danke für deine ausführliche Antwort. Es ist tatsächlich so, dass ich nächste Woche die Möglichkeit habe in dieser Kita zu hospitieren.

Auch mir ist es natürlich wichtig, dass die Kinder nicht nur sich selbst überlassen sind. Unklar ist mir aber, was man überhaupt erwarten kann! Wieviel Basteln oder Singen oder Stuhlkreise sind denn wöchentlich (oder täglich) so üblich?

Dass so ein Wechsel der Erzieherinnen überhaupt vorkommen kann, war mir bis jetzt nicht klar.

Eine andere Sache ist noch die, dass ich die Hoffnung habe, dass mein Sohn (und ich auch) Kontakte zu anderen Kindern und Eltern über den Kindergarten finden werden, die auch außerhalb der Kindergartenzeiten stattfinden.

Aber vielleicht ist das ja auch nicht in anderen Kindergärten garantiert, auch wenn ich öfter gehört habe, dass man mit dem Kiga-Beginn auch mehr Kontakte zu anderen Eltern bekommt- etwas, das mir bisher in den Krabbelgruppen eher nicht gelungen ist.

Danke nochmal für deine Antwort

Nilszeline

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airam

*AE.net -Wetterfee*

Beiträge: 1 552

Danksagungen: 918

4

Montag, 13. Juni 2011, 10:54

Zitat

Eine andere Sache ist noch die, dass ich die Hoffnung habe, dass mein Sohn (und ich auch) Kontakte zu anderen Kindern und Eltern über den Kindergarten finden werden, die auch außerhalb der Kindergartenzeiten stattfinden.

Es ist so, daß im Kiga durchaus die Kinder zusammenfinden, sprich die kinder suchen sich die Spielkameraden oder finden sich vielmehr, daraus ergeben sich dann durchaus Kontakte auch für weitere "Spielaktivitäten" oder Kontakte Deinerseits ... eS ist sogar egal, in welchem Kiga letzendlich ... weil Kinder finden ihre Kontakte überall (leichter als Erwachsene)
:rot "Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." (Laotse)
... : iwn ...

airam

*AE.net -Wetterfee*

Beiträge: 1 552

Danksagungen: 918

5

Mittwoch, 15. Juni 2011, 11:19

Zitat

Ich habe Bedenken, erstens hinsichtlich der Sprachentwicklung meines Kindes.




Für die Sprachentwicklung sind mehr Sachen relevant als ein Kindergartenbesuch ... zudem wird die hauptsächliche Sprachentwicklung in den ersten drei Lebensjahren ausgebildet . Vorraussetzung daür ist, daß das Kind normal hört, kognitiv altersentsprechend entwickeltist ,und keine motorischen oder sozialemotionalen Beeinträchtigungen hat. Das sind allerdings Vorraussetzungen die Du als Elternteil am besten von Deinme Kind beurteilen kannst ... zudem wird so etwas bei den regelmäßigen U´s durch den Kinderarzt gecheckt.

Desweiteren besteht (ich sehe Du kommst aus NRW) bei allen Kindern die innerhalb der nächsten zwei LJ in die Schule kommen, der sogenannte "Delfintest" - dieser hat schon so manche Sprachentwicklungsverzögerung aufgedeckt, unabhängig davon in welchem Kindergarten oder Umfeld die Kinder sich befinden.

Im übrigen wachsen sehr viele Kinder zweisprachig auf, es hat ihnen aber in keinster Weise geschadet -- und Ausdrücke (die Dir als Elternteil nicht gefallen werden) bringen alle Kinder irgendwann aus dem Kiga mit. Es liegt dann daran, wie man selber darauf reagiert- ob die sich manifestieren oder nur eine kurze Phase sind.

LG airam
:rot "Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." (Laotse)
... : iwn ...

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mama_wonni

Senior Mitglied

Beiträge: 1 233

Danksagungen: 1190

Wohnort: Essen

Beruf: Altenpflegerin

6

Donnerstag, 16. Juni 2011, 22:33

Hallo :ger :ger

Ich möchte auch kurz noch was dazu schreiben.
Als ich nach Essen gezogen bin, habe ich nach einer Schule für unsere Tochter (1.Klasse- also Grundschule) gesucht und bin dann direkt auch an die Schule gelangt, die für unser Einzugsgebiet ist...In unserem Stadteil ist ein sehr hoher Ausländeranteil..Der Direktor hat mit mir sehr offen darüber gesprochen und ich fand , es ist eine super Möglichkeit für das Mädchen Toleranz zu lernen. Nun muss man als Mutter auch tolerant genug sein, es zu akzeptieren das an dieser Schule über 70 % der Kinder einen Migrationshintergrund haben.Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Ländern, ein Großteil kommt aus dem arabischen Sprachraum, meist aus dem Libanon, viele Kinder kommen aus dem türkischen Sprachraum. Hinzu kommen Kinder aus ganz unterschiedlichen Ländern wie Sri Lanka, Indien, Ghana, Togo, Marokko, Tunesien, Polen, Serbien, Albanien, Portugal, Bosnien, Syrien, Irak, Iran etc. Ich glaube es gibt keine Nation die an der Schule nicht vetreten ist.....
Aber....der Schulleiter, die Lehrer und die Pädagogen aus dem Ganztag haben alles im Griff...Zum Beispiel mit verschiedenen schulischen und außerschulischen Angeboten..Der MSU ist ein besonderes Angebot für Schülerinnen und Schüler, die zweisprachig in Deutsch und in einer anderen Sprache aufwachsen und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Grundschule sowie der Sekundarstufe I.
Der muttersprachliche Unterricht wird zusätzlich zum Pflichtunterricht erteilt.
Leitziel des Unterrichts ist es, die Fähigkeiten der Schüler, sich in der Muttersprache mündlich und schriftlich zu verständigen, zu fördern. Weiterhin vermittelt der MSU Kenntnisse, die für das Verständnis von Gesellschaft und Kultur des Herkunftslandes erforderlich sind.
Das Schulleben sollte so gestaltet werden, das es eine entsprechende Atmosphäre geschaffen wird. Feste sind Multi- Kulti z-B. mit essen aus aller Herren Länder ( wie man so schön sagt)..Die Lehrer untereinader haben ein gutes Auskommen, leben es den Kindern vor..Denn nicht alle Lehrer sind Deutsche bzw deutschsprachig.....
Und all das, bin ich der Meinung , führt dazu das man bedenkenlos sagen kann...Ich würde es immer wieder tun....ich würde es jeden raten. Auch für mich sind solche Zusammentreffen mit den Eltern immer wieder interessant...

Und zum Thema Sprachentwicklung: mein Gott, dann lernen die Kinder nebenbei und spielerisch eben noch die 2. oder 3. Fremdsprache.. Na und? Ich bin der Meinung das kann nicht schaden.. Unsere Tochter hat in deutsch eine 1....Die Klassenkameraden haben ihr da sicher nicht geschadet. ;) ..Hätte ich wieder die Wahl: Ich würde wieder so entscheiden....

LG Wonni :ger :ger
"Es ist leichter einen Atomkern zu zertrümmern, als ein Vorurteil"

-Albert Einstein

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airam (17.06.2011)

yuli

Schüler

Beiträge: 50

Danksagungen: 64

7

Donnerstag, 16. Juni 2011, 23:03

Ich lebe in einem Stadtteil mit sehr hohem Migranteanteil. Ich hatte hier eine marrokanische Familie mit 7 Kindern in der Nachbarschaft, beide Elternteile haben schlecht oder gar nicht deutsch gesprochen, es war (oder ist, sie sind leider weggezogen) eine sehr traditionelle Familie. Die großen Kinder ( 5 Töchter, 1 Sohn ) haben alle Abitur und Ausbildung oder Studium gemacht! Diese Familie ist für mich der Beweis, das es mehr auf das Familienleben und die Familienkultur ankommt, als auf fühstmögliche Sprachörderung!
Mein Sohn war hier auch in der Kita. Dort und auch hier 'im Hof' fallen tatsächlich vor allem die deutschen Kinder durch aggressives Verhalten auf, die Migrantenkinder sind im allgemeinen sehr sozial.
Die Kita war nicht so toll, aber das lag an deren Konzept und absolut nicht an den KIndern.

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Benutzer die sich bedankten:

airam (17.06.2011)

Nilszeline

unregistriert

8

Freitag, 17. Juni 2011, 09:44

Hallo

Hallo, ersteinmal Danke für eure Antworten.

Ich war gestern zwei Stunden in der Kita, ich hatte die Möglichkeit in alle Gruppen zu gehen und habe jetzt einen Eindruck von der Kita. Meine Sorge, dass mein Kind dort nicht mitreden kann, erwies sich als unbegründet, da die Kinder untereinander deutsch sprechen. In der Zeit, als ich dort war, fand ein gleitendes Frühstück statt. Die Kinder, die nicht frühstückten, spielten mit Knetgummi, Memory u.a. Dingen. Anschließend gingen die Kinder nach Draußen.

Zusätzlich hatte ich gestern noch ein Gespräch in einem katholischen Kindergarten, in dem mein Sohn ebenfalls einen Platz erhalten könnte. Dort spielt die religiöse Erziehung eine Rolle, zusätzlich werden viele und regelmäßig Ausflüge in die Natur gemacht und es finden Projekte für kleine Forscher statt. Über den Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern konnte ich mir hier keinen Eindruck machen, da ich nicht hospitiert habe. Schade.

Über das Konzept des ersten Kindergartens bin ich mir nicht im klaren. In beiden Kindergärten wird die Eingewöhnung gleich gehandhabt.

Für mein Kind wünsche ich mir zwei Dinge: Erstens, dass er die Möglichkeit hat, intensiver als bisher mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Zweitens, dass genügend Anregungen geboten werden, die den Wissensdurst und die Lernfreude der Kinder befriedigen.

Alles garnicht so einfach.

LG Nilszeline

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