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von mona84

FrMüllerSchulz

unregistriert

1

Sonntag, 3. Juli 2011, 14:42

Rituale bereichern den Familienalltag

Hallo Ihrs alle! ;)

Ein Beitrag hier im Forum hat mich annimiert, das Thema "Rituale" gezielt aufzunehmen... :) Warum?
Rituale, das schrieb ich schon in einem anderen Beitrag, können wunderbar bereichernd sein, schwierige Alltagssituationen entschärfen, Sicherheit und Orientierung geben und noch vieles mehr ...

Rituale gibt es seit Menschengedenken und sind - richtig eingesetzt - alles andere als langweilig oder unnötig. Sie können helfen, eine innere Einheit in der Familie zu finden, mit der sie sich einzigartig macht. Sie können helfen, sich als zusammengehörig zu empfinden und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Rituale können Beziehungen festigen und vertraute Situationen schaffen.

Gezielt eingesetzt können Rituale auch helfen, Regeln und Grenzen einzuführen und Kinder durch kleine oder größere Krisen zu begleiten. Mit einem verlässlichen Ritual klappt das Zubettgehen, der Abschied vom Schnuller, der Übergang von Windel aufs Töpfchen oder auch das gemeinsame Essen leichter und schöner.

Es gibt kleine Rituale, die einfach nur Spaß machen (z.B. immer wenn es an der Tür klingelt "Besuch aus dem All!" rufen) und größere Rituale, die z.B. Familienalltag Struktur geben können.

Zwei Beispiele von meiner Seite:

Abschiedsritual für Kinder, denen es (noch) schwerfällt, sich zu trennen:
  • Übung macht den Meister... Verabschiedet Euch immer mal wieder für kurze Zeiten voneinander, etwa für eine Spazierfahrt mit Oma oder dem anderen Elternteil
  • Das Abschiedritual könnte so aussehen: auf den Arm nehmen, dicken Kuss und noch etwas von sich mitgeben(z.B. ein Halstuch, einen Stein, eine Dose, etc.). Dieser Gegenstand wird nur für die Zeit der Trennung eingesetzt.
  • Vielleicht gibt es auch immer einen Eskimo-Nasen-Kuss oder mehrere kleine Küsschen auf Mund, Wangen, Stirn, Augen, Nase, Kinn und Ohren - natürlich immer in der gleichen Reihenfolge!
Begrüßungsritual:
  • Zeige dem Kind, dass Du Dich freust, es wiederzusehen und dass auf jedes "Auf Wiedersehen!" ein "Herzlich willkommen!" folgt.
  • Vielleicht darf es in Deine Arme laufen und Ihr dreht Euch gemeinsam im Kreis. Dann gibt das Kind den Trennungsgegenstand zurück, denn den braucht es nun nicht mehr.
  • Vielleicht macht Ihr das Küsschen-Spiel nun auch in umgekehrter Reihenfolge...

Ängste bannen:
  • Hat das Kind nachts Angst vor düsteren Gestalten, kann ein beschützender Zauberstein in seinem Bett helfen. Vielleicht hält auch der große Teddy Wache neben dem Bett oder an der Tür.
  • Ein Talismann - das kann ein Stein oder ein Holztier oder... sein - beschützt das Kind. An der Kette getragen oder in der Hosentasche verstaut, kann er jederzeit von dem Kind hervorgeholt werden. Übereiche den Talismann mit den Worten: "Immer wenn Du Mut brauchst, kannst Du diesen Stein in die Hand nehmen, dann hilft er Dir." Funktioniert bei Klassenarbeiten genauso wie beim Marmeladeholen im Keller.
  • Pfeifst oder summst Du, wenn Du allein im Keller oder im Wald bist? Erzähle dem Kind davon, vielleicht gefällt ihm Deine Idee. Außerdem ist es beruhigend zu wissen, dass auch die Großen manchmal Angst haben.
Und so gibt es zahlreiche kleinere und größere Rituale, die einfach schön und bereichernd sind. Dazu gehört der All-Sonntagliche Spieleabend genauso wie der gemeinsame Kirchengang zu Weihnachten oder das Verwöhnen bei Krankheit...

Welche Rituale bereichern Euer Familienleben ?
Ich freue mich auf schöne und kreative Ideen... ;)

Lieben Gruß

Es haben sich bereits 7 Gäste bedankt.

pandora

unregistriert

2

Sonntag, 3. Juli 2011, 19:04

Ich habe meinen Kindern, als sie noch klein waren, den Jahreskreis an Hand von Fensterbildern beigebracht. Zu jedem Jahreszeitenwechsel hab ich entsprechende Fensterbilder gebastelt, und jedes Jahr zum jeweiligen Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang aufgehängt (Immer dieselben). Für die Weihnachtszeit natürlich entsprechend auch. Wobei ich bewußt nach und nach durch die Adventszeit die Fenster und Zimmer immer weihnachtlicher geschmückt habe.
Ich muss immer schmunzeln, wenn mein Großer (inzwischen 15), seinen von mir gebastelten Adventskalender haben möchte. Begründung: "Sonst fehlt was...". Bin mal gespannt, ob er ihn auch diese Jahr wieder will...

Gibt es ein schöneres Kompliment?! :)

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Moni42

Senior Mitglied

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3

Montag, 4. Juli 2011, 08:13

Kind alleinwohnend für die Mutter nicht erreichbar, ruft an und teilt mit das sie krank ist. Ach Mama, ich möchte eine Milchschnitte und eine Zeitung, so wie früher, wenn wir krank waren. Du hast uns immer eine Zeitung o. ä. mitgebracht und wir durften uns etwas Süßes wünschen.

Adventskalender liebevoll Päckchen gepackt mit auch nützlichen Dingen. diese hingen an zwei unterschiedlichen für häufigen Gebrauch gebastelten Weihnachtsmotiven. Auch diese werden mittlerweile vermisst, dass war schön.

Wir begrüßen uns immer aktiv. Es wird nicht nach Hause gekommen und mal eben laut Hallo gerufen und dann ist man im Zimmer verschwunden. Sondern kurz wie war es und geht es gut oder bei Bedarf auch länger.

Schultaschen werden abends gepackt, ein unerwünschtes Übel, was den Morgen vereinfacht.

wir essen zurzeit da es möglich ist, morgens zu dritt, mittags zu dritt und abends alle vier zusammen, mit Ausnahmen am Abend. Aber überwiegend gemeinsam, am WE sofern alle da sind sitzen wir am Nachmittag auch zusammen.

Auch gibt es Rituale, die die Hausarbeit betreffen. Aufgrund der Situation gibt es keinen Plan, aber regelmäßig werden die Zimmer gesaugt, staubgewischt, die Betten bezogen oder die Duschwand mit dem Gummiwischer trockengewischt.

gemeinsam gelesen, früher mehr - heute weniger

Zeitung wird gelesen, auch von den Kindern zunehmend

Tagesschau, wenn es am Abend in den Zeitplan passt, gemeinsam angeschaut

regelmäßig mit allen Kindern etwas gemeinsam machen - Freizeit, Kochen, Garten........

mit den großen regelmäßig telefoniert und wir nehmen am Geschehen der anderen durch erzählen teil, dieser Anspruch geht von den Großen aus, was ich sehr schön finde.

und und und

all das sind für mich Rituale, die durch ihre Häufigkeit und Regelmäßigkeit den Alltag und den Umgang miteinander erleichtern.

In manchen Familien erlebe ich, dass jeder sein Ding macht und ich nicht erkennen kann, warum sich die Gruppe Familie nennt. Einzig die Geburt macht aus einer Familie keine Familie.

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FrMüllerSchulz

unregistriert

4

Dienstag, 5. Juli 2011, 11:51

@pandora & Moni
Vielen Dank für die schönen Ideen!

Mir sind noch zwei (ostfriesische) Familientraditionen eingefallen (ja - ich bekenne mich ...ich bin Ostfriesin! 8) )

Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Sylvester werden in unserer Familie sog. "Knappkauksches" (Neujahrskuchen) gebacken. Das sind sehr dünne, aufgerollte knusprige Waffeln mit Anis gewürzt. Hmmm...lecker! es werden große Keksdosen damit befüllt und jeden Tag zum Tee Knappkauksches gegessen... Früher saß meine Mutter immer einen gesamten Nachmittag in der Küche und backte... Ich leistete ihr immer Gesellschaft und ich verbinde mit diesem Ritual bis heute Geborgenheit und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.

Meine Oma machte jeden Nachmittag um 15 Uhr den Tee. Selbstredend mit Sahne und Kluntje. Hierzu trafen sich die Familienmitglieder (sie hatten 9 Kinder und jede Menge Enkel...), die Zeit hatten und vor Ort waren, in deren Küche zusammen, um etwa eine halbe bis eine Stunde beisammenzusitzen und die neusten Neuigkeiten, Tratsch und Ratsch auzutauschen (in Ostfriesland nennt man das "Klönen"). Jeder, der in die Küche eintrat, fragte: "Is Tee all kloar?" Am Wochenende war die Bude immer voll... :D Eine herrliche Tradition, an die ich wunderbare Erinnerungen habe.

Heute zelebriere ich dieses Ritual mit Junior immer noch in etwas abgeänderter Form: Am Nachmittag - wenn wir denn zu Hause sind - gibt es einen großen Obstteller und paar Naschereien und für die Erwachsenen Tee oder Kaffee. Oft haben wir nur für diesen Anlass Freunde zu Besuch... :) In den dunkleren Jahreszeiten brennt dabei immer eine Kerze.

In unserer Kleinstfamilie haben wir bislang folgende Rituale:

Da Junior aus mir unerfindlichen Gründen den Sandmann nicht (mehr) ansehen mag, darf er vor dem Zubettgehen zwei Folgen "Der kleine Maulwurf" gucken (ca. 10 Min.). Zuvor wird gemeinsam Abendbrot gegessen, Junior putzt sich die Zähne und wäscht sich (mit Hilfe). Danach gehts ins Bett und es werden noch zwei Sandmann-Geschichten vorgelesen (wunderbares Buch: Sandmännchens Geschichtenbuch).

Grundsätzlich wird bei uns immer gemeinsam am Tisch gegessen - nicht mehr in jeder Familie eine Selbstverständlichkeit.

Zum Karneval wird ein Kostum für Junior selbst hergestellt. Junior beteiligt sich daran, so gut er eben kann...

Zu Ostern werden Eier ausgeblasen und angemalt. Ein Osterstrauß wird aufgestellt, das Osterfeuer besucht und natürlich Ostereier im Garten gesucht!

Jedes Jahr beteiligen wir uns gemeinsam mit Freunden am Laternenlauf - mit selbstgebastelter Laterne...

Es werden regelmäßig Bilder und Fotos an Oma & Opa, Oma, Papa, etc. verschickt.

Jeden Sonntag telefonieren wir mit Oma & Opa, sonst fehlt uns etwas. Mittlerweile sogar per Skype... ;)

Natürlich gibt es bei uns auch den selbstbestückten Adventskalender.

Heiligabend gehen wir gemeinsam mit Papa und deren Freundin in die Kirche (weil ich die Atmosphäre so mag und wir das als Kinder schon machten), essen gemeinsam Würstchen mit Kartoffelsalat und danach gibts Bescherung und gemütliches Beisammensitzen, Geschichtenerzählen, Spiele,... etc.

Bei den Umgangswochenenden lassen wir uns - wenn es möglich ist - Zeit und derjenige, der Junior bringt, trinkt noch gemeinsam mit dem anderen Elternteil einen Kaffee. Es werden Neuigkeiten ausgetauscht und sich unterhalten. Grundsätzlich wird der andere Elternteil immer über den Verlauf des Aufenthaltes informiert (wir telefonieren regelmäßig miteinander) und Fragen gemeinsam geklärt.

Welche Rituale/Traditionen lebt Ihr in Euren Familien?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »FrMüllerSchulz« (5. Juli 2011, 12:29)


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Moni42

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5

Mittwoch, 6. Juli 2011, 07:08

Mir fällt noch etwas ein

Wir telefonieren nicht beim Essen, dass heißt außer in wirklich brisanten Zeiten gehen wir in der Zeit nicht ans Telefon. Auch läuft der Fernseher dabei nicht!

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lenopa

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Wohnort: Bad Segeberg

6

Mittwoch, 6. Juli 2011, 20:01

Rituale

Bei meinem Kleinen und mir, bevor wir anfangen zu essen, wird Folgendes gesagt und dabei halten wir Händchen: "Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb, guten Appetit".
Beim Abendbrot unterhalten wir uns über alles was uns in den Sinn kommt, auch bei allen anderen Mahlzeiten. (War in meiner Kindheit anders, ich musste still beim Essen sein).
Bevor er ins Bett geht, darf er sich 3 kleine Autos aussuchen, die in seinem Bett "schlafen" dürfen.
lenopa :)

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Moni42

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7

Donnerstag, 7. Juli 2011, 14:09

Mir fiel heute etwas ein, was auch zu den Ritualen gehört.
Geschenke.......
Von klein an gab es für Großeltern und Paten ein Geschenk zu Weihnachten, was mit dem Kindern gebastelt wurde. Immer etwas woran sie altersgemäß beteiligt wurden. Wir fertigten es schon einige Wochen vorher in verschiedenen Variationen an.

Die Kinder lernten, dass sie mit ihrem Mitteln Geschenke machen konnten, die teilweise noch heute Freude bereiten.

Vater und Muttertag wurde begannen, in dem die Kinder den Tisch besonders deckten, Blumen pflückten und aus der GS ein gebasteltes Geschenk mitbrachten.
Später bekam ich z.B. ein Gedicht, eine Kollage, eine Hilfegutschein trotz ihrer Pflichten.....

Selber bekamen sie Geschenke, die im Rahmen blieben und mal gewünscht, aber auch andere die von uns ausgesucht waren und andere gab es gar nicht.

Der Weihnachtsabend war immer ruhig und vor allem standen die Geschenke nicht im Vordergrund. Diese wurden nach gemeinsam verbrachten Zeit unter dem Baum hergeholt, einzeln und auch einzeln ausgepackt, und bewundert.
In unserer neuen Familie haben wir gemeinsam mit sieben Personen, den Heiligabend verbracht. Und die Großen steuerten es von sich aus, dass das auch wieder so gemacht wurde.
:)

Ich denke, wir alle haben Rituale, die wir nicht als solche sehen, die aber welche sind.

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chrissi81

unregistriert

8

Donnerstag, 7. Juli 2011, 17:52

@lenopa: Wenn Du es mal länger machen willst, der Piep piep piep Spruch ist noch erweiterbar: "Jeder esse was er kann, nur nicht seinen Nebenmann - und wir nehmens ganz genau, auch nicht seine Nebenfrau" :D

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lenopa

Anfänger

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Wohnort: Bad Segeberg

9

Donnerstag, 7. Juli 2011, 20:39

@chrissi81
Vielen Dank! Da wird sich der Kleine freuen... :D
lenopa

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