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och @robeki die haben einen extrem vorteil........................ kannste glauben
 
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von mona84

Jette142

unregistriert

1

Montag, 12. September 2011, 22:34

Pubertätsprobleme

Hallo zusammen,
ich bin Mutter eines 16jährigen Halbstarken, der mich momentan ratlos macht und mir meine Grenzen zeigt:
Als ehemaliges Frühchen hat er körperliche Probleme und Lernschwierigkeiten. Deswegen besuchte er die Lernförderschule. Zu seinem Vater hat er seit 10 Jahren keinen Kontakt, dieser zog es vor, die Trennung auch auf seinen Sohn auszuweiten. Er hat also durchaus keine so einfach Kindheit gehabt. Aber ich habe immer versucht, dass wir ein offenes und ehrliches Verhältnis haben. Wir haben immer viel gelacht. Unser Urlaub im August war fabelhaft, wir haben die Zeit miteinander genossen. Seit letzter Woche geht er nun den nächsten Schritt, eine berufliche Rehamaßnahme zur Berufsorientierung. Und damit fingen die Probleme an:
Er erschien schon an 3 Tage nicht dort, hatte solche Fehlzeiten auch schon in verschiedenen Schulpraktika. Auf Nachfragen macht er grundsätzlich dicht und sagt lediglich, er hätte keine Lust gehabt. An den Fehltagen log er, was das Zeug hält, malte alles in den schillernsten Farben und trampelte auf meinem Vertrauen herum. Ich kann ihm nichts mehr glauben, telefoniere ihm hinterher, frage alles 3x, um zu hören, ob die Geschichte immer gleich ist. Die ganze Situation ist unglaublich belastend und drückt.
Als seine Mutter weiß ich aber auch, dass er schon recht schüchtern ist und sich sehr schwer an neue Umgebungen anpasst und auch lange braucht, um sich irgendwo einzugewöhnen. In der Schule, seiner vertrauten Umgebung, gab es ja auch nie Probleme. Vielleicht ist das ein Grund, oder er wird gehänselt...Er läßt sich darüber nicht aus und ich beiße auf Granit.
Nun ist meine Situation so, dass ich einen sehr langen Arbeitsweg habe und es mir natürlich, wie anderen auch, an der Zeit fehlt. Natürlich würde ich viel lieber meinen Sohn morgens persönlich dort abliefern, um sicherzustellen, dass er da auch ankommt. Mache ich es so, fehlt mir abends die Zeit. Halbtags arbeiten kann ich mir schlichtweg nicht leisten.
Nach regen Telefonkontakt mit den Betreuern in der Rehamaßnahme wurde mir nahegelegt, mich doch ans Jugendamt zu wenden, dass er dort ins Internat mit Intensivbetreuung unterkommt. Die Einrichtung wäre nur 10 Autominuten von Zuhause entfernt, also keine unüberbrückbare Entfernung.
Natürlich werde ich beim Jugendamt vorsprechen, die Möglichkeiten ausloten. Ob ein Internat das Richtige ist, wenn er sowieso mit seiner Angst vor neuen Situationen zu kämpfen hat, bin ich mir überhaupt nicht sicher.
Andererseits gäbe es dort mit den Psychologen vielleicht die Möglichkeit, dass er gestärkt wird und sich solchen Situationen zukünftig besser stellen kann. Das muss er ja, er kann doch nicht immer weglaufen!
Von der Familie hab ich Rückenhalt, sollte es dazu kommen müssen.
Mich würde einfach mal interessieren, ob es hier Leute mit ähnlichen Erfahrungen gibt. Was haltet Ihr von der Situation und der Lösung Internat? Was habe ich übersehen oder-hört?
Vielen Dank für Eure Geduld, das ganze Pamphlet zu lesen ;)
Jette 142

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Moni42

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2

Dienstag, 13. September 2011, 07:07

Hallo,

ich würde mit dem komplexen Problem dringend eine Profi hinzuziehen. Das geringste wäre ambulante Erziehungshilfe was bei euch nötig ist.
Da begleitet ein Profi euch im Alltag und kümmert sich um euch.

Das mit dem Internat ist auch ein Möglichkeit.

Es kann aber auch nicht helfen. Es gibt keine gesicherte Lösung für Probleme. Du musst losgehen und aus dem Bauch heraus das deiner Meinung nach Beste rausholen.

Viel Erfolg.

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(13.09.2011)

feels

Meister

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Wohnort: Leipzig

Beruf: Ingenieur für Technische Gebäudeausrüstung

3

Dienstag, 13. September 2011, 08:52

Hallo Jette,



ich stimme Moni42 vollkommen zu, was die Hilfe eines Profis betrifft. Ist nur so ein Bauchgefühl von mir, aber wenn ich Deine Zeilen so leses, vermute ich, dass die Probleme Deines Sohnes auf weiter zurück liegen? Damit meine ich nicht, dass die Ursachen bei Dir liegen. Du bist in einer Vollzeitstelle beschäftigt und stemmst Alles schon sehr lange Alleine! Logischerweise gibt es dann auch Zeiten, wo man mal weniger Zeit für Aufmerksamkeit an sein Kind hat. Ging und geht mir auch ab und zu so! Für Deinen Sohn könnte das aber schon genügen, um bei ihm Verlustängste auszulösen? Wie Du schreibst, hat sich sein Vater von ihm abgewendet! Das ist für ein Kind grausam! Klar hat er ein schwieriges Alter und auch seine gesundheitlichen Probleme! Hinzukommt die Pubertät! Glaub mir, ich weiß wovon ich rede und in meinem ist es erst losgegangen!

Mich würde interessieren, wie Euer Alltag aussieht? Ist Dein Sohn selbstständig? Traust Du Ihm Dinge zu? Überträgst Du ihm Aufgaben und Verantwortung im Alltag? Wenn ja, wie meistert er diese? Wie sieht die Anerkennung für Gelungenes aus? Wie geht er mit Mißerfolgen um bzw. wie unterstützt Du ihn? Beredet ihr die Alltagsprobleme und auch Alltagserfolge gemeinsam? Achte dabei auf Kleinigkeiten! Dinge, die Du sagst und wie Du sie sagst! Überlege mal, ja? :)



LG der Feels
LG der Feels ;)

"...Es gibt nur einen Grund, warum Menschen nicht haben, was sie wollen: weil sie mehr an das denken, was sie nicht wollen. Achte auf Deine Gedanken, und achte auf die Worte, die Du aussprichst. Die meisten Menschen denken an das, was sie nicht wollen, und wundern sich, warum es ihnen wieder und wieder begegnet."(The Secret-Das Geheimnis)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »feels« (13. September 2011, 09:09)
Grund: Rechtschreibung


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(13.09.2011)

Jette142

unregistriert

4

Dienstag, 13. September 2011, 22:32

Hallo,
Danke für Eure Antworten!
Ja, ich weiß, dass seine Probleme Ursachen haben. Seine Frühgeburt hat wesentlich dazu beigetragen. Das erste Jahr seines Lebens hat fast jeder, der an sein Bettchen kam, ihm weh getan. Spritzen, Schläuche in Mund und Nase, Sensoren fest ums Beinchen gewickelt, Inhalationsmasken und Physiotherapie, bei der er schreien mußte, damit die Lunge gut belüftet wird. Und auch Zuhause mußten wir das Programm weiter durchziehen. Dass er da menschenscheu wird, liegt ja förmlich auf der Hand. Heute weiß ich, dass es dafür speziell ausgebildete Psychologen gibt. Damals hatte mir das niemand gesagt. Ich hatte mich nur immer gefragt, warum er nicht so ein "Kuschelkind" ist, das sich einfach mal in den Arm nehmen läßt. Das wollte er nur selten mal.
Von der Enttäuschung mit seinem Vater...er ist einfach nur wütend. Ansprechen sollte ich ihn darauf nicht, das vermeide ich tunlichst, weil seine Aggessionen dann zusehends aufsteigen. Erwähnt wird er nur, wenn es sich wirklich nicht vermeiden läßt.
Unser Alltag...ich hatte immer das Gefühl, dass es gut läuft. Sicher habe ich ihn verwöhnt, hätte hier und da mal strenger und dominanter sein sollen. Aber er ist ja mein Einziger... :love:
Aber auf ihn war immer Verlaß, er ist pünktlich, wenn man einen Zettel schreibt, erledigt er auch seine kleinen Haushaltsaufgaben. Als ich nach einem Unfall schwer krank Zuhause vor mich hinvegetierte, war er der Mann im Haus, erledigte kleine Aufträge, holte Essen und und und. Er ist selbstständig, manchmal bissel langsam und schusselig, aber er kommt klar. Z.B. den innerstädtischen Nahverkehr kennt er perfekt.
Wir haben klare Regeln bei uns. Zu spät kommen gibt es nicht, das gemeinsame Abendessen steht ganz oben und das ist unsere Zeit, in der wir über den Tag reden, rumflachsen. Er ist eigentlich auch recht gesprächig, erzählt von seinen Freunden, seiner "Bekannten" :D . Vor wenigen Tagen ist einer seiner ehemaligen Schulkameraden verstorben, auch darüber konnten wir reden. Gerade da dachte ich, dass er sich zurückzieht.
Er hält alle Stücke auf seine Tante, meine Schwester. Wenn er über irgendwas mit mir nicht reden kann oder will, ruft meine Schwester ihn mal an, wenn ich nicht da bin. Das war immer Plan B. Aber beim Thema Schwänzen hat auch sie auf Granit gebissen.
Heute morgen habe ich mit der Psychologin seiner Einrichtung gesprochen. Mein Sohn ist offensichtlich nicht der Einzige, der sich mit dem Eingewöhnen so schwer tut. Die Dame war nicht glücklich, dass der Bildungsträger ein völlig neues Konzept entwickelt hat und nun alle Neuzugänge jede Woche in einem anderen Arbeitsbereich, in immer neu zusammengewürfelten Gruppen irgendwelche Tests machen müssen. Erst nächsten Monat kommen sie dann in ihre eigentliche Konstellation, die dann auch bleibt.
Heute hatte er einen recht erfolgreichen Tag, hat Kekse gebacken und ich merkte ihm seine innere Erleichterung an. Und ein bisschen Stolz, dass er es geschafft hat. Und ich hab ihm gesagt, dass ich stolz darauf bin, dass er heute so stark war.
Nun neige ich ja wieder zu hoffnungslosen Optimismus, dass jetzt alles gut wird.
Aber noch traue ich dem Braten nicht und werde ihn jeden Morgen persönlich in die treuen Hände der Betreuerin übergeben. Er muß mir jetzt erstmal zeigen, dass es keine Eintagsfliege war und sich ein Bisschen von dem Vertrauen, dass der durch seine Lügerei verspielt hat, zurückgewinnen.
Einen schönen Abend und viele Grüße
Jette142

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