Guten Morgen zusammen.
Mich beschäftigt schon lange ein Thema im Bezug auf unserern elterlichen Umgang mit unseren Kindern: der Respekt.
Vielfach von uns Erwachsenen von unseren Kindern eingefordert, vielfach unseren Kindern gegenüber nicht gelebt. Wir Eltern erwarten, dass unsere Kinder uns gehorchen, unsere Erziehungsgrundsätze umsetzen. Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Offenheit, etc. Aber wie sieht es damit bei uns selber aus? Ich stelle immer wieder fest, dass es da ganz schöne Defizite bei uns Erwachsenen gibt! " Stell dich nicht so an!", "Mach schon!", und der für mich schlimmste Satz: "Du bist genau wie dein Vater/deine Mutter!" Gerade bei uns AE höchst brisant. Denn oft haben wir uns ja nicht im Guten getrennt. Unsere Kinder haben das erlebt. Und auf einmal werden sie also mit einem Menschen verglichen, der nicht so toll sein soll?! Was löst das bei einem Kind wohl auf Dauer aus. Das Selbstwertgefühl wird empfindlich verletzt, vielleicht auch, wenn diese negativen Vergleiche dauerhaft passieren, demontiert.
Wir alle haben in der Regel unseren Partner einmal geliebt, mit ihm zusammen eine Familie geplant. Warum also nicht auch mal die guten Seiten, die jeder Mensch hat, anführen? Mein Sohn gleicht seinem Vater in vielem. Alleine sein Aussehen weckt Erinnerungen. Ich habe seit der Trennung viel Stress mit dem KV- aber trotzdem möchte ich meinen Kindern vermitteln, dass ihr Vater und ich uns auch mal besser verstanden haben. Dann ist es für sie doch leichter, mit der aktuellen Situation umzugehen. Denn das man sich auch streiten kann, haben sie ja mit ihren Freunden schon selber durchlebt. Auch, dass man manchmal nicht mehr zusammenkommt, nach einem Streit.
Auch negative "Spitznamen" finde ich fragwürdig. Wenn ich von meiner pubertierenden Tochter nur als "Zicke" spreche, dann werte ich sie ab. Wenn mein heranwachsender Sohn nur "der Rambo" ist, überträgt sich das auch auf unseren täglichen Umgang. Kinder brauchen Luft zum Atmen, Freiheiten, um ihre Kräfte zu erproben und Grenzen, um sich zurückziehen und auftanken zu können. Respekt bedeutet auch, höflich zu sein, den Fernseher aus zu lassen, wenn im Wohnzimmer Besuch ist. Nicht rumzubrüllen, wenn sich jemand zum Schlafen zurückgezogen hat, usw. Respekt bedeutet eben, die Kurzen mit der gleichen Ernsthaftigkeit wahrzunehmen, mit der man selber wahrgenommen werden will.
Und dafür braucht niemand erst zu studieren, Erziehungswissenschaftler oder Lehrer oder ähnliches werden. Dafür sollten wir alle uns einfach daran erinnern, das Kinder nur das spiegeln können, was ihnen vorgelebt wird.
pandora