der Regelleistung unwahrscheinlich macht:
Es würde auffallen, dass immer mehr Arbeitende
und Rentner unter diese Armutsgrenze rutschen.
Hallo Anna,
da muß ich diesem User uneingeschränkt aus meiner Sicht recht geben.
Mal Zahlen aus der Realität:
Ein Bäcker, mit Ausbildung zum Bäcker natürlich, verdiente (zumindest 2003) in Lstkl 1 rund 1200¤ netto.
Brutto reichte es, um Erziehungsgeld auf damalig 47 ¤ runterzuschrauben, und für Wohngeld war die Wohnung zu günstig (logisch hat man sich keine teure gesucht)
Friseure, Elektriker, Handwerker an sich verdienen so viel/wenig, das sie trotz Vollzeitjobs oftmals mit einer kleinen Familien (unverheiratet) ergänzend ALG 2 erhalten würden. Von den Angestellten der Zeitarbeitsfirmen, Putzkolonnen etc mal ganz zu schweigen.
Und eben dieser Mißstand fördert (leider) auch bei vielen die Haltung: Wieso soll ich für ein paar Kröten mehr im Monat arbeiten gehen?
Ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren....auch kann ich die, mit so einer Haltung "verstehen"....
Und dennoch: Auch ich gehe arbeiten, auch ich erhalte noch ergänzend ALG2.....und ich gönne meiner Tochter die frische Vorzugsmilch vom Bauern, weil sie für sie gesundheitlich besser ist. Auch die Eier werden mir frisch vom Bauern ins Haus geliefert.
Ich gönne auch mir das Internet, das Telefon, und alles explodiert den Regelsatz Wohnen (Reparatur/Instandhaltung), Strom, Gas sind z.B. mit 26,83 /Monat abgegolten.....ich zahle alleine an Strom 55 /pro Monat. Verschwende also an "Luxus"....den ich irgendwo einsparen muß. Ich setze mir da strikt meine Prioritäten. Und das müßte ich auch noch (zugegebenermaßen noch mehr) wenn ich mit dem Vater der kleinen zusammenleben würde.
Ein Mittagessen eines Kindes darf rund 90 cent kosten.....ich zahle in der KiTa aber schon 2,10¤/pro Tag/essen.....ergo: Auch dort lebe ich über meine Verhältnisse.
Ich denke, es ist insgesamt eine schwere Materie, und ich versuche immer beide Seiten zu durchleuchten. Der Staat kann nicht immens geben.....und wenn man keine horrenden Schulden aus Altzeiten noch abzuzahlen hat, ist es sehr wohl möglich, von dem Geld zu leben.
Und: Wie ich oben schon schrieb:
Kinder in der KiTa meiner kleinen werden ausgewogen ernährt....auch bei mir zu Hause gibt es möglichst immer frisch.
Für alleinerziehende z.b. werden Kosten wie das Essen in der KiTa durch den Mehrbedarf (immerhin 124¤ bei kleinen Kindern) abgedeckt werden können. Diesen "Luxus" haben Paare, die von ALG 2 leben, oder einfach nicht verheiratet leben und nur einer Handwerkslohn verdient nicht.
Unter der damaligen Sozialhilfe wurde überhaupt gar nicht so ein Drama gemacht. Die Regelsätze waren deutlich niedriger, aber es gab noch Einmalzahlungen für Kleidung etc., die heute wegfallen, da höherer Regelsatz, dafür muß für einmalausgaben angespart werden.
Ich streite nicht ab, das es schwer ist, von dem wenig monatlichen Geld anzusparen....es verführt ja auch leicht dazu, auszugeben.
Aber Studien wie oben, die sicherlich erschreckend sind....nicht vergessen dabei:
Uns alleinerziehenden ist es dabei noch eher möglich, als Familien, die ergänzend ALG2 erhalten.
Ich will das nicht beschönigen alles.....nur mal klar machen, das es
uns ganz so schlecht nicht geht.
Und versucht mal ein jeder insgeheim für sich umzudenken.
Wie fühlen wir uns wohler?
Morgens aufzustehen, in den Spiegel mißmutig blickend, mit dem Satz:
Ich bin ein armer ALG 2 bezieher, oder aufzustehen, mit dem Satz: Ich beziehe ALG 2, weil es derzeit nicht anders geht, aber trotzdem bin ich wer, kann ich etwas, und bin nicht weniger Wert als andere?
Der Tag verläuft anders...je nachdem, wie man ihn beginnt.
Ist meine Meinung.[addsig]