Verehrter Andreas, liebe/r platschquatsch
Ihnen beiden sei – erstens - gesagt, dass man mit verlogenen Parolen à la "Fördern und Fordern"
nicht ein einziges Problem löst!
Sie schreiben ja selbst: ]
[..] Leider gibt es tatsächlich nicht genügend bezahlbare Arbeit. [...]
Daraus ergibt sich – zwingend logisch (!) -, dass HARTZ IV
ausschließlich dem Zweck dient, Kosten einzusparen.
Völliger Blödsinn sind Sprüche wie (CDU-Genaralsekretär Kauder): „Sozial ist was Arbeit schafft“ bzw. „Arbeit gibt es genug, sie ist nur zu teuer“
Wer so redet, wer fordert, dass Menschen für weniger als 5 Euro Stundenlohn arbeiten sollen,
für den zahlt die Menschenwürde (siehe unser Grundgesetz: Artikel 1) NICHTS.
Dann allerdings ist es nicht mehr weit bis zur SKLAVEREI.
Sofern Sie beide nicht die Sklaverei wieder eingeführt haben wollen – und Sie können sicher sein: Sie beide (!) und Ihre Kinder würden dann zu den Sklaven gehören –, sollten Sie sich VEHMENT für einen (Mindest)Lohn einsetzen, von dem – zumindest – ein/e Alleinstehende/r leben kann, und zwar: OHNE staatliche Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen!
Die Forderung nach einem menschenwürdiges Leben beinhaltet:
<center>
Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können </center>
Zum Zweiten sollte Ihnen klar sein, dass erst ein umfassende und zutreffende Diagnose zu richtigen Lösungen führen kann.
Wenn Sie die Begriffe
„Digitale Revolution“ und „Soziale Frage“ in einer Suchmaschine wie http://www.google.de/advanced_search?hl=de eingeben, dann werden Sie ein CDA-Papier finden (keine Sorge, das ist nicht meine Partei: mein Herz schlägt links), in dem in einem kleinen Textabschnitt – sinngemäß – Folgendes steht:
In Anlehnung an den Begiff
„Industrielle Revolution“ (darunter versteht man bekanntlich den Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft, plakativ gesprochen: vom Ackerbau zum Autobau) wurde bzw. wird für den
gegenwärtigen gesellschaftlichen Umbruch von der Industriegesellschaft zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft allgemein die Bezeichnung
„Digitale Revolution“ verwendet.
Wir stehen vor der Aufgabe, Lösungen zu finden für die „Soziale Frage“ der „Digitalen Revolution“.
So weit, wo gut. - Man müsste nur noch Gelerntes anwenden ...
Wenn Sie sich im Geschichtsbuch (oder im Web) das Kapitel „Industrielle Revolution“ und Soziale Frage“ noch einmal durchlesen, dann werden Sie – vielleicht - überrascht sein:
Viele Probleme, die den damaligen Gesellschaftsumbruch begleiteten, haben wir auch heute.
Wir könnten also aus der Geschichte lernen:
1. Die Soziale Frage der Industriellen Revolution wurde durch die Sozialgesetzgebung (Otto von Bismarck) gelöst.
2. Zur Lösung der damaligen sozialen Probleme führte nicht der Abbau von Sozialstandards, sondern die gesetzliche Normierung von Mindeststandards.
Unsere Politiker tun also im Moment genau das Gegenteil von dem, was notwendig wäre!
Hinzu kommt ein weiteres Problem (Klimawandel). Aus Zeitgründen (und weil es darüber hinaus auch nicht zum eigentlichen Thema dieses Threads gehört) an dieser Stelle lediglich 2 Hyperlinks zu entsprechenden Diskussionen im
<center> tazdiss-Forum
das forum zur forenlosen taz
entwicklung der demokratie im allgemeinen - kritik der taz im besonderen </center>
Diskussion / Thread
Keine Panik! 5 Millionen Arbeitslose erinnern lediglich an einen Dauerzustand ..
http://forum.myphorum.de/read.php?f=1236…24&t=17024&nr=1
Diskussion / Thread
Wirtschaftswachstum - D A S Zaubermittel gegen die Massenarbeitslosigkeit???
http://forum.myphorum.de/list.php?f=12366&t=6343&a=2
bzw.
http://forum.myphorum.de/read.php?f=12366&i=5803&t=5803
<hr>
Aus dem Thread
Keine Panik! 5 Millionen Arbeitslose erinnern lediglich an einen Dauerzustand ..
der
Diskussionsbeitrag
Kriterien zur Prüfung von Lösungskonzepten (Alternativen)
http://forum.myphorum.de/read.php?f=12366&i=17197&t=17024
Autor: Sandra Burger - Datum: 08.02.2005 01:47
patric k schrieb:
ich geb Dir ja recht, daß diese Entwicklung risikobehaftet ist - sehe aber wirklich keine ernsthafte Alternative. Siehst Du eine?
Der Wettbewerb wird sich weiter fortsetzen, auch mit negativen Auswirkungen.
Hallo patric,
es ist schlicht unwahr, daß es zum neoliberalen Kurs keine Alternativen (Konzepte) gäbe, wenngleich die - aufgrund freiwilliger (oder aufgrund ökonomischer Zwänge?) „Gleichschaltung“ – äußerst einseitige Medienberichterstattung hier im Lande und auch anderswo nur allzu gern diesen Eindruck erwecken will.
Vgl. nur die Kritik von Peter Grottian:
http://forum.myphorum.de/read.php?f=12366&i=17182&t=17182
Und ob & gegebenenfalls warum das eine oder das andere Konzept die „richtige“ Alternative ist, das würde ich als mündiger Bürger schon gern selbst beurteilen wollen.
Ich persönlich lasse mir nur ungern „unterjubeln“, es gäbe keine „ernsthaften“ Alternativen, wenn ich nicht einmal die Kriterien kenne, aus denen sich diese Beurteilung – zwingend logisch (!) ergibt.
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Ein Prüf-Schema könnte folgendermaßen aussehen [ohne Anspruch auf Vollständigkeit:]
(Wenn hier HTML-Code zugelassen wäre, hätte ich versucht, dies in Form einer Tabelle zu bringen.)
Problem Nr.1: Digitale Revolution/Soziale Frage (Globalisierung/Massenarbeitslosigkeit)
Problem Nr. 2: Klimawandel
Problematische Parameter:
I )Staatsverschuldung /“Generationenkonflikt“
II) demographische Entwicklung
Lösungswege (Alternativen) (jeweils Maßnahmen im Einzelnen)
Folgen bzw. Auswirkungen differenziert nach
a) betriebswirtschaftlicher Ebene / regional
b) volkswirtschaftlicher Ebene / national
c) globaler Ebene / international
ggf. Differenzierung in kurzfristige/mittelfristige/langfristige Auswirkungen
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Mithilfe eines derartigen Schemas kann man die diversen Alternativen (Szenarien) „durchspielen“ und sachlich (und vor allem: ideologiefrei) bewerten.
Die – neoliberale - Forderung, zur Lösung des Problems ‚Massenarbeitslosigkeit’ das Wirtschaftswachstum durch Senkung der Unternehmenssteuern, durch Senkung der Lohnnebenkosten, etc. pp. kräftig anzukurbeln (außer einer Gewinnsteigerung für die Industrie haben all diese Maßnahmen bisher NICHTS gebracht), ist hiernach – wie die Prüfung zeigt – jedenfalls KEINE ernstzunehmende Lösung, schlimmer noch: langfristig wird dadurch das Problem Nr. 2 (Klimawandel) verschärft.
Für die kommenden Generationen mag die Staatsverschuldung ein Problem sein, ein Riesenproblem sogar, der Klimawandel jedoch ist – im Vergleich dazu – eine Katastrophe.
Das war hier im tazdiss bereits Diskussionsthema (vgl. den Thread: Wirtschaftswachstum - D A S Zaubermittel gegen die Massenarbeitslosigkeit???
http://forum.myphorum.de/list.php?f=12366&t=6343&a=2 bzw.
http://forum.myphorum.de/read.php?f=12366&i=5803&t=5803
Zu dieser Thematik vor einigen Tagen in der taz:
"Da tickt eine ökologische Zeitbombe"
http://www.taz.de/pt/2005/01/28/a0224.nf/text
Eine internationale Task Force legt konkrete Zahlen für den Klimaschutz vor. Das Besondere: Beteiligt waren diesmal auch Klimaschutzbremser
Unser Planet wird wärmer. Diese Tatsache können auch Kioto-Gegner aus den USA und Australien nicht leugnen. Worin jedoch die Ursachen dafür liegen und wie und vor allem wann konkret zu handeln ist, an diesen Fragen schieden sich bisher die Geister. Eine internationale Studie unter dem Titel "Der Klimaherausforderung begegnen" (Meeting the climate challenge), die der taz vorliegt, legt erstmals ein konkretes Zeitfenster und Grenzwerte fest, die die Folgen des Klimawandels bändigen sollen. Mitgearbeitet haben daran Wissenschaftler, Politiker und Nichtregierungsorganisationen - aus Ländern, die das Kioto-Protokoll ratifiziert haben, ebenso wie aus Ländern, die es ablehnen. Koordiniert wurden die Beratungen von drei wissenschaftlichen Instituten aus Großbritannien, den USA und Australien.
Wenn Kohlendioxid (CO2) und andere Treibhausgase weiterhin in den bisherigen Mengen ausgestoßen werden, ist der Klimakollaps bereits in rund zehn Jahren unaufhaltsam vorbestimmt. Zu dieser gewagten These kam der Vorsitzende der internationalen Klimawandel-Task-Force, der britische Labour-Abgeordnete Stephen Byers, in seiner Abschlusserklärung in London.
[...]
Die Task-Force stützt ihre Berechnungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach eine Korrelation zwischen der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre und der Erderwärmung angenommen werden kann. 2 Grad legt das Gremium als kritische Obergrenze für den Anstieg der durchschnittlichen Welttemperatur ab Beginn der Industrialisierung fest - um 0,8 Grad wärmer als damals ist es schon heute.
Wird die 2-Grad-Grenze überschritten, befürchten die Klimaexperten übereinstimmend eine signifikante Steigerung der Lebensrisiken durch Naturkatastrophen, Ernteausfälle und Wasserknappheit. Eine CO2-Konzentration von 400 ppm (parts per million), so konstatiert die Klimastudie, wird unvermeidlich zu einer Erwärmung um die 2 Grad führen - wenn auch mit Zeitverzögerungen. Mit einem momentanen jährlichen Anstieg von 2 ppm und einer aktuellen Konzentration von 378 ppm wäre diese Grenze bereits in zehn Jahren erreicht. "Da tickt eine ökologische Zeitbombe", sagte Byers.
[...]
taz Nr. 7576 vom 28.1.2005, Seite 18, 132 Zeilen (TAZ-Bericht), JOCHEN SETZER
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zahl der woche
Die Spitze des Eisbergs schmilzt
http://www.taz.de/pt/2005/01/29/a0147.nf/text
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brennpunkt 2
"Wachstum wird gegen Nachhaltigkeit ausgespielt"
http://www.taz.de/pt/2005/02/03/a0159.nf/text
Vielleicht sollten wir alle hier einmal gemeinsam ein tabellarisches Prüf-Schema erarbeiten und anschließend die diversen Alternativ-Konzepte anhand dieses Schemas bewerten.
Liebe Grüße:
san.draB@web.de
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