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von mona84

Zwergenmama

Anfänger

Beiträge:

1

Mittwoch, 10. Mai 2006, 22:52

Ich kann nicht mehr

Ich habe mich vor einem Jahr von meinem demnächst Ex-Mann getrennt und war von heute auf morgen alleinerziehende Mutter eines 2-Jährigen. In meinen alten Job konnte ich nicht zurück, weil ich keine Betreuung für mein Kind gefunden habe.
Was macht die Frau von heute? Kündigen und aufgeben?? Nein, ich habe es mit einer ICH-AG versucht.
Leider bin ich auch dort wieder gescheitert. Als Selbstständige kann ich mir meine Arbeitszeiten zwar einteilen, aber was bringt die beste Einteilung, wenn ich mein Kind nicht unterbringen kann. Ich habe hier niemanden, der einspringen kann; keine Familie, keine wirklichen Freunde, keine netten Nachbarn.
Nach einem Jahr saß ich dann also wieder beim Amt, um meinen Restanspruch ALG 1 zu beantragen. Kommentar des Sachbearbeiters: "War ja klar, daß sie als Alleinerziehende nicht durchhalten."
Ich kann mich sehr gut beherschen und strafe derartige "Menschen" mit der entsprechenden Ignoranz.

Nun sieht meine Situation so aus:
Alleinerziehend, 33 Jahre alt, Vollzeitbetreuung meines Sohnes bis Febr. 2007.
Ich bin gelernte Zahntechnikerin, damals arbeitslos geworden und aus Not in den Einzelhandel gegangen. Habe mich in sehr kurzer Zeit hoch gearbeitet und war zum Schluß als stellv. Filialleitung angedacht. Dann schwanger, Kind, Trennung, keine Betreuungsmöglichkeit, Kündigung.

Weil ich seit 8 Jahren aus meinem Ausbildungsberuf raus bin, gelte ich als Ungelernte- keiner will mich, weil ich unterqualifiziert bin.
Weil ich in einer entsprechenden Position gearbeitet habe, will mich aber auch keiner- überqualifiziert, will dem Chef angeblich am Stuhl sägen.
Ich bin zu jung, könnte noch ein Kind wollen- abgelehnt.
Ich bin zu alt und somit zu unflexibel in meinen Möglichkeiten- abgelehnt.
Ich habe ein Kind, bin natürlich generell krank, unpünktlich und habe anscheinend laut Arbeitgeber sämtliche Gehirnzellen in der Schwangerschaft verloren- werde ausschliesslich auf mein Kind reduziert- abgelehnt.

Jetzt habe ich mich seit Febr. 73 Mal beworben- wenn überhaupt Antworten, dann nur Absagen aus oben erwähnten Gründen.

Es ist ehrlich gesagt auch nahezu ausgeschlossen, daß ich zumindest momentan eine Anstellung im EH finden werde. Auf Grund der KiTa-Betreuung bin ich nicht flexibel einsetzbar, kann keine Überstunden machen und auch nicht am WE arbeiten.
Dies habe ich auch meiner "Vermittlerin" gesagt und sie gebeten, mit mir einen anderen Weg zu suchen. Aber Mausi geht stur nach Plan- bloß keine Eigeninitiative zeigen.

Jetzt mußte ich, wie Alle, eine Vereinbarung unterschreiben, daß ich mich auch auf Praktika bewerbe und mich bei Personalvermittlern und Zeitarbeitfirmen vorstelle.
Habe ich auch getan, aber die wollen mich auch nicht. Als Zahntechnikerin nicht mehr vermittelbar, als Kundenberaterin im EH zu unflexibel und für Praktika zu alt. Habe mich sogar schon für eine Ausbildung beworben- zu alt. Man müsse seine Verantwortung der heutigen Jugend gegenüber wahrnehmen. Und was ist mit der Verantwortung Deutscher Arbeitgeber Alleinerziehenden gegenüber? Ich meine nicht die, die ihr Kind als Ausrede nutzen, um nicht arbeiten zu müssen. Wir alle wissen, daß es diese Spinner gibt. Ich erziehe einen demnächst (hoffentlich) erwerbstätigen Steuerzahler und erhalte dafür einen Arschtritt nach dem anderen.

WO SOLL ICH DENN HIN ?????
:-( [addsig]

Minniemaus29

unregistriert

2

Mittwoch, 10. Mai 2006, 23:33

RE: Ich kann nicht mehr

Hallo Zwergenmama,

zur Zeit und in deinen Augen vielleicht eine sehr besch...(eidene) Situation...., aber wenn für dich im Augenblick nichts zu bekommen ist, dann versuche mit der Situation zu leben....und genieße die Zeit mit deinem "Zwerg", denn sie wird nicht wiederkommen....ich weiß wie es ist wenn man viel lieber etwas arbeiten möchte, aber niemand will einen ......also in die Hände gespuckt und wieder das Gehirn in Denkstellung bringen und versuchen die creativen Gedanken kreisen zu lassen.....- Welche Möglichkeiten bleiben einem, wenn man "ans Kind gebunden" ist?

Für mich wären da ganz klar Jobs wie Tagesmutter, Kindersitterin oder Verkaufsagent für die eine Auktionsgruppe eine Alternative.....
Baue dir vielleicht durch caritative Einrichtungen (z.B.Mutter-Kind-Gruppen) ein neues Netzwerk auf das du kommunikativ zurückgreifen kannst....auch Vitamin B genannt....
Irgendwann wird die Zeit bis Febr. 2007 ruckzuck vergangen sein...und die Welt sieht dann wieder "sonniger" aus....

Wenn ich an meine Mu-Ki-Gruppenzeit zurückdenke....irgendwie war sie auch schön, auch wenn ich gerade da gerne wieder gearbeitet hätte.

LG und noch nen schönen Abend

Minniemaus[addsig]

Gast

unregistriert

3

Mittwoch, 10. Mai 2006, 23:46

RE: Ich kann nicht mehr

Ich habe schon daran gedacht, als Tagesmutter zu arbeiten. Damit würde ich aber meinen 8-Std-KiTaGutschein verlieren. Dies würde dann leider auch bedeuten, daß ich den KiTa-Platz vom Zwerg verliere. Und ich kann und will ihm in diesem Chaos nicht auch noch diesen drastischen Einschnitt zumuten.

Manchmal glaube ich, daß er mich anschaut und aus Verzweiflung über diese ganze Scheiße nicht einmal mehr weinen kann. In letzter Zeit schlägt er nur noch, schreit rum, spuckt und ist totunglücklich. Ich arbeite eng mit Beratungsstellen zusammen, aber daß bringt nichts, wenn ich das Kind in der Woche aufbaue, damit es am Papa-WE dann wieder untergeht.

Das erste Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl nicht mehr weiter zu kommen. Und die Tatsache, daß ich mein Kind dabei verliere, bringt mich fast um.

Gast

unregistriert

4

Donnerstag, 11. Mai 2006, 00:00

RE: Ich kann nicht mehr

Hallo Zwergenmama,

ich kann Deine Wut gut verstehen, da Du keinen Ausweg siehst.
Aber ich frage mich gerade, wieso Du Dich selber so unter Druck setzt?
Dein Noch Mann muß auch Dir Unterhalt zahlen.
Vorausgesetzt natürlich, er verdient genug.
Wenn nicht, hättest Du zumindest bis zum 3. Lebensjahr des kleinen Wurms Anspruch auf Hartz 4.......ohne arbeiten zu müssen, geschweige denn, sich unter Druck zu setzen.

Nimm doch mal an, Du würdest Hartz4 beziehen, und bis Februar könntest Du ohne Druck von irgenwoher überlegen und suchen. Das würde das ganze für Dich doch entspannen.

Wenn Dein Noch genug verdient, um auch für Dich zahlen zu können, sogar noch länger als 3. Lebensjahr.

Ich bin grundsätzlich gegen ....nichts versuchen , oder Ex ausnehmen.....aber bei 2 jährigen Kindern ist doch wirklich alles noch sehr schwierig.

Wieso hast Du Angst, Dein Kind zu verlieren?

Also wenn ich nun mal so mein Bauchgefühl reden lasse:
Melde Dich beim Arbeitsamt, als nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende.....und beantrage Hartz4 , oder halt Unterhalt.

Und dann geniesse die Zeit mit dem kleinen Zwerg noch eine Weile, und schaue Dich, ohne Druck, um etwas um, das Du dann ab Februar durchstarten kannst.

In welchem Bereich auch immer, da sind AE´s doch recht flexibel ;-) [addsig]

Gast

unregistriert

5

Donnerstag, 11. Mai 2006, 01:37

RE: Ich kann nicht mehr

Um Zwergenmama besser zu verstehen solltet ihr ihre letzten Beiträge lesen. Ihre Wohnung überteuert , Unterhalt usw. aber sie wollte es ja schaffen mit der Selbstständigkeit usw.
Und Zwergenmama, bei den Großen im Einzelhandel kommste net mehr ran, da ist ab 32 J. Einstellungsstop habe es grad selbst erfahren müssen.

bantam

Profi

Beiträge: 222

Danksagungen: 258

6

Donnerstag, 11. Mai 2006, 02:10

RE: Ich kann nicht mehr

Hallo Zwergenmama

Deinem Zwerg stehen halt nur 5 Std. im KIGA zu wenn Du nicht arbeitest.
Und auch klar ist das sich Deine Unzufriedenheit auf ihn überträgt und er dadurch so drastisch reagiert. Kenn ich selbst zu genüge.
Das Du Dir dabei als Schuldige vorkommst verschlimmert die Lage extrem.
Du willst etwas dagegen tun und rennst nur gegen Windmühlen...und alles wird noch schlimmer, dazu hängt Dir das Amt im Nacken.
Lass Deinen Zwerg auf die genehmigten Std. im Kiga reduzieren und genieße die Zeit mit ihm.
Warum machst Du keine Tagesmutter mehr ??? [addsig]

Gast

unregistriert

7

Donnerstag, 11. Mai 2006, 23:17

RE: Ich kann nicht mehr

Mein KiGa nimmt keine 5-Stunden Kinder. Ich müßte Zwerg also rausnehmen, neue KiTa suchen, eingewöhnen... das schaffen wir beide momentan einfach nicht. Außerdem ist dieser 8-Std-Platz mein momentan einziger "Pluspunkt" bei der Arbeitssuche- ich kann sofort anfangen.
Mein Kind ist 3-Jahre alt, ich bin nicht ALG 2 berechtigt, weil ich seit 15 Jahren in Vollzeit ackern gehen. Mittlerweile frage ich mich, wofür.

Mein Ex zahlt uns beiden Unterhalt, aber der reicht vorne und hinten nicht(Miete mit sämtl. Nebenkosten 850 €). Hatte mir gerade eine günstigere Wohnung gesucht und die Arge um Hilfe/zinsloses Darlehen gebeten, um Kaution, doppelte Miete, Renovierung, Umzug, usw finanzieren zu können. Abgelehnt- Arge ist für mich nicht zuständig.

Ich renne gegen Wände und ehrlich gesagt ist es mir zum derzeitigen Zeitpunkt scheißegal, was aus diesem Land wird. Die einzigen Menschen, die auf der ganzen Welt zählen, sind mein Kind und ich.

Zwergenmama :evil:

Minniemaus29

unregistriert

8

Freitag, 12. Mai 2006, 00:11

RE: Ich kann nicht mehr

Hallo Zwergenmama,
wieso solltest du nicht ALGII berechtigt sein, weil du seit 15 Jahren Vollzeitarbeit machst??

Wenn ich das richtig sehe, dann bekommst du im Augenblick noch ALGI, danach folgt erst das ALGII, bzw. ergänzende Sozialhilfe, wenn dein aktuelles Einkommen (inkl. Unterhalt deines Ex)nicht für die Grundsicherung reicht. Wohngeld wäre auch noch möglich, wenn der Wohnraum angemessen ist für euch zwei....

Hast du schon einmal den ALGII-Online-Rechner hier im Forum ausprobiert.....er gibt dir Aufschluss darüber, ob es und was sich lohnt zu beantragen.

Sogar in meiner Tätigkeit als Selbständige habe ich ALGII beantragen können und habe es auch zugesprochen bekommen.....diesem ist jedoch der Antrag auf Wohnungsgeld vorausgegangen...
und ich muss sagen: es lebt sich eigentlich gar nicht schlecht damit, selbst Krankenversicherung, Pflegeversicherung sowie die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung wurden mitübernommen....

LG
die Minniemaus[addsig]

Gast

unregistriert

9

Freitag, 12. Mai 2006, 21:05

RE: Ich kann nicht mehr

Ich erhalte mit allen Einkünftem(ALG 1, KiGeld, Unterhalt) "zu viel", um ALG 2 zu erhalten. Aus diesem Grund ("zu viel") wurde auch mein Antrag auf ein zinsfreies Darlehen für den Umzug abgelehnt. Ich konnte diese günstige Wohnung nicht anmieten, weil ich die Belastung einfach nicht auf einmal tragen kann. Denn wenn ich Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, KiTa, Arzt, usw. bezahlt habe, dann bleibt zu wenig, um davon einen kompletten Umzug zu finanzieren. Und weil ich seit der Trennung immer nur am Hartz 4 Limit gelebt habe, konnte ich auch nichts ansparen.
Der Witz an der Geschichte: Jetzt könnte ich das Darlehen noch zurück zahlen. Im nächsten Jahr sieht das anders aus. Und was mir nicht in den Kopf will- dann MUSS die ARGE zumindest für einen gewissen Zeitraum meine Miete in voller Höhe übernehmen. Und dieses Geld sehen die dann nicht wieder. Also warum nicht reagieren, wenn Möglichkeiten vorhanden sind ?? Warum werde ich mit aller Gewalt und Ignoranz wissentlich mit einem Kleinkind in Hartz 4 und unübersehbaren Schulden gedrängt ???

Als ich gearbeitet habe, habe ich Wohngeld bekommen, als Arbeitssuchende werde ich nun anders berechnet und erhalte kein Wohngeld mehr.

Es geht mir in erster Linie darum, daß ich z.Zt. zielgerichtig in Hartz 4 steuere und jeder guckt zu. AA weiß es ganz genau, hat meine Befürchtung sogar unter der Hand bestätigt. Aber entweder wollen oder können die nicht anders, als stur nach Plan zu gehen.

Zwergenmama

Gast

unregistriert

10

Freitag, 12. Mai 2006, 21:16

RE: Ich kann nicht mehr

Ach ja- Zwerg hat angefangen, meine Tageskinder zu vermöbeln. Die Verantwotung kann ich nicht übernehmen. Das Kind muß erst einmal wieder auf die Beine kommen.

Zwergenmama

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