Ich kann nicht mehr
Ich habe mich vor einem Jahr von meinem demnächst Ex-Mann getrennt und war von heute auf morgen alleinerziehende Mutter eines 2-Jährigen. In meinen alten Job konnte ich nicht zurück, weil ich keine Betreuung für mein Kind gefunden habe.
Was macht die Frau von heute? Kündigen und aufgeben?? Nein, ich habe es mit einer ICH-AG versucht.
Leider bin ich auch dort wieder gescheitert. Als Selbstständige kann ich mir meine Arbeitszeiten zwar einteilen, aber was bringt die beste Einteilung, wenn ich mein Kind nicht unterbringen kann. Ich habe hier niemanden, der einspringen kann; keine Familie, keine wirklichen Freunde, keine netten Nachbarn.
Nach einem Jahr saß ich dann also wieder beim Amt, um meinen Restanspruch ALG 1 zu beantragen. Kommentar des Sachbearbeiters: "War ja klar, daß sie als Alleinerziehende nicht durchhalten."
Ich kann mich sehr gut beherschen und strafe derartige "Menschen" mit der entsprechenden Ignoranz.
Nun sieht meine Situation so aus:
Alleinerziehend, 33 Jahre alt, Vollzeitbetreuung meines Sohnes bis Febr. 2007.
Ich bin gelernte Zahntechnikerin, damals arbeitslos geworden und aus Not in den Einzelhandel gegangen. Habe mich in sehr kurzer Zeit hoch gearbeitet und war zum Schluß als stellv. Filialleitung angedacht. Dann schwanger, Kind, Trennung, keine Betreuungsmöglichkeit, Kündigung.
Weil ich seit 8 Jahren aus meinem Ausbildungsberuf raus bin, gelte ich als Ungelernte- keiner will mich, weil ich unterqualifiziert bin.
Weil ich in einer entsprechenden Position gearbeitet habe, will mich aber auch keiner- überqualifiziert, will dem Chef angeblich am Stuhl sägen.
Ich bin zu jung, könnte noch ein Kind wollen- abgelehnt.
Ich bin zu alt und somit zu unflexibel in meinen Möglichkeiten- abgelehnt.
Ich habe ein Kind, bin natürlich generell krank, unpünktlich und habe anscheinend laut Arbeitgeber sämtliche Gehirnzellen in der Schwangerschaft verloren- werde ausschliesslich auf mein Kind reduziert- abgelehnt.
Jetzt habe ich mich seit Febr. 73 Mal beworben- wenn überhaupt Antworten, dann nur Absagen aus oben erwähnten Gründen.
Es ist ehrlich gesagt auch nahezu ausgeschlossen, daß ich zumindest momentan eine Anstellung im EH finden werde. Auf Grund der KiTa-Betreuung bin ich nicht flexibel einsetzbar, kann keine Überstunden machen und auch nicht am WE arbeiten.
Dies habe ich auch meiner "Vermittlerin" gesagt und sie gebeten, mit mir einen anderen Weg zu suchen. Aber Mausi geht stur nach Plan- bloß keine Eigeninitiative zeigen.
Jetzt mußte ich, wie Alle, eine Vereinbarung unterschreiben, daß ich mich auch auf Praktika bewerbe und mich bei Personalvermittlern und Zeitarbeitfirmen vorstelle.
Habe ich auch getan, aber die wollen mich auch nicht. Als Zahntechnikerin nicht mehr vermittelbar, als Kundenberaterin im EH zu unflexibel und für Praktika zu alt. Habe mich sogar schon für eine Ausbildung beworben- zu alt. Man müsse seine Verantwortung der heutigen Jugend gegenüber wahrnehmen. Und was ist mit der Verantwortung Deutscher Arbeitgeber Alleinerziehenden gegenüber? Ich meine nicht die, die ihr Kind als Ausrede nutzen, um nicht arbeiten zu müssen. Wir alle wissen, daß es diese Spinner gibt. Ich erziehe einen demnächst (hoffentlich) erwerbstätigen Steuerzahler und erhalte dafür einen Arschtritt nach dem anderen.
WO SOLL ICH DENN HIN ?????
:-( [addsig]