RE: Fix und fertig
Liebe Marina,
mir geht es ähnlich wie Dir. Ich bin 42 Jahre alt und einen 4jährigen Sohn. Da auch meine Beziehung schon während der Schwangerschaft auseinander ging (war mit meiner Tochter auch 12 Jahre allein - sie ist mittlerweile 19 und gerade dabei ein eigenes Leben aufzubauen) und der Vater sich im wahrsten Sinne auf nimmer Wiedersehen aus dem Staub gemacht hat, stehe ich auch mit allem allein da. Seit mein Sohn 9 Monate ist, gehe ich wieder voll arbeiten und habe ebenfalls Stress pur. Morgens die Hetzerei, um pünktlich in der Firma zu sein, abends, um den Kleinen rechtzeitig wieder abzuholen. Dem Himmel sei Dank, dass ich wenigstens etwas Unterstützung von meinen Eltern bekomme, denn die passen die Woche über nachmittags auf meinen Sohn auf. Das heißt natürlich auch, dass ich die Wochenende nie Zeit zum ausruhen habe, denn da muss ja auch alles im Haushalt gemacht werden, was die Woche über liegen bleibt. Es gibt Wochenenden, die genieße ich mit meinem Kleinen und alles läuft rund. Aber dann gibt es auch ganz schlimme Wochenenden, wo ich spüre, dass ich an meine Grenzen stoße. Da bleibt mir manchmal regelrecht die Luft weg und ich weiß gar nicht mehr recht, was ich machen soll. Am liebsten würde ich weglaufen, aber ich liebe ja mein Kind und würde ihn nie im Stich lassen.
Tja, wir werden wohl mit diesem Schicksal noch eine Weile leben müssen bis unsere Kinder etwas älter werden. Ich versuche die positiven Dinge in meinem Leben zu sehen und auch die Entwicklung meiner Kinder, an denen ich ja maßgeblich beteiligt bin. Ich denke all die Mühe und Arbeit lohnt sich. Ich sehe das an meiner 19jährigen Tochter. Wir haben ein prima Verhältnis. Ich bin sehr stolz auf sie, denn sie ist mit ihren 19 jahren schon fast in der Lage auf eigenen Beinen zu stehen. Momentan sucht sie nach Abschluss ihres Fachabiturs eine Ausbildungsstelle zur Fotografin. Danach möchte sie Museologie studieren. Sie ist eine fröhliche, aufgeweckte, intelligente, junge Frau. Ihren Vater hat sie als sie klein war, kurz kennengelernt, aber nie wirklich mit ihm Kontakt gehabt. Sie sagt heute, dass ihr der Vater nicht gefehlt hat. Ich war ja immer für sie da. So soll es auch bei meinem Sohn sein. Also beiße ich die Zähne zusammen und werde immer wieder aufs Neue versuchen, den harten Alltag zu bewältigen.
Glaube mir! Irgendwann kommt auch Zeit für uns, wo wir all das tun können, wovon wir heute träumen.
Liebe Grüße
Moni :-)