Wer kann mir einen Rat geben?
Hallo,
schon seit einiger Zeit lese ich fleißig bei euch mit. Ich merke Alleinerziehende , egal ob Papa oder Mama, die Probleme sind immer wieder und überall die Gleichen. Das gibt Trost bei der eigenen Alltagsbewältigung mit meinen beiden Rackern.
Nun aber ist in meinem Leben ein Problem aufgetaucht, das ich meine ,nicht ohne Hilfe zu meistern.
Laßt mich euch ganz kurz meine Situation schildern.
Vor sechs Jahren wurde meine Ehe geschieden und ich erhielt das Sorgerecht für meine beiden Mäuse (damals 6 und 2 Jahre alt ) Erspart mir die Story in allen Einzelheiten zu schildern. Fakt ist nur, daß meine Frau uns von heute auf morgen verließ und zu ihrem neuen Freund in den Nachbarort zog.
Anfangs besuchte sie noch ca. sechs mal die Kinder, bis auch dieser Kontakt nach ca. 2 Monaten einschlief, Eines Tages verschwand sie ganz aus unserem Leben.
Nachforschungen ergaben, daß sie wieder verheiratet war (mit einem US-Amerikaner) und mit ihm in die USA ging.
Meine 6jährige litt ganz enorm unter der Trennung von der Mutter. Auf Rat einer Kinderpsychologin , doch den Kinder ein neues Umfeld zu schaffen, (damit die Erinnerungen nicht immer da war), zog ich mit den Kindern in meine Heimatstadt zu meinen Eltern.
Wir bewohnen dort die obere Etage meines Elternhauses und die Große war glücklich bei Oma und Opa zu sein. Sie sagte mal,"Jetzt sind wir wieder eine richtige Familie"
Im Sommer wurde sie eingeschult und da ging das Dilemma los.
Alle Kinder hatten Mama und Papa. Sie machte alle Phasen durch, die ihr euch vorstellen könnt. Auffälliges Verhalten in der Schule, Trotz, Zerstörungswut, Lügen, Diebstahl, es ging sogar soweit, daß sie wochenlang im Bett lag ohne ein Wort zu sprechen.
Natürlich war sie ständig in therapeutischer Behandlung.
Sie hatte das Trauma, daß es ihre Schuld war, daß die Mama weg gegangen war.
Vier ganze Jahre dauerte es, bis meine Tochter endlich wieder ein ganz normales Leben ohne Schuldkomplexe führen konnte.
Ohne die Hilfe meiner Eltern, hätte ich diese Jahre niemals durchstehen können.
In den letzten zwei Jahre sind bei uns endlich " Friede Freude Eierkuchen" eingekehrt, Zwei Jahre ohne Psychologen. Beide Mädchen, inzwischen 12 und 8 Jahre alt, sind gesund und glücklich und alles läuft normal. Inzwischen kann die Große auch ohne Emotionen über ihre Mutter sprechen und hat gelernt mit einer für sie schmerzlichen Situation umzugehen.
Meine 8jährige hatte in dieser Hinsicht nie irgendwelche Probleme.
Nun kommt eine Situation auf mich zu, mit der ich mich völlig überfordert fühle.
Vor vier Wochen kam, nachdem wir fast sechs Jahre kein Lebenszeichen erhalten hatten,ein Brief aus den USA von meiner Geschiedenen .
Der Inhalt in Stichworten: Heimweh, scheiß USA, Fehler gemacht, vermisse Kinder; hat 2jährigen Sohn , der seine Schwestern kennen lernen soll.
Ich soll ihr Geld schicken, damit sie nach Deutschland zurückkehren kann.
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Ihr könnt euch vorstellen, daß mein gesamtes Umfeld Eltern, Freunde, Bekannte und Nachbarn strickt dagegen sind. Noch habe ich nicht mit meiner Ältesten über das Thema gesprochen.
Pure Angst, daß alles wieder von vorn beginnt, Angst um meine Tochter.
Wie oft habe ich gedanklich in den letzten Jahren die Frau verdammt. Warum läßt eine Mutter ihre Kinder einfach zurück ? Sechs Jahre Geburtstag, 6 Jahre Weihnachten, keine Karte, kein Brief, kein Päckchen. (Natürlich auch keinen Unterhalt).
Ich brauche diese Frau nicht mehr! Aber kann ich auch einfach für meine Tochter entscheiden?
Meine Gefühle fahren Achterbahn. Was ist Richtig?????
Ich habe schon bei der Familienberatung angefragt. Habe dort aber für mich keine befriedigende Antwort erhalten. Ihr seht die Situation vielleicht mit anderen Augen und seid nicht so stark involviert , und könnt deshalb auch emotionsloser darüber denken.Vielleicht gibt es auch einige die schon mit der gleichen ( eher unwahrscheinlich) oder wenigstens mit einer ähnlichen Situation konfrontiert wurden. Wie habt ihr sie gemeistert? Wie ist eure Meinung?
Vielleicht gibt es ja ein Patentrezept? Ich allerdings weiß keines!
Manfred
[addsig]