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von mona84

Ruach

Anfänger

Beiträge:

1

Freitag, 9. Januar 2009, 16:33

Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hallo ihr Lieben,
vielleicht habt ihr ja auch schon Erfahrungen und ein paar Ratschläge mit ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssyndrom) und Zwangskrankheit.

Eines vorweg. Meine Tochter lebt nicht bei mir, sondern bei ihrer Mutter. Glücklicherweise sind da alle Ex-Partner-Konflikte ausgeheilt und ich habe einen guten und regen Kontakt zu meiner Süßen. Sie ist ein richtiges Papakind und ich bin sehr stolz auf sie. Zur Mutter kann ich nur sagen, dass sie sich in einer sehr guten und liebevollen Weise um unsere Tochter kümmert – Dies ist also kein Forum, um in irgendeiner Art und Weise mit dem Ex/der Ex abzurechnen. Natürlich ist mir bewusst, dass es häufig die Trennungssituation der Eltern ist, die bei unseren Kindern dann manchmal in Form von seelischen Defiziten ihre negative Auswirkung zeigen. Aber das wisst ihr ja selbst. Kaum einer von uns hat sich das Los der Trennung so ausgesucht – egal ob er/sie das Kind bei sich hat oder der jeweils andere. Es ist einfach so, dass man doch auch immer mit seinem Kind mit leidet.

Meine Tochter (11 J) hat bereits seit 3 Jahren die Diagnose ADS und wird seitdem sowohl medikamentös als auch therapeutisch behandelt. ADS, bzw. ADHS führt bei ihr dazu, dass sie sich nie lange auf etwas (z.B. Schulaufgaben) konzentrieren kann, dass sie dann sehr schnell abgelenkt ist und es für sie eine Qual ist unendlich lange Zeit für die Erledigung einer Aufgabe zu benötigen. Soweit ich da informiert bin besteht in vielen Fällen die Hoffnung, dass es sich um eine Störung handelt die oft dann während der Pubertät langsam aufhört/ausschleicht.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dieser Diagnose und könnt ihr mir dazu etwas sagen?

Und jetzt ist auch noch eine Art von Zwangskrankheit dazu gekommen. Sarah kann nicht mehr gemeinsam mit ihrer Mutter an einem Tisch essen. Sie bildet sich dann ein, dass die Mama so laut schmatzt oder andere Essgeräusche macht (was absolut nicht der Realität entspricht) und fühlt sich davon total gestört. Seit einigen Monaten essen die Beiden nur noch getrennt voneinander. Wie gesagt. Nach meiner Beobachtung ist das Mutter-/Tochterverhältnis ansonsten sehr entspannt und liebevoll. Mit mir und anderen Personen aus ihrem Umfeld hat meine Tochter dieses Problem nicht. Natürlich mache ich mir jetzt große Sorgen um das Wohl meiner Tochter. Ich habe einfach Angst, dass sich da schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen entwickeln können, welche das Leben meiner Tochter dauerhaft beeinträchtigen.

Und das aus folgendem Hintergrund: Bei einer 40-jährigen Bekannten von mir fingen ähnliche Symptome ebenfalls während ihrer Kindheit an. Sie fühlte sich mit 13 Jahren von ihrer Mutter undefiniert abgelehnt und hat daraus schwerwiegende Zwangsstörungen entwickelt. Zuerst war nur alles verseucht, was mit ihrer Familie in Berührung kam. Es war dann jedes Mal eine Entseuchung in Form von mehrmaligen Duschen hintereinander und extra Kleidung für Besuche mit anschließendem dreimaligen durchwaschen dieser Kleidung nötig. Später entwickelte sich daraus, dass niemand ihrer Bekannten ihre Verwandten oder ihre Wohnung betreten durfte, um jegliche Verseuchung zu vermeiden. Inzwischen sind es Kleinigkeiten (die Atemgeräusche oder Armbewegungen einer Person) die undefinierbare Ängste und eine riesig große innere Anspannung bei ihr auslösen. Alle therapeutischen Hilfsversuche sind daran gescheitert, dass Zwangserkrankte ähnlich wie Suchtkranke ihre Behandlung oft dann abbrechen, wenn es zur tatsächlichen Aufarbeitung der Ursachen geht, was sicherlich auch mit seelischen Schmerzen verbunden ist.

In der Ursachenforschung solcher Krankheitsbilder ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es genetische Ursachen, die Prägung durch die Familie oder ein einmaliges schlechtes Erlebnis während der Kindheit sind, welche als Auslöser hauptverantwortlich sind. Und leider ist eine erfolgreiche Behandlung dieser Störungen erst am Anfang ihrer Erforschung, so dass es relativ wenig kompetente Hilfe gibt.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit vergleichbaren Störungen gemacht?
Könnt ihr mir einen Rat geben, wie ich jetzt das Beste für mein Kind tun kann?
Welche Therapie hat euch geholfen oder könnt ihr empfehlen?

Freue mich über Eure Beiträge in diesem Forum

Lieben Gruß
Richard



pimboli

Administrator

Beiträge: 2 466

Danksagungen: 2168

Wohnort: MĂĽnsterland

Beruf: It-Systemkauffrau

2

Freitag, 9. Januar 2009, 18:34

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hallo Richard,

erstmal herzlich willkommen hier :-) ich denke einige werden Dir was zu der Thematik schreiben können.
Ich selbst habe keine Erfahrungen und Kenntnisse mit der Thematik, kann Dir aber 2 Webseiten nennen, die mir von einer unserer Userinnen empfohlen wurden, die selbst von diesem Thema "betroffen" ist.
Vielleicht postest Du Deine Fragen dort auch nochmal.

www.adhs-anderswelt.de
www.ads-ev.de

LG
Waltraud ;-) [addsig]
... irgendwie ... irgendwann ... irgendwo ... ;)

... nur 50% der Eltern sind MĂĽtter ... :rolleyes:

Heide

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: speyer

Beruf: Schneider mit Kochkenntnissen

3

Freitag, 9. Januar 2009, 18:41

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hallo Richard

Schreib doch mal @Ingeling an, sie hat 2 ADS kids
sie kann Dir bestimmt viele fragen beantworten.

liebe grüße Heide :-)

andybaer

Anfänger

Beiträge:

Beruf: habe ich auch

4

Freitag, 9. Januar 2009, 20:55

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hi,
ich habe einen Jungen mit einem nicht so stark ausgeprägten ADS.
Wenn ich das so lese denke ich ist das du aufjeden Fall für absolut professionelle Hilfe sorgen solltest. Wenn du einen Kinder und Jugendtherapheuten bereits im Boot hast dann nimm Kontakt auf und lass dir alles erklären. Wenn dir das nicht befriedigend vorkommt wende dich an das nächste sozialpädiatrische Zentrum in deiner Nähe.
ADS ist immer mit einer Wahrnehmungsstörung verbunden, wichtig ist immer die Eltern in eine Behandlung des Kindes miteinzubeziehen sonst geht das nicht.

Ich denke die Hinweise von Pimbo sind auch sehr hilfreich.

gruĂź Andy[addsig]

PheJoMama

Anfänger

Beiträge:

5

Freitag, 9. Januar 2009, 21:19

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Meine Tochter hat auch ein "leichtes" ADS, allerdings - zum Glück - ohne Zangsstörungen, jedenfalls nicht so ausgeprägt. Sie kaut dann und wann Fingernägel... Wir stehen da allerdings noch ziemlich am Anfang, die Diagnose kam vor etwa einem halben Jahr und bis auf ein Aufmerksamkeitstraining (Attentioneer), was null gebracht hat :-( , haben wir noch keine Hilfen in Anspruch genommen. Ich möchte aber in naher Zukunft eine Termin bei einer Kinderpsychologin haben, da ich den Eindruck habe, daß etwas in ihr brodelt, sie aber nicht drüber reden kann oder will...

Aber zu Eurem Problem, bzw. dem Eurer Tochter: ich denke es ist höchste Zeit erstmal den behandelnden Kinderarzt zu kontaktieren und dann psychologische Hilfe zu holen. Du schreibst, daß Du ein gutes Verhältnis zu Deiner Ex hast - wie begegnet sie denn dem Problem? Sieht sie den Ernst der Lage? Oder hat sie sogar schon etwas unternommen?

Ist Eure Tochter ansonsten unauffällig? Ich mein, so unauffällig wie ein ADS-Kind eben so normalerweise ist? ;-) Wenn sie sich auch in anderen Bereichen anders verhält als sonst... vielleicht müssen die Medis neu eingestellt oder geändert werden? Ich kenne das von einer Freundin, deren ADS-Kinder mußten während der Pubertät mehrmals neu eingestellt werden.

Ich hoffe daß Deiner Tochter bald geholfen werden kann und sie nicht noch mehr Zwänge entwickelt. Dir und auch Deiner Ex wünsche ich starke Nerven und viel Kraft um Eure Tochter gut unterstützen zu können.

Liebe GrĂĽĂźe
Conny[addsig]

ingeling

Anfänger

Beiträge:

6

Freitag, 9. Januar 2009, 21:20

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hallo Richard,

Also einiges, was du so schreibst kenn ich auch .....

Ich hab zwei ADS Kinder, einen Sohn mit 15Jahren und eine Tochter mit 8Jahren.
Sohni wurde erst mit 12 Jahren diagnostiziert, nachdem er leider einen ziemlichen Leidensweg hinter sich hatte.....

Du schreibst, dass deine Tochter sich nicht lange genug auf ihre Schulaufgaben konzentrieren kann...
Das war bei meiner Tochter auch so allerdings ohne Medikamente, sie nimmt jetzt 15mg Medikinet retard bei einem Körpergewicht von 22 Kg und damit klappt es ganz gut.
Da du schreibst,dass deine Tochter Medis bekommt, meine Frage:
kann es sein, dass die Dosierung zu niedrig ist?
Nimmt sie auch wirklich ihre Medis? ( Mein Sohn nimmt sie sehr ungern und versucht es oft auch ohne, behauptet aber sie genommen zu haben, ich merk ihm das aber an und meist find ich dann auch irgendwo die Medis.....)

Was das Aufhören oder ausschleichen von ADHS angeht....
Es begleitet die Betroffenen ihr ganzes Leben, lediglich die Hyperaktivität lässt etwas nach, in der Pubertät und kann dann zu einer inneren Unruhe werden.

Was die von dir erwähnten Zwangsstörungen angeht, da kann ich nichts dazu sagen, weil ich nicht weiß ob das in Zusammenhang steht mit dem ADHS.
Was ich aber weiß, ist, dass diese Kinder sehr empfindlich reagieren, wenn sie sich aus welchem Grund auch immer, zurückgesetzt oder ungerecht behandelt fühlen.
(was aber nicht heissen muß, das es so ist, sondern die Kinder EMPFINDEN ES SO)
Diese Kinder brauchen unendlich viel Zuwendung, Liebe und Lob!!!
Ich sag meinen Kindern täglich wie lieb ich sie hab und es tut ihnen gut.

Mich würd interessieren welches Medikament und in welcher Form und Dosierung deine Tochter nimmt.
Mein Sohn hat mit Medikinet angefangen, (da mußte er wechseln, weil er nie ´frühstückt, was für die Wirkung aber wichtig ist) dann RitalinLA, damit kam er überhaupt nicht klar, das wirkte nicht durchgängig... jetzt nimmt er Concerta und kommt ganz gut zurecht.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen, mit dem was ich geschrieben hab, sehr empfehlen kann ich auch die Bücher von
Cordula Neuhaus, z.B.:
das hyperaktive Kind und seine Probleme
oder: der hyperaktive Jugendliche und seine Probleme.

Auch die erste Webseite, die Pimboli empfohlen hat kenne ich und ich kann sie auch nur empfehlen!!
Die zweite kenn ich noch nicht, werd sie mir aber auch ansehen...danke pimboli ;-)

Wenn du noch Fragen hast, werd ich gerne versuchen sie zu beantworten.

lieben Gruß,Inge









;-) :-) ;-)

Ruach

Anfänger

Beiträge:

7

Freitag, 9. Januar 2009, 22:34

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Vielen lieben Dank zwischendurch für Eure Hilfe und Anteilnahme.
Scheint grad so als wären hier einige im Forum, die wissen wovon ich rede und wie wichtig es für unsere Kinder ist, dass sie neben aller erlterlichen Liebe und Fürsorge (soweit sie denn bei AlleinErziehenden sein kann) zusätzlich auch psychlogische und therapeutische Hilfe bekommen.
Freue mich über weitere Beiträge von Euch. :-)

florentine1975

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: nähe hannover

Beruf: verkäuferin

8

Samstag, 10. Januar 2009, 01:43

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

mein sohn hat auch ADHS und nimmt seit 6jahren das medikament..zuerst ritalin..und jetzt medikent..

bei meinem sohn ist es so schlimm .. das er sehr viel vergißt.. ich hab hier überall zettel hängen..die ihn an gewisse dinge erinenrn... mal klappt es gut , mal auch wieder nicht...


ich hab mit meinem sohn ganz arge probleme... da ich selber an ADS lede und somit nicht immer konsequent sein bzw bleiben kann.. da ich mich sehr schnell aus der ruhe bringen lasse..und mein sohn und ich uns gegenseitig immer hoch puschen..

leider ist man als elternteil oft alleine mit so einem kind oder /´kinder.. da viele immer noch denken das es an der erziehung liegt...

ich bin z.b ganz alleine mit meiem sohn... meine eltern nehmen ihn zwar auch mal ab und an.. aber ne groĂźe hilfe sind sie nicht.. da sie meist nicht wissen wie es zu hause hier abght..udn er bei denen ganz anders ist..


ich hab da noch mal ne frage an ingeling.. dieses medikament welches dein sohn nun nimmt.. muss er dann vor frĂĽhstĂĽcken?

mein sohn will morgends auch nie was essen..und wenn er dann seine tablette nimmt..iĂźt er den ganzen tag ĂĽber nix.. meist iĂźt er erst abends gegen 18/19 uhr das erste und dann auch ganz weinig..

ich muss im feb wieder in die KJP und da wollte ich da auch mal ansprechen.. weil die kinderÄ..meinte das es passieren kann das mein sohn magersüchtig werden könnte...[addsig]

ingeling

Anfänger

Beiträge:

9

Montag, 12. Januar 2009, 00:27

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

Hallo florentine,

mein Sohn frühstückt nichts und isst wie deiner erst abends ab 18/19.00Uhr.
Bei Medikinet retard, muß gefrühstückt werden damit sie richtig wirken, deshalb hatten wir erst zu Ritalin LA gewechselt, weil die auch ohne Frühstück gut wirken, damit kam mein Sohn aber nicht gut zurecht.
Jetzt nimmt er eine Concerta (die setzt aber erst nur wenig Wirkstoff frei und etwa Mitte des Vormitags hat sie volle Wirkung, hält dafür aber auch länger an)
dazu nimmt er eine Tablette Medikinet zum \"Anschieben\" für die erste Schulstunde.
So klappt das bei ihm jetzt ganz gut.
Die Vergesslichkeit ist bei uns auch ein Thema, ohne Zettel geht garnichts :-(

Wenn die Gefahr besteht, dass dein Sohn magersüchtig werden könnte, dann hat er sicher Probleme mit denen er nicht zurecht kommt, vielleicht in der Schule? da hab ich so meine Erfahrungen mit meinem Sohn.....
Wenn er abends genug isst, würd ich mir aber keine Sorgen machen, meiner isst abends die komplette Tagesration.
Bei mir ist meine Tochter die, die zu dünn ist, aber sie bemüht sich zu essen, wenn ich ihr erkläre, wie wichtig das ist, auch wenn sie keinen Hunger verspürt.
Da sind die Kinder halt unterschiedlich..

ich hoffe meine Antwort hilft dir weiter....

LG,Inge

florentine1975

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: nähe hannover

Beruf: verkäuferin

10

Dienstag, 13. Januar 2009, 00:44

RE: Eure Erfahrungen mit ADS und Zwangskrankheit

nimmt dein sohn die andere dann in der schule? oder beide gleichzeitig?

magersucht gefährdet ist er .. so sagt die ärztin.. weil er oft mal ißt weil ich das möchte.. damit er überhaupt was im magen hat..und oft geht mein sohn das wieder auskotzen.. also so richtig mit finger in den hals.. weil ihm schlecht wird.. wenn er was ißt... weil er kein hungergefühl hat..
und abends essen ist scheiĂźe finde ich.. weil er oft auch wenn er dann mal reinhaut ( was nicht soo oft ist) aber dann bekommt er immer bauchschmerzn und ihm ist ĂĽbel..

in der schule hat er gottsei dank keine probleme.. auch nicht von den leistungen..

mal gucken was der doc in KJP im feb sagt..

will das auch mal ansprechen das mein sohn mal zur kur geht.. weil ich das gefĂĽhl hab das ich als mutter von ihm nicht so vll genommen werde.. wenn ich ihm mal was sage[addsig]

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