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von mona84

Ricki

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Raum KA

Beruf: selbständig

1

Sonntag, 8. Februar 2009, 23:21

Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallo an alle !

Ich möchte hier einen Gedanken reingeben der mir im Geist herumgeht und würde mich über kompetente, aber auch kontroverse Ansichten freuen.

Ich bin - wie einige schon wissen - "alleine schwanger" , inzwischen stehe ich ca. 5 Wochen vor der Geburt meines 2. Kindes. Und wir freuen uns auf mein Kind bzw. das Geschwisterchen.

Es gab noch ein paar unschöne Szenen mit dem Vater des zweiten Kindes - kurz vor Weihnachten - dann habe ich Anfang dieses Jahres meinen persönlichen Schlußstrich gezogen, und es geht mir damit besser als vorher. Schlußstrich hieß für mich: keine Telefonanrufe und schon gar keine persönliche Begegnung mehr, Kontakt nur noch wenn er bereit ist zu einer Beratungsstelle mitzugehen (sprich also: mit Unterstützung) da ich sein Verhalten als sehr verletzend und beleidigend empunden habe. Ich habe ihn dazu sachlich und freundlich eingeladen, ihm sogar die Telefonnummern gemailt damit er sich selbst ein Bild davon machen kann, aber von ihm kam keinerlei Interesse. Sonst lief der Kontakt bis vor einem Monat nurnoch per e-mails (reicht schon ).
Seine derzeitige Haltung zu der Schwangerschaft ging von "ich bereue den Tag an dem ich Dich kennengelernt habe" über " Du hast mich in eine Falle gelockt" bis nun hin zu "ich zahle keinen Cent, solange DEIN Baby nicht auf der Welt ist und ich nicht sicher bin daß es mein Kind ist" (alles auf englisch, und Tonlage ca. 1 Oktave höher) Und seit einem Monat gar nichts mehr. Naja, manche kennen das hier ja, oder ? Er wirft mir auch vor ich hätte es nur auf sein Geld abgesehen. Ziemlich idiotisch, wenn man bedenkt daß er erstens gar nicht viel davon hat , und zweitens ich ja diejenige bin die das Kindchen großziehen wird, einige Zeit nicht arbeiten kann, und alles. Außerdem bin ich selbständig und mir ging es bisher trotz alleinerziehend mit meinem ersten Sohn recht gut... also ich brauche kein zweites Kind um "versorgt" zu sein (so ein hanebüchener Quatsch)

So, jetzt stehe davor mich zu entscheiden:

Entweder ich ziehe das ganz alleine durch, pfeife auf einen Vater der sich dermaßen verantwortungslos benimmt und gebe ihn auch nicht als Vater an. Aber, nunja, einen Dukatenesel habe ich noch nicht im Garten stehen....auch wenn es bei mir zumindest im ersten Jahr finanziell ganz ok aussieht. Danach... sieht es evt. anders aus.

Oder: Ich gebe ihn beim Jugendamt als Vater an. Und dann ? Wie läuft das dann genau? Er wird angeschrieben, aufgefordert Unterhalt zu zahlen ? Streitet erstmal ab daß er der Vater ist (ganz schön unglaublich wie "vergesslich" machen Leute werden können wenn sie es nur fest genug wollen) , bekommt dann eine Einladung zum Vaterschaftstest, ja ? Soweit ich gelesen habe darf das bei einem Baby erst durchgeführt werden wenn das Kind ca. 8 Monate alt ist. Ich finde es auch ein ziemlich beschissenes Gefühl daß ein Vater es dazu kommen läßt daß sein Kind gepickst wird nur weil er ... kneifen will. Für mein Kind empfinde ich das als eine Beleidigung. Also, dann wird er zum Unterhalt verdonnert, sagt er hat kein Geld, dann bekomme ich nach .... wievielen Monaten ? wohl Geld aus der Unterhaltsvorschußkasse. Dann hat er noch Umgangsrecht, und kann mir aus Rache daß ich ja so gemein bin ihn zur Verantwortung zu ziehen (das kennt er vermutlich von seinem Heimatland Ghana her nicht ??!!) das Leben schwer machen... ganz zu schweigen von seinem Kind.
Es könnte auch sein daß er sich dem allem entzieht indem er zurück nach Ghana geht, es könnte auch sein daß er auf einmal sein Kind unbedingt "haben " will und es evt sogar versucht zu seiner Verwandschaft nach Ghana zu bringen... . Ich weiß es nicht. Wir haben uns beruflich kennengelernt, und auf der Schiene war er immer sehr freundlich und zuverlässig. Aber auf der Beziehungsebene hat sich gezeigt: ziemlich unberechenbar und cholerisch.
Wie prägt das ein Kind wenn der Vater sich so verhält ???!!!


Und drittens ? Das ist jetzt meine Frage: wie wäre es wenn ich einen sehr netten Freund von mir fragen würde ob er vielleicht gerne als Vater fungieren würde ? Unsere Freundschaft ist zwar platonisch (ist manchmal ja besser ;-)) ) aber dafür dauerhaft und zuverlässig. Trotzdem er eine Behinderung hat hilft er mir schon jetzt wie er kann. Wie ich in Wikipedia nachlesen konnte scheint das nicht strafbar zu sein, wissentlich einen "unbiologischen" Vater anzugeben. Ich hätte keinen Streß, Frieden in der Bude, mein Kind einen "Vater" der sich über es freut und ihn/sie nicht als Belastung und Zumutung sieht. Alleinerziehend ja, aber eben ohne zusätzlichen Streß mit dem Vater des Kindes. Aber, nunja, es stünde eben nicht der leibliche Vater in der Geburtsurkunde. Ich würde meinem Kind natürlich sagen wer sein biologischer Vater ist, und ihm versuchen die Lage möglichst sachlich und fair zu schildern. Ich und meine Kids hätten vielleicht eine Chance auf mehr Ruhe im Leben.

Eine ethische Frage ?

Was ist hier das Kindeswohl - für beide Kinder - oder was liegt am nächsten dran ??

Das Eltern-Verhältnis zum Vater meines ersten Kindes ist inzwischen recht gut und stabil, was alle Beteiligten wirklich genießen.

Ich möchte sehr gerne Eure Meinung dazu hören. Ich weiß noch nicht welchen Weg ich gehen werde. Bei der Beratungsstelle bei der ich bin ist ganz klar die Wegweisung zur zweiten Lösung, aber ich möchte auch "querdenken", schließlich hat alles Konsequenzen.

Danke für Eure Mühe, viele Grüsse von Ricki



Es gibt einen Auftrag, der ist höher als der Familienauftrag, und der ist: das eigene Leben zu LEBEN .

[addsig]

glueklichallein

Anfänger

Beiträge:

2

Montag, 9. Februar 2009, 10:32

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

hallo
also ich kann deine überlegung gut verstehen, vorallm wenn er dich so verletzt hat und diese "tollen" sprüch über das kind/die schwangerschaft kenn ich gut.... tja ich hab den vater meiner tochter angegeben und habe schon in vielen momenten bereut das ich es getan hab und das er jetzt von seinem kind weiss, aber wenn die kleine irgendwann groß ist und ihren vater sucht, ja ich würde ihr sagen wer es ist, und dann geht sie zu ihm und er weiss von nichts, da möchte ich nicht wissen was dann an vorwürfen kommen kann, das wollte und kann ich nicht machen mit meiner tochter.....
wegen dem vaterschaftstest, ich musste auch einen machen lassen,allerdings ohne jugamt er hat den test gezahlt, da er ihn ja uch wollte und wir ham das ein paar wochen nach der geburt gemacht, da man für diesen test nur ne speichelprobe gebraucht hat....
dann muss der vater seine vaterschaft anerkennen und wie dann der weg mit dem jugamt weiter geht, keine ahnung, der vater meiner tochter mag das amt so wenig das wir das mit dem geld ohne amt geklärt haben....
die möglichkeit mit dem unbioligischen vater, naja.... die idee ansich wenn man sone sich nicht kümmern wollenden vater für sein kind hat, is schon gut, aber.... das is schon ne komische lösung, vorallm für das kind da du ihm ja sagen willst das es einen anderen biologischen vater hat.... das kann für kinder sehr schwer werden.... kenn das von ner freundin, ihr kind ist bei der oma groß geworden und hat zur ihr mama gesagt, irgendwann ham dann die zwei "mamas" das dem kind dann erklärt und das war die zeit danach schon schwer für das kind einfach weil seine geordnete welt nen großen knick bekommen hat.... aber das kommt auch darauf an wie das kind aufwächst....
es ist halt alles nicht so einfach in dieser situation die entscheidung zu treffen vorallm da man ja immer für dieses kleine leben mit entscheidet und ja immer auch nach der besten entscheidung sucht
ich finds gut das du querdenken willst... hab mir damals auch lang gedanken gemacht was ich tue und ja er gab viel stress aber ich bin froh das ich es so ehrlich gelöst habe auch wenns nicht immer leicht war
ich hoffe du findest eine für dich und deine kinder eine lösung
lieben gruß[addsig]

Benghee

Senior Mitglied

Beiträge: 1 831

Danksagungen: 554

Wohnort: Rhein Main Gebiet

Beruf: abwechslungsreich

3

Montag, 9. Februar 2009, 20:21

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallo Ricki,

meine spontane Reaktion auf dein Schreiben war, gib keinen Vater an und lass die Tür für den leiblichen Vater offen. Er kann ja auch zu einem späteren Zeitpunkt die Vaterschaft anerkennen wenn er das möchte --- und wenn nicht dann eben nicht.

Also klar die 2 Variante ---- aber natürlich nur weil der Vater die Vaterschaft ablehnt.
(Den finanziellen Aspekt mal außer acht gelassen)

Die dritte Variante birgt sicherlich auch Probleme, zumal eure Freundschaft durch diesen Schritt eine ganz andere Intensität erfährt.

Ich, für meinen Teil, kann auch nicht ganz nachvollziehen aus welchem Grund es dir so wichtig ist einen Vater anzugeben? (aber dat tut nix zur Sache)

Zum Vaterschaftstest …. Es ist tatsächlich heute so das die Vaterschaft mit einer Speichelprobe vom Vater und vom Kind festzustellen ist.
Wobei ich der Meinung bin das dieser Test erst nach dem 6 Monat aussagefähig ist --- mir ist der Grund jedoch nicht klar. (Foramen Ovale? –Mischblut? – keine Ahnung!)

Egal wie du dich entscheiden wirst, bedenke es ist eine Entscheidung die du im Sinne des Kindes, auch für seine Zukunft, treffen musst.

Meine Meinung ist Ehrlichkeit währt am längsten.

Da ich mich nicht in deiner Situation befinde kann ich nicht wirklich beurteilen.

Alles Gute
LG
Benghee
[addsig]
" Die Realität ist nur eine Illusion,
wenn auch eine sehr hatnäckige."
Albert Einstein


Gast

unregistriert

4

Dienstag, 10. Februar 2009, 00:32

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallo Ricki,

war lange am überlegen, Dir zu antworten.

Und versuche es doch mal, aber nur kurz und knapp (längere Ausführungen kennst Du ja)

Du hast also als Mutter verschiedene Möglichkeiten:

Du kannst Vater unbekannt angeben: Was rechtliche Probleme schaffen könnte (wenn auch nicht sofort, aber später für Dich schaffen könnte), sofern Du staatliche Mittel (Unterhaltsvorschuss, ALG2 ) beziehen wirst.

Schon mal drüber nachgedacht, das der leibliche Vater vom Kind weiß? Und wenn er etwas bekannt ist in der Materie, er Dich durch lügen vor dem Amt, erpressbar machen kann, auf die nächsten sagen wir mal 80 Jahre? ;-)

Ein neuer, unbiologischer, aber eingetragener Vater soll her? Ihr empfindet es grad als gut?
Mag sicherlich sein, und vielleicht auch die nächsten 30 Jahre funktionieren.

Aber: Was, wenn der platonische Freund nächste Woche seine Liebe kennenlernt....DIE LIebe?

Ob er dann auch noch bereit ist, für alles einzustehen?

Auch finanziell?

Sorry, auch wenn ich es jetzt so schreibe....(was Du selber machst, ist klar Deine Sache, und Du wirst es auch für Dich entscheiden, dafür "kenne" ich Dich zu gut, und ist ja auch gut.....aber liebe Ricki:Überdenke bitte wirklich die Schritte genau.

Ich denke da wie Benghee(weißt Du aber auch): Ehrlich währt am längsten, auch wenn es augenscheinlich im moment der für Dich schwierigere Weg ist. Aber irgendwann bekommst Du Resonanz.....von dem kleinen Wurm in Dir....und dauert es 15 Jahre.

Ein leben auf Lügen aufbauen?

Ist es Dir das Wert?





[addsig]

Ricki

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5

Dienstag, 10. Februar 2009, 01:27

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallole

Tja, eben deshalb habe ich meine Überlegungen ja hier reingeschrieben, um Denkanstöße zu erhalten.
Ja, ich finde es selbstverständlich nicht gut zu lügen.
Ganz schwierige Geschichte. Ich habe in den letzten 2 Tagen ziemlich intensiv mit einigen Freunden darüber geredet und eben auch Eure Antworten "studiert".

Tja was kann ich tun ?
Einen anderen Vater angeben als den leiblichen Vater finde ich inzwischen nicht als die Lösung, jedenfalls derzeit nicht. Weil es eben neue Fragen und Probleme aufwirft - danke Beghee, Deine Überlegung daß ich erpressbar werde hatte ich noch nicht in Betracht gezogen -
Also, das würde ich wohl nur im Notfall tun, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht.

Aber den leiblichen Vater angeben ? Das erscheint mir einfach zu riskant. Wenn er nun irgendwann auf den Trichter kommt das Umgangsrecht einzufordern ? Wenn ich ihm dann unser Kind alle zwei Wochen für ein WE geben MUSS ? Und es völlig iritiert von diesen WE zurückkommt ?
Wenn unser Kind dann mit 18 unterhaltspflichtig wird gegenüber einem Vater, der z.B. von mir sogar gefordert hat daß ich die Spritkosten übernehme wenn ich will daß er mich besucht um mich in der Schwangerschaft zu unterstützen - z.B. als ich ziemlich krank war ?
Ich kann hier natürlich nicht so gut darstellen wie er ist, wie ich ihn erlebe.... aber ich glaube nicht daß ich in diesem Fall zur Übertreibung neige.

Im Moment erscheint mir Variante 1 - keinen Vater angeben, zumindest für die ersten Monate - als die sinnvollste. Stand: 10.2.2009... Wie stehen die Erfahrungen damit ??

Liebe Grüsse von Ricki

[addsig]

Ricki

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6

Dienstag, 10. Februar 2009, 01:35

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

P.S. , sorry, Aninijha und Benghee, habe Eure Antworten vertauscht... also, einfach DANKE an ALLE die bisher geantwortet haben....( es ist eben schon spät heut ;-) )

Grüssle, Ricki[addsig]

Ricki

Anfänger

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7

Dienstag, 10. Februar 2009, 22:34

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallo zusammen
Ich möchte Euch kurz was sehr Erfreuliches erzählen: Bei unserem Soz- und Jugendamt gab es - mal wieder ;-) - eine Umverteilung der Buchstaben, und das Universum hat meine Gebete erhört: ich bin bei einer kompetenten und lebendigen Sachbearbeiterin gelandet, die mir schon im ersten Gespräch einige guten Impulse gegeben hat. Fühle mich promt schon besser !
Also, allen die es auch brauchen könnten wünsche ich hiermit von Herzen eine positive "Buchstabenumverteilung! ;-)
Grüße von Ricki [addsig]

butterfly76

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8

Mittwoch, 11. Februar 2009, 11:28

RE: Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung

Hallo,

ich möchte dich in diesem Stadium deiner Schwangerschaft zwar nicht aufregen, aber ich finde deine Meinung nicht nur kontrovers sonder sehr unverschämt und egoistisch. Es geht bei der Vaterschaftsanerkennung nicht um dich sondern um eure Kind, dass Kind hat ein Recht auf den Vater, warum also willst du deinem Kind sein Recht verwehren. Wie soll sich dein Kind füllen wenn es alt genug ist um zu verstehen dass es zwar einen Vater hat aber Mama den Vater und ihm das nicht gegönnt hat sich kennen und lieben zu lernen? hast du dir mal überlegt was du deinem Kind damit antust?
Fakt ist es kommt bei einer Trennung sehr oft zu Streitigkeiten und gegenseitige Verletzungen, da bist du nicht die erste und wirst auch nicht die letzte sein die so etwas durchmacht.
Mal eine andere kontroverse frage, bist du mit deiner Einstellung den der richtige Elternteil bei dem das Kind aufwachsen soll?
Oder agierst du mit deinem vorhaben nicht eher gegen dessen Wohl und dessen Recht. Das das Kind ein recht auf beide Elternteile hat ist unumstritten, dies solltest du in Sinne deines Kindes nicht Außeracht lassen. Liebende Mütter machen das zumindest so auch in viel schwierigeren Situationen.
Ich wünsche dir Einsicht und Weißheit
butterfly76