Vaterschaftsanerkennung, eine provokative Überlegung
Hallo an alle !
Ich möchte hier einen Gedanken reingeben der mir im Geist herumgeht und würde mich über kompetente, aber auch kontroverse Ansichten freuen.
Ich bin - wie einige schon wissen - "alleine schwanger" , inzwischen stehe ich ca. 5 Wochen vor der Geburt meines 2. Kindes. Und wir freuen uns auf mein Kind bzw. das Geschwisterchen.
Es gab noch ein paar unschöne Szenen mit dem Vater des zweiten Kindes - kurz vor Weihnachten - dann habe ich Anfang dieses Jahres meinen persönlichen Schlußstrich gezogen, und es geht mir damit besser als vorher. Schlußstrich hieß für mich: keine Telefonanrufe und schon gar keine persönliche Begegnung mehr, Kontakt nur noch wenn er bereit ist zu einer Beratungsstelle mitzugehen (sprich also: mit Unterstützung) da ich sein Verhalten als sehr verletzend und beleidigend empunden habe. Ich habe ihn dazu sachlich und freundlich eingeladen, ihm sogar die Telefonnummern gemailt damit er sich selbst ein Bild davon machen kann, aber von ihm kam keinerlei Interesse. Sonst lief der Kontakt bis vor einem Monat nurnoch per e-mails (reicht schon ).
Seine derzeitige Haltung zu der Schwangerschaft ging von "ich bereue den Tag an dem ich Dich kennengelernt habe" über " Du hast mich in eine Falle gelockt" bis nun hin zu "ich zahle keinen Cent, solange DEIN Baby nicht auf der Welt ist und ich nicht sicher bin daß es mein Kind ist" (alles auf englisch, und Tonlage ca. 1 Oktave höher) Und seit einem Monat gar nichts mehr. Naja, manche kennen das hier ja, oder ? Er wirft mir auch vor ich hätte es nur auf sein Geld abgesehen. Ziemlich idiotisch, wenn man bedenkt daß er erstens gar nicht viel davon hat , und zweitens ich ja diejenige bin die das Kindchen großziehen wird, einige Zeit nicht arbeiten kann, und alles. Außerdem bin ich selbständig und mir ging es bisher trotz alleinerziehend mit meinem ersten Sohn recht gut... also ich brauche kein zweites Kind um "versorgt" zu sein (so ein hanebüchener Quatsch)
So, jetzt stehe davor mich zu entscheiden:
Entweder ich ziehe das ganz alleine durch, pfeife auf einen Vater der sich dermaßen verantwortungslos benimmt und gebe ihn auch nicht als Vater an. Aber, nunja, einen Dukatenesel habe ich noch nicht im Garten stehen....auch wenn es bei mir zumindest im ersten Jahr finanziell ganz ok aussieht. Danach... sieht es evt. anders aus.
Oder: Ich gebe ihn beim Jugendamt als Vater an. Und dann ? Wie läuft das dann genau? Er wird angeschrieben, aufgefordert Unterhalt zu zahlen ? Streitet erstmal ab daß er der Vater ist (ganz schön unglaublich wie "vergesslich" machen Leute werden können wenn sie es nur fest genug wollen) , bekommt dann eine Einladung zum Vaterschaftstest, ja ? Soweit ich gelesen habe darf das bei einem Baby erst durchgeführt werden wenn das Kind ca. 8 Monate alt ist. Ich finde es auch ein ziemlich beschissenes Gefühl daß ein Vater es dazu kommen läßt daß sein Kind gepickst wird nur weil er ... kneifen will. Für mein Kind empfinde ich das als eine Beleidigung. Also, dann wird er zum Unterhalt verdonnert, sagt er hat kein Geld, dann bekomme ich nach .... wievielen Monaten ? wohl Geld aus der Unterhaltsvorschußkasse. Dann hat er noch Umgangsrecht, und kann mir aus Rache daß ich ja so gemein bin ihn zur Verantwortung zu ziehen (das kennt er vermutlich von seinem Heimatland Ghana her nicht ??!!) das Leben schwer machen... ganz zu schweigen von seinem Kind.
Es könnte auch sein daß er sich dem allem entzieht indem er zurück nach Ghana geht, es könnte auch sein daß er auf einmal sein Kind unbedingt "haben " will und es evt sogar versucht zu seiner Verwandschaft nach Ghana zu bringen... . Ich weiß es nicht. Wir haben uns beruflich kennengelernt, und auf der Schiene war er immer sehr freundlich und zuverlässig. Aber auf der Beziehungsebene hat sich gezeigt: ziemlich unberechenbar und cholerisch.
Wie prägt das ein Kind wenn der Vater sich so verhält ???!!!
Und drittens ? Das ist jetzt meine Frage: wie wäre es wenn ich einen sehr netten Freund von mir fragen würde ob er vielleicht gerne als Vater fungieren würde ? Unsere Freundschaft ist zwar platonisch (ist manchmal ja besser ;-)) ) aber dafür dauerhaft und zuverlässig. Trotzdem er eine Behinderung hat hilft er mir schon jetzt wie er kann. Wie ich in Wikipedia nachlesen konnte scheint das nicht strafbar zu sein, wissentlich einen "unbiologischen" Vater anzugeben. Ich hätte keinen Streß, Frieden in der Bude, mein Kind einen "Vater" der sich über es freut und ihn/sie nicht als Belastung und Zumutung sieht. Alleinerziehend ja, aber eben ohne zusätzlichen Streß mit dem Vater des Kindes. Aber, nunja, es stünde eben nicht der leibliche Vater in der Geburtsurkunde. Ich würde meinem Kind natürlich sagen wer sein biologischer Vater ist, und ihm versuchen die Lage möglichst sachlich und fair zu schildern. Ich und meine Kids hätten vielleicht eine Chance auf mehr Ruhe im Leben.
Eine ethische Frage ?
Was ist hier das Kindeswohl - für beide Kinder - oder was liegt am nächsten dran ??
Das Eltern-Verhältnis zum Vater meines ersten Kindes ist inzwischen recht gut und stabil, was alle Beteiligten wirklich genießen.
Ich möchte sehr gerne Eure Meinung dazu hören. Ich weiß noch nicht welchen Weg ich gehen werde. Bei der Beratungsstelle bei der ich bin ist ganz klar die Wegweisung zur zweiten Lösung, aber ich möchte auch "querdenken", schließlich hat alles Konsequenzen.
Danke für Eure Mühe, viele Grüsse von Ricki
Es gibt einen Auftrag, der ist höher als der Familienauftrag, und der ist: das eigene Leben zu LEBEN .
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