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von mona84

Prinzessin2003

Anfänger

Beiträge:

1

Samstag, 8. August 2009, 10:56

Unterhaltsrecht - Reform erforderlich?!


Hallo zusammen,
aus dem was ich hier im Forum so mitbekomme und auch aus persönlicher Erfahrung, denke ich dass eine Reform des Unterhaltsrechts - insbesondere des Kindesunterhaltes - dringend erforderlich ist.
Erziehende, die Unterhalt für ihre Kinder einfordern müssen, denn auf Kindesunterhalt darf man nach derzeitigem Recht nicht verzichten, müssen um dieses Recht kämpfen, aber auch die Unterhaltsverpflichteten fühlen sich oft ungerecht behandelt, kämpfen deshalb teilweise auf betrügerische Weise.
Jedes Jugendamt in Deutschland und jedes Gericht entscheidet unterschiedlich. Eine echte rechtliche Grundlage für ganz Deutschland gibt es nicht und auch die Düsseldorfer Tabelle ist lediglich eine Entscheidungshilfe und wird unterschiedlich ausgelegt.
Meiner Meinung ist eine gerechtere Verteilung des insgesamt für die beteiligten Menschen zur Verfügung stehenden Einkommens und eine Bundesweit eineitliche Lösung nötig.
Wer kann als alleinstehender Arbeitnehmer heutzutage noch von 900 Euro existieren und dann noch seine Kids veilleicht regelmäßig durch Deutschland kutschieren und unterhalten, wenn sie auf Besuch sind?Und anders herum, welcher Alleinerziehende kann vom Unterhaltsvorschuss sein Kind durchbringen?
Wer mag mit mir mal Gedanken austauschen, ein grobes Konzept entwickeln und unserer Familienministerin mal auf die Finger klopfen?

watzmann

Anfänger

Beiträge:

2

Sonntag, 9. August 2009, 01:18

RE: Unterhaltsrecht - Reform erforderlich?!

Grüß dich, Prinzessin2003,

ich bin alleinerziehender Vater, aber eben auch ein Mann und kann mich auch in die Lage der Zahlväter hineinversetzen.

Was mir am jetzigen Zustand mißfällt ist zum einen, daß auch rechtlich die Zahlungsverweigeung als Kavaliersdelikt betrachtet wird und nicht von Staats wegen verfolgt wird.
Das nächste ist, daß zwar Ehegattenunterhalt steuerlich absetzbar ist, nicht aber der Kindesuntarhalt.

Und was mir überhaupt nicht in den Kopf will, ist daß man solange verheiratet ist das Ehegattensplitting greift, und wenn sich eine Familie trennt, dann tut der Staat so, als gäbe es keine gegenseitigen Verpflichtungen mehr. Dabei entstehen doch dann erst doppelte Kosten für Wohnung usw. Vorher brauchst du nur ein Doppelbett statt nem Einzelbett als Mehraufwand.

Mein erster Ansatz wäre, daß Getrenntlebende/Geschiedene, die ihren Unterhaltsverpflichtungen nachkommen, steuerlich gleichbehandelt werden wie verheiratete Eltern. Ich meine, das würde schon weniger Anlaß für Tricksereien geben und den Staat von Unterhaltsvorschuß entlasten.

Würde mich freuen, wenn die Diskussion weitergeführt wird.
In diesem Zusammenhang vermisse ich WERNER, von dem ich hierzu gern mal wieder was gelesen hätte.

LG Wolfgang<br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: watzmann, 09.08.2009, 02:21 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

Prinzessin2003

Anfänger

Beiträge:

3

Sonntag, 9. August 2009, 09:11

RE: Unterhaltsrecht - Reform erforderlich?!

Hallo Watzmann und alle Anderen,
die diesen Beitrag zwar bisher gelesen aber noch keine eigene Meinung zu diesem Thema abgegeben haben.
Ich habe ganz bewusst die geschlechtsneutrale Form gew&auml;hlt, da wir in unserer modernen Welt nicht mehr automatisch davon ausgehen sollten, dass - in der Regel der wirtschaftlich st&auml;rkere(Mann)- die Familie verl&auml;sst und zum \&quot;Zahler\&quot; degradiert wird.
Zu der steuerlichen Behandlung denke ich, dass eine Beibehaltung der Steuerklassen wenig bringt. Wer soll denn dann 5 und wer 3 behalten?Zusammengerechnet auf die gesamte Steuerbelastung w&auml;ren wir dann zun&auml;chst einmal wieder bei einer unfairen Verteilung und unterm Strich bei einer gleichen Belastung wie bei einer 1, 1 Verteilung. Denn in den meisten F&auml;llen arbeiten doch beide Partner. Die Steuerklasse 3 greift nur - und da w&auml;ren wir wieder in der alten Welt als diese Verteilung mal erfunden wurde-wenn nur ein Ehepartner arbeitet. Also klassisches Bild der 50er Jahre. Frau Haushalt und Kinder, Mann verdient das Geld. Dies ist mittlerweile jedoch eher die Ausnahme als die Regel.
Steuerliche Entlastung sehe ich in so fern generell als problematisch weil diese nur greifen kann wenn das Einkommen so hoch ist, dass nach Abzug der Pauschalen und Vorsorgeaufwendungen etc.&uuml;berhaupt noch Steuern gezahlt wurden.Auch dies ist in vielen F&auml;llen nicht mehr der Fall oder bringt vielleicht nur nur noch eine geringe Entlastung .Steuerliche Absetzbarkeit ist immer nur gut f&uuml;r die, die sowieso schon mehr als der Durchschnitt an Einkommen haben.Und um es weiter zu Spinnen - Die D&uuml;sseldorfer Tabelle ist auf das Nettoeinkommen ausgerichtet nicht auf das Bruttoeinkommen was im Umkehrschluss bedeuten w&uuml;rde, dass sich das Netto durch die Steuerentlastung wieder erh&ouml;ht und die Unterhaltsverpflichtung damit auch. Einundendlicher Kreislauf. :-?

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