Hallo Andrea,
interessant, wie Du Dich aus der Affäre ziehst: erst motzen gegen das Vorgehen der Mutter, aber selbst eingestehen müssen, dass die Reaktion immer unterschiedlich ausfallen wird.
Ich denke, der Kleine ist in der Trotzphase. Er testet seine Grenzen aus. Er macht, was ER will ohne Rücksicht auf Verluste. Daher müssen ihm Grenzen gesetzt werden, deren Überschreitung mit Konsequenzen geahndet werden müssen. Und Regeln fangen nicht erst im Straßenverkehr oder mit Streichhölzern an.
Ich erkenne eine typische Situation, als der Kleine vom Tisch aufsteht: er hat noch nicht zu Ende gegessen. Es geht nicht darum, dass er seinen Teller nicht leergegessen hat, sondern er - aus der Sicht seiner Welt völlig korrekt - für uns Erwachsene irgendetwas macht (eine Figur aus der Weihnachtskrippe an einen anderen Ort stellt o.ä.) und dann zurück an den Tisch kommt, weiterißt und sich wieder vom Tisch entfernt. Meine Regel wäre da: am Tisch bleiben, bis er fertig gegessen hat. Dann kann er wieder in seine Welt abtauchen.
Und Schlagen geht schon mal gar nicht ...
Auf der anderen Seite habe ich keine eigenen Kinder, kann also eigentlich gar nicht mitreden ...
Aber ich denke in einer normal zivilsiert kultivierten Gesellschaft von Erwachsenen wird am Tisch viel kommuniziert und nach meinen Erlebnissen mußte noch keiner auf dem Balkon. Nichtsdestotrotz sind aber in ganz seltenen Fällen einige tatsächlich aufgestanden und gegangen. Da war die Stimmung dann so ziemlich im Keller ...
LG
Uwe