Oh menno... FĂŒhl Dich erstmal herzlich gedrĂŒckt!!
Ich kann ganz gut nachvollziehen, wie es Dir geht... Auch bei uns war es anfangs mit den Umgangszeiten schwierig... stĂ€ndig verschob er mir nichts, Dir nichts spontan vereinbarte Termine, puhlte sich die Rosinen heraus, hatte stĂ€ndig irgendwelche Ausreden und so weiter... Mein Kleiner (damals etwa 1,5 Jahre) hat darunter sehr gelitten. Hat schlecht geschlafen, dauernd nach ihm gefragt und viel geweint. Auch ich kann mich lebhaft an Abende erinnern, an denen ich vor lauter Wut, EnttĂ€uschung, Erschöpfung und Ohnmacht saĂ und die TrĂ€nen liefen nur so... Und dennoch wusste ich immer: Ja, es ist richtig, dafĂŒr zu kĂ€mpfen! Auch wenn es verdammt schwierige Phasen gibt - es ist den Kampf wert ! FĂŒr Deine Tochter - denn wenn ich es richtig verstehe, sehnt sie sich sehr nach ihrem Vater... Und im schlimmsten Fall gibt sie sich selbst die Schuld, dass sie z.B. nicht "gut genug" ist, weil er Desinteresse zeigt. Wenn sie ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum nicht / kaum isst,
könnte das ein Zeichen dafĂŒr sein, dass sie sich (unbewusst) selbst bestraft. Rede viel mit ihr (das tust Du wahrscheinlich sowieso...). Mach ihr immer wieder klar, dass sie nichts dafĂŒr kann. Und wenn er mal wieder absagt, signalisiere ihr: "Wie dumm von ihm, dass er sich so einen schönen Nachmittag mit Dir entgehen lĂ€sst! Das Gute daran ist, dass ich jetzt was Tolles mit Dir machen kann!"
Dir ist natĂŒrlich klar, dass sie selbst diesen Kampf nicht fĂŒhren kann. Deshalb musst Du es fĂŒr sie tun. Ich sehe das so: Du musst alles, was in Deiner Macht steht tun, um den regelmĂ€Ăigen Kontakt herzustellen / zu erhalten. Wenn es sein muss, mit harten Bandagen -
ohne sie darin zu verwickeln. Das ist die hohe Kunst. Mach ihm klar, dass er mit Dir rechnen muss. Trete selbstbewusst auf. Irgendwann ist auch mal Schluss mit freundlich...

Nutze Deinen Zorn - ein toller Motivator...
Wenn es dennoch scheitert, hast Du diesbzgl. fĂŒr Deiner Tochter alles getan, was Du konntest.
Du wirst Dir wohl oder ĂŒbel ein dickeres Fell zulegen mĂŒssen.... Das lernst Du. Wenn Du denkst, Du kannst nicht mehr, leg eine Pause ein, um neue Kraft zu sammeln.
Ich habe damals, als ich diesbzgl. nicht mehr weiter wusste, das Jugendamt eingeschaltet. Bei uns hat es Wunder bewirkt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Dein Ex in dem Glauben ist: Hab mich 8 Jahre nicht kĂŒmmern mĂŒssen (wollen?), wenn ich mich jetzt ĂŒberhaupt damit beschĂ€ftige, soll sie doch froh sein...
Es ist richtig, dass der KV letztendlich nicht zum Umgang gezwungen werden kann, aber dennoch kann man den Druck erhöhen. Und oftmals (nicht immer) hat es eine andere Wirkung, wenn er von "offizieller Stelle" eingeladen wird, als wenn er "nur" von seiner Ex "genervt" wird... Ansonsten helfen immer auch Beratungsstellen wie z.B. die Caritas etc.
Lieben GruĂ und viel Kraft wĂŒnsche ich Dir!