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von mona84

pandora

unregistriert

1

Samstag, 28. Mai 2011, 09:24

Pro und Contra Internat

Hallo Ihr Lieben,
ganz kurz zum besseren Verständnis, die Vorgeschichte.
Vor drei Jahren bin ich mit meinen Kindern(heute 15 und 11), ausgezogen, habe mich von meinem Mann getrennt. Seit er vor knapp zwei Jahren mit einer "Neuen" zusammen ist, gab und gibt es Schwierigkeiten mit dem Umgang. Entweder, er hat kurzfristigs Termine abgesagt(teilweise an dem Tag, an dem er die Kids holen sollte), oder er hat Termine verschoben. Wenn die Kinder dann bei ihm und seiner Freundin waren, hat diese Frau massiv versucht, den Kindern einzureden, dass ich ihnen nicht gut tue. Zum GlĂĽck habe ich einen supertollen Sozialarbeiter beim JA, der mich immer unterstĂĽtzt hat. Die Kinder sind dann im letzten Sommer soweit gewesen, dass sie den Kontakt erstmal einngefroren haben. Einzelheiten, warum, sind hier zuviel.
Vorallem meine Tochter leidet sehr darunter, denn sie hat es immer schon sehr schwer gehabt, von ihrem Vater "gesehen" zu werden. Anfang des Jahres bat sie dann, im Nachbarort (ca15km) das Mädchengymnasium besuchen zu dürfen. Inklusive Internatsunterbrinung.
Die Schule liegt etwas außerhalb, auf einem Berg. Das ganze ist in einem Ursulinenkloster untergebracht. Sieht aus, wie ein Märchenschloß :) .
Da sie permanent Angst hat, ihr Vater würde sie entführen (??????), ging es ihr dort von Anfang an gut. Sie ist da richtig aufgeblüht. Letzte Woche war sie mit ihrerer Klasse auf Klassenfahrt, und hat mich gestern in massloses Erstaunen versetzt, weil sie sich angeblich nicht mehr im Internat wohlfühlt. Sie vermisse mich, etc. Ich kann das auch verstehen, aber andererseits hat sie zur Zeit Stress, weil sie ganz schön aufmüpfig sein kann 8) . (Was ich ganz normal finde).
Hier in RP fangen ja Ende Juni schon die Sommerferien an, also wird sie auch weiter ins Internat gehen. Ich habe das GefĂĽhl, sie will sich drĂĽcken. Sie neigt auch dazu, den RĂĽckzug anzutreten, wenn ihr was nicht passt.
Frage: was kann ich tun, um ihr zu signalisieren, dass ich sie verstehe, ich das aber so gut finde. Ich habe dadurch deutlich mehr Zeit fĂĽr beide Kinder, mein GroĂźer braucht mich ja auch noch. Hat da jemand einen Tipp? :D
Freue mich ĂĽber jede Antwort.
Birgit

PS: Selbstredend hat sie Extrazeit mit mir am WE!!! :thumbsup: Denn sie ist nur von So-Abend bis Fr-Mittag im Internat.

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Steffi83

Fortgeschrittener

Beiträge: 170

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Wohnort: Dortmund

Beruf: Kranke Schwester :-)

2

Samstag, 28. Mai 2011, 18:56

Ganz kurz, hab nicht so viel Zeit heute...

ich war auf einem Internat, mit allen Höhen und Tiefen.... und ich sage heute... das war die geilste Zeit meines Lebens... nichts davon mag ich missen. Ich wollte zwischendurch auch alles schmeissen, was ich zum Glück nie tat... denn das, was mir dort gegeben wurde, war die Basis für mein gesamtes Leben... was neben dem ABitur viel wichtiger für mich war...

*an alte Zeiten denk*

lg
Zuerst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie Dich und dann gewinnst Du.

- Mahatma Gandhi -


Deutscher Meister 2011.... Borussia Dortmund

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Benutzer die sich bedankten:

(28.05.2011)

pandora

unregistriert

3

Samstag, 28. Mai 2011, 19:40

Danke Steffi :thumbsup: . Ich denke auch, dass die Entscheidung für das Internat richtig war und ist. Die Lütte is´ziemlich pubertär im Augenblick...... 8)
Birgit

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AVIB

Anfänger

Beiträge: 1

Danksagungen: 1

Wohnort: Ulrichstein

4

Donnerstag, 2. Juni 2011, 10:48

Viele Konfliktfelder

Hallo Birgit!


Ich war fast 25 Jahre lange Internatsleiter und berate immer noch Eltern und SchĂĽler im Rahmen einer gemeinnĂĽtzigen Beratungsstelle.

Ihre Frage erscheint mir zu sehr eingeengt auf das Signalisieren von „Verständnis“. Meinen Sie nicht, dass da zunächst einmal ernsthafter Aufklärungsbedarf besteht über die Gründe des plötzlichen Wunsches, ins Elternhaus zurückzukehren? Haben Sie deswegen denn nicht einmal in Erwägung gezogen, mit der Gruppenerzieherin, der Internatsleiterin, der Klassenlehrerin Ihrer Tochter Kontakt aufzunehmen?

Sie schreiben, dass Ihre Tochter zur Zeit Stress habe, weil sie „ganz schön aufmüpfig sein“ könne (By the way: Was finden Sie denn normal? Dass die Tochter wegen der Aufmüpfigkeit Stress hat oder dass die Tochter aufmüpfig ist?). Wenn ich von der permanenten Angst Ihrer Tochter lese, dass ihr Vater sie entführe, denke ich allerdings an gravierendere Probleme als an bloße pubertäre Aufmüpfigkeit. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen nimmt ja leider immer mehr zu dank der Auflösung familiärer Bindungen und wachsender Erziehungsunsicherheit der Eltern. Unter Umständen liegen hier tiefgreifende psychische Probleme vor, über die man nicht hinwegsehen sollte. Damit geht es nicht darum, Verständnis zu signalisieren, sondern den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Oft ist es natürlich auch so, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr lernen, sich Anforderungen zu stellen und normalen Belastungen standzuhalten. Dies sollten junge Menschen aber unbedingt lernen. Von daher dürfen Sie Ihrer Tochter ruhig den konsequenten Standpunkt vermitteln, dass man nicht überall mal reinschnuppert und schon bei den geringsten Schwierigkeiten wieder das Revier wechselt, sondern an Widerständen und Herausforderungen durchaus wachsen kann.

Internate sind allerdings auch nicht unproblematisch. Innerhalb des vielgepriesenen Gemeinschaftslebens gibt es viele Konfliktfelder und manches, was sich dem Einblick der Erwachsenen entzieht. „Kein Heim ohne Heimlichkeiten“, weiß der Insider. Internate sind wie der sprichwörtliche Eisberg. Sie sehen immer nur die Spitze, während sechs Siebentel unter der (Wasser-)Oberfläche verborgen bleiben. Da spielen sich viele kleine Tragödien ab. Es gibt Ausgrenzung, Mobbing, Zickenkrieg, Konkurrenz um Aussehen, Kleidung, sozialen Status der Eltern, Abbruch von Freundschaften usw.

Viele Internate sind in sich zerrissen. Zur Imagepflege werden Profilbereiche mit elitärem Anspruch geschaffen (z.B. Mädchenfussball). Da es nie ausreichend „elitäre“ Bewerberinnen gibt, werden die Internatsplätze aufgefüllt mit sozialpädagogischen Problemfällen (z.B. Bele-gung über Jugendämter). Da entsteht dann leicht eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“: Hier die Vorzeigekinder der Musterabteilung – dort die Problemkinder, die im Grunde die Harmonie stören und dem „guten Ruf“ schaden. Auch das kann zu Konflikten und Fluchtreaktionen führen.

All diesen Dingen mĂĽsste man im Zusammenhang mit der geschilderten Situation nachgehen. Kinderversteherei allein reicht da nicht aus.

Viele GrĂĽĂźe

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AVIB« (2. Juni 2011, 10:53)
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Moni42 (02.06.2011)

Moni42

Senior Mitglied

Beiträge: 2 185

Danksagungen: 2019

5

Donnerstag, 2. Juni 2011, 18:43

Meinen Sie nicht, dass da zunächst einmal ernsthafter Aufklärungsbedarf besteht über die Gründe des plötzlichen Wunsches, ins Elternhaus zurückzukehren? Haben Sie deswegen denn nicht einmal in Erwägung gezogen, mit der Gruppenerzieherin, der Internatsleiterin, der Klassenlehrerin Ihrer Tochter Kontakt aufzunehmen?


Genau das dachte ich auch beim Lesen des Beitrags.

Danke für die Antwort aus Insidersicht. Kann das nur bestätigen.........das mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft habe ich mal mitbekommen.
Auch das es nicht unbedingt alles gut ist was glänzt.

Steffi83

Fortgeschrittener

Beiträge: 170

Danksagungen: 177

Wohnort: Dortmund

Beruf: Kranke Schwester :-)

6

Donnerstag, 2. Juni 2011, 20:06

Ist das nicht ĂĽberall?
Zuerst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie Dich und dann gewinnst Du.

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