Liebe Moni,
ich habe Deinen Beitrag als Anreiz genommen, da Du die treffenden Worte gefunden hast, die mein Gehirn nicht mehr aufzubringen mochte.
Insofern möchte ich hierzu etwas sagen.
Ich frage mich oft, ob das heutige Elterndasein wirklich zum Prestigemodell verkommt oder ob ich das Pech hatte in der falschen Müttersociety gelandet zu sein.
Häufig ist Konsum der Babysitter, alles fällt vom Himmel.
Manchen Eltern ist es auch peinlich, den Kindern zu vermitteln, dass sie die Konsumeinkäufe nicht können oder wollen
Ja peinlich ist das. Und wie. Zumindest mir momentan. Ich bin in einer zugegeben gut situierten Familie aufgewachsen, mir fehlte es nie an etwas und dies in allen Bereichen des Lebens. Unsere Schulbildung war sehr teuer (Internat) und auch sonst haben meine Eltern immer dafür gesorgt dass alles da war was wir brauchten. Ich bin keine verzogene Göre, denn meine Eltern haben immer diesen Mittelweg gewählt und uns zu eigenständigen, offenen, ehrlichen und freundlichen Menschen erzogen.
Ich mache allerdings derzeit die Erfahrung, dass gerade als AE der Sozialstatus extrem nach unten sinkt, egal woher man kommt.
Ich habe ein traumhaftes Abi und exzellente Berufsabschlüsse, arbeite und regel meine Finanzen selbst. Für eine Alleinstehende Frau mit Kindern geht es mir finanziell eigentlich nicht schlecht.
Dennoch gibt mir mein umfeld das Gefühl ein Mensch zweiter Klasse zu sein. ich habe ständig den Eindruck, völlig entwertet und mit Vorurteilen behaftet beäugt zu werden.
Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass ein sehr traumatisches Erlebnis in meiner Jugend als asozial abgewatscht wurde, was mich sehr schockte und noch mehr in die position brachte, nach aussen etwas besseres darstellen zu müssen.
Ich bin teilweise geschockt, wie oberflächlich und ignorant manche "besser" gestellten Menschen in dieser Gesellschaft sind.
Und ich glaube, dass diese Phänomene viel schlimmeres hervorrufen als kurzfristigen Geldmangel durch Hartz 4 etc.
Es passt ja auch alles ins Bild... die alleinerziehende, nicht Vollzeit arbeitende Mutter, die als Jugendliche einer Sexualstraftat zum Opfer fiel und nun pyschischer Belastung ausgesetzt ist entsprciht natürlich dem, was manche ahnungslose Träumer sehen möchten. Überforderung und verwarlosung des Kindes ist da natürlich nicht weit.
Dank der lieben und wahren Worte einer Userin ;-) hier habe ich angefangen, umzudenken und versuche mich gerade umzustrukturieren.
Ich will aus diesem Klischee raus und ich wünsche mir so sehr, dass gewisse Menschen einfach aufhören, andere zu entwerten und zu verurteilen.
Situationen wie meine führen im weitesten Sinne dann zu dem angesprochenen Konsumrausch sowie zu grenzenloser Scham und Angst nicht mithalten zu können.
Ich hoffe ich kann mich durch den nun erzwungenen Umzug durch Kündigung aus dieser Spirale lösen, die Zelte hier abbrechen und an meinem Selbstwertgefühl arbeiten.
Für mich.
Und vor allem für meine geliebte kleine Prinzessin