Hallo Marienkäfer,
ich weiß ja ein wenig bescheid über Deine Situation und Du weißt, dass es bei mir in einigen Punkten zumindest vergleichbar läuft. Deshalb kann ich mich speuzi nur anschließen, Du solltest versuchen, da schleunigst Grenzen zu ziehen (und glaub mir, ich weiß wie schwer das fällt). Versuche, eine Einigung zu finden, die das Finanzielle regelt, damit Du nicht das Gefühl haben musst, ständig auf seinen guten Willen angewiesen zu sein. Und vor allem, trefft eine Vereinbarung mit dem Umgang! Natürlich kann man das flexibel gestalten und ihn bei Krankheit oder Terminen um zusätzliche Besuche bitten, aber prinzipiell solltest Du da Ruhe für Dich reinbringen weil das ständige "heile Familie" spielen doch Deine Wunden immer wieder aufreißt! So hart es klingt, er ist kein Teil DEINES Lebens mehr und sollte bei Dir nicht ein und aus gehen wie es ihm gerade passt - auch wenn es natürlich toll ist, dass er seine Tochter so oft sehen möchte. Das ist aber auch der zweite Punkt über den ich nachdenke...natürlich ist es erst einmal schön für die Kleine, wenn Mama und Papa viel gemeinsam mit ihr unternehmen (mal abgesehen davon, dass sie sicherlich Mamas Anspannung spürt) aber es macht die Situation auch unüberschaubarer für sie. Wäre es nicht klarer für sie, wenn sie zu bestimmten Zeiten bei Papa ist/Papa da ist und sie so in die Gegebenheiten reinwachsen kann? So hart es alleine mit Säugling ist, wir haben zumindest die Chance, dass die Kleinen die Situation als selbstverständlich ansehen weil sie es nicht anders kennen. Was ist wenn (schlimmer Gedanke, ich weiß) Papa irgendwann jemanden kennenlernt und nicht mehr so viel gemeinsam machen will - und wie willst Du unter diesen Umständen jemals ein eigenes Leben führen? Außerdem würde es Dir ja auch Freiräume schaffen wenn Du weißt, dass die Kleine zu bestimmten Zeiten bei ihm ist und ich glaube, die hast Du im Moment wirklich nötig
Gemeinsame Ausflüge, Weihnachtsbaumschmücken, Urlaub...klar, wenn Du Dir immer wieder ein Messer ins Herz stecken möchtest

Ganz ehrlich, damit so etwas funktionieren kann(und das ist sicherlich eher die Ausnahme als die Regel) braucht es erst einmal eine Menge emotionalen Abstand, und den konntest Du bislang noch nicht gewinnen (wie denn auch). Und auch hier wieder, wie soll die Kleine das einordnen können? Ich glaube, und dabei fasse ich mir auch an die eigene Nase, das ist das, was Du Dir wünschst und was Dir immer wieder diese fiese Hoffnung macht, aber nicht das, was langfristig für eure Maus das Beste ist.
Ich wünsche Dir eine riesen Portion Kraft

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Chrissi
Ps.: Ich hoffe, Du kannst das richtig einordnen und es klingt nicht zu "belehren" - Du weißt ja, dass ich es
noch nicht wesentlich besser mache - aber in der Theorie ist alles eben einfacher