Dürfen Arbeitgeber eigentlich Alles! Oder warum soll man in Deutschland denn noch Kinder bekommen
Hallo,
ich bin seit kurzem alleinerziehende Mutter einer 2,5jährigen Tochter. Schon seit der Schwangershaft habe ich Probleme mit meinem Arbeitgeber.
Ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber und zu den Kollegen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich meinem Chef sagte, daß ich Schwanger sein. Kurze Zeit später fand eine Mitarbeiterversammlung statt. Dort wurde uns eröffnet, daß es der Firma nicht gut gehe und von den 30 Angestellten gut 15 gehen müssen. In dieser Versammlung sagte mein Chef da:"ach noch was! Die Kollegin (zeiget mit dem Finger auf mich) ist schwanger. Da ich Sie nicht mehr entlassen kann, muß Ihr dafür sorgen, wenn Ihr euren Job behalten wollt" War ein echt toller Tag für mich!! Ea ging aber noch weiter. NAch 6 Wochen wurde meine Lohnzahlung eingestellt. Schwangerschaft ist eine Krankheit und die Krankenkasse muß dann eben weiterzahle. So war die Begründung. Um es kurz zu machen. Die Sache endete mit einem Beschäftigungsverbot meines Frauenarztes und einem Arbeitsgerichtstermin bei dem ich in allen Punkte recht bekam und der Arbeitgeber den freunlichen Hinweis des Richters, so etwas doch bitte nicht noch mit weiteren Arbeitnehmerinne zu versuchen. Dies ist jetzt also gut 2 Jahr her.
Ich hatte nach der Geburt dann erst einmal 2Jahre Erziehungurlaub beantragt und dann noch 2 mal um ein halbes Jahr verlängert. So die Fakten. Nun kommt der 2. Streich meines Arbeitgeber.
Er behaubtet - nach der 2. Verlängerung - das Arbeitsverhältnis sei nach Ablauf von 2 Jahren Erziehungsurlaub beändet. Am Besten ist die Begründung: Ich habe für das laufende Jahr ja schließlich keine Lohnsteuerkarte eingereicht.
Von der angebelichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum November 2005 habe ich aber erste im Mai 2006 erfahren. Nun streiten sich sämtliche Ämter, ob ich arbeitslos - ach Verzeihung - arbeitssuchend bin und ob ich überhaupt dem Arbeitsmarkt durch die Alleinerziehung meiner Tochter zur Verfügung stehe. Und wenn ich Arbeitssuchend bin, habe ich mich dann denn nicht viel zu spät beim Arbeitsamt gemeldet. Außerdem habe ich, weil man als Mutter ja auch mal anderswo eine Bestätigung erhalten möchte in der Zeit des Erziehungurlaubes einen 400€-Job - vom Arbeitgeber genehmig - angenommen. Nach der Ternnung von meinen Mann habe ich erste einmal ALG II erhalten. Dies ist jetzt aber nicht mehr sicher, ob es dann nun noch weiter gezahlt wird oder ob erst einmal der Arbeitsgerichtprozess abgewartet wird, in dem festgestellt werden muß, ob ich nun noch im Erziehungurlaub bin oder nicht.
Alle Beteiligten also Arbeitsamt, Arge, Jugendamt, Krankenkasse und auch meine Rechtsanwältin gehen davon aus, das ich sehr wohl noch bis 11/2006 im Erziehungsurlaub bin, aber alle wollen auch die Bestätigung durch ein Urteil haben.
Und keiner tut vorher etwas! Und dann sind da ja noch die Fragen, wenn ein Richter doch mal ganz anderer Meinung ist. Was ist denn, wenn ich wirklich - ohne eine Kündigung erhalten zu haben - seit 11/2005 schon arbeitslos bin? Kann das Arbeitsamt mir die Leistungen verweigern bzw. kürzen, weil ich mich ja nicht rechtzeitig gemeldet haben? Muß die Arge Zahlungen leisten oder bin ich halt arbeitssuchen und somit ALG I - Empfänger? Wie wird mein 400€-Job gewertet?
Durch den Rechtsstreit in der Schwangerschaft und die dadurch erste einmal für gut 6 Monate ausbleibenden Zahlungen bin ich damals - nach mit Ehemann - in ein großes finazielles Loch gefallen. Was auch nach dem Urteil nur sehr schleppend wieder gestopft werden konnte, da sämtliche Zahlungen meines Arbeitgebers durch meine Rechtsanwältin eigeklagt werden mußten. Nun droht mir der nächste finanzielle Engpaß!
Meine Kleine ist natürlich mein und alles und ich mache sie natürlich nicht etwa für meine Situtation verantwortlich. Ich rege mich vielmehr darüber auf, dass ein Arbeitgeber, der sich als Steuerberater ja wohl auf diesem Gebeit auskennen muß, sich so etwas leisten kann ohne wirklich dafür bestraft zu werden. Wo wird seitens der Politik und sonsitger Verantwortlichen auf solche Arbeitgeber eingewirkt?! Wo bleibt der Schutz der Familie auf dem Arbeitsmarkt?! Welcher Arbeitgeber stellt den noch alleinerziehende Elterteile ein?
Vielleich hat ja jemand eine ähnliche Situtation erlebt und kann mit etwas Mut machen. Das warten auf den Gerichttermin ist echt sch....!