RE: Zwangsversteigerung Haus-Wer hat Erfahrung damit?
Hallo Ever,
hast Du vielleicht schon mal drüber nachgedacht, das Haus zu vermieten, wenn die Eigenheimzulage ausgelaufen ist ? Wenn Du die Durststrecke bis dahin durchstehst, könntest Du den Kredit doch dann mit der Miete bedienen ?
Ansonsten kann ich auch nur - wie schon alle anderen - empfehlen, rede mit der Bank. Wenn es nicht gerade die Sparkasse an meinem ehemaligen Wohnort ist, mit allen anderen Banken kann man reden und nach Wegen suchen.
Um die Durststrecke zu überstehen, Hartz IV gibt es auch ergänzend zum Einkommen, da wird je nach Familiengröße auch ein Freibetrag angerechnet. D.h., Du bekommst mehr, als den Dir als Arbeitsloser zustehenden Hartz-IV- Betrag. Meiner Freundin zahlt die Arge die Zinsen für den Hauskredit (in ihrem Falle sehr hoch, da sie noch nicht lange im Haus wohnt), die Tilgung wird nicht übernommen (fing bei ihr mit 1% an und wird erst mit den Jahren höher). Und etliche Nebenkosten werden auch beigesteuert (denke mal, die, die in der normalen Miete auch enthalten sind und übernommen werden).
Deine Gedanken bzgl. Zwangsversteigerung ... denk bitte nicht mehr drüber nach. Ich helfe gerade einem Freund bei der Privatinsolvenz weiter, weil durch das Scheitern seiner Beziehung das Haus "den Bach runter" gegangen ist. 3x wurde der Termin für die Zwangsversteigerung angesetzt, nie fand sich ein Käufer ... Dann hat ein Makler das Haus für 1/4 des tatsächlichen Wertes verkauft. Aber die jetzt aufgelaufenen Kosten (Kündigung des Kredites und damit Vorschusszinsen, ....) sind auf normalem Wege, mit ehrlicher Arbeit nicht mehr zu bezahlen. Also liegt die Privatinsolvenz nahe, wenn es denn endlich klappt, aber der Stress bis dahin, ich wünsche es eigentlich keinem. Sogar die Schuldnerberatung zuckt im Falle meines Freundes mit den Schultern, weil sie dort nicht wissen, was das Gericht will ... Und so ist auch hier der Ausgang unklar :-( .
Sollte das Haus wirklich bei einer Zwangsversteigerung weg gehen, mußt Du mit dem Termin der Zwangsversteigerung aus dem Haus sein. Ich war als moralische Unterstützung meines Freundes mit zu diesen Versteigerungsterminen und habe dazu und zu einigen anderen Dingen die Richterin befragt. Es sei denn, der neue Eigentümer ist kulant und läßt Dir 14 Tagen zum Ausziehen. Aber willst Du das wirklich ?
Wenn Du das Haus nicht mehr halten kannst, um Verluste wirst Du sicher kaum herum kommen, aber eine Zwangsversteigerung versuche zu vermeiden.
Ich muß wohl erst einmal auf Holz klopfen und froh sein, daß mein Ex das Haus übernommen hat. Zwischenzeitlich hat sich aber auch ein Makler mit unserem Haus beschäftigt. Das lief in die Richtung, das das eingeflossene Eigenkapital weg gewesen wäre (knapp 50 % der Gesamtsumme), aber wir hätten so viel heraus bekommen, daß wir keine Schulden mehr gehabt hätten. Mir hätte es gereicht, um neu anfangen zu können, meinem Ex hat es nicht gereicht. So habe ich ihm meine Haushälfte für ein Dankeschön überschrieben und nach über einem Jahr von der Bank das OK bekommen, daß sie mich aus dem Kredit entlassen *frohbin*. Da Ex meine Hälfte für ein Dankeschön (eigentlich ist nicht einmal das gekommen *grübel*) übernommen hat, mußte er alle anfallenden Kosten tragen die Umschreibung betreffend (Notar, Grundbuchamt, ...).
So, das war mein Roman zu dem Worte Zwangsversteigerung. Ich kann auch kurz und knapp, wenn es sich vermeiden läßt, vermeide es bitte, mit dem Haus in die Zwangsversteigerung zu gehen.
Gruß Anne