RE: Umgang-Wer weiß Rat?
Hallo Glückspilz,
danke für deine aufmunternden Worte, tun echt gut. Ich weiß, das ich mir vieles selber eingebrockt habe, wusste, bzw konnte einige Dinge schon viel früher erkennen und hätte viel eher handeln sollen. Er war trotz massiver Paarprobleme bis Herbst 2006 ein toller Vater, hat eigentlich alles für die Kids getan. Nach Arbeitslosigkeit, schwerer Depression 05 hat er eine neue Ausbildung 06 gemacht, wobei nach erfolgreichem Abschluss des Theoretischen Teils im Herbst 06 der absolute Einbruch kam. Sein Praktikum hat er bis 04/08 nicht gemacht (mittlerweile hat er es dann doch angefangen), es kam eine Phase, wo er nur weg war, ständig betrunken war, keinen Bock auf Job oder Familie hatte. Stell dir vor, du kommst morgens nach dem Nachtdienst nach Hause, die Glasscheibe neben der Haustüre ist eingeschlagen und vor der Türe sitzt dein Mann, völlig betrunken und blutend...Und die Kinder sind alleine im Haus. Oder du hast Nachtdienst+ er lässt die Kids alleine, geht auf Sauftour und lässt überall Teelichter brennen... Diese Phase war grausam, habe viele Sachen auch erst später von ihm oder Bekannten erfahren. Die Ehetherapie hat dann auch nix mehr gebracht, außer das ich für mich Klarheit bekam und auch die notwendige Trennung akzeptieren konnte, wollte halt die Ehe pro Kids und Familie aufrechterhalten. Der Rauswurf aus seinem Haus (per sms, mit der Drohung alle meine Sachen in den Vorgarten zu werfen) war wieder einmal der Versuch, mich klein zu halten und Macht auszuüben, war übrigens nicht das erste Mal. War aber das 1. Mal, das ich mich konsequent gewehrt habe. Dank der Hilfe meiner Therapeutin konnte ich einen Termin beim Anwalt machen+ Infos über die Rechtslage erhalten. War recht aufschlussreich, mit der Konsequenz, das ich innerhalb von 14 Tagen eine schöne Wohnung hatte und den kompletten Umzug von uns vieren, samt Renovierung, in einer heimlichen Hau-Ruck-Aktion alleine geschafft habe.(Zu dem Zeitpunkt waren wir schon ein halbes Jahr auf Probe getrennt und er hatte sich 6 Wochen nicht um die Kids gekümmert, sondern komplett ausgeklinkt) Die ganze Aktion musste heimlich laufen aus Angst vor seiner Unberechenbarkeit und seinen Hassattacken, war nicht ganz die feine Art, weiß ich. Und den Kids und mir ging es das erste Mal seit Jahren richtig gut, ohne Angst und geborgen in unseren vier Wänden. Für mich ist es immer noch sehr belastend, das es uns allen gut geht, solange wir alleine sind, aber alles kippt, sobald er in irgendeiner Form in unserem Leben auftaucht und Chaos+Terror verursacht. Sieht man auch ganz deutlich an den Schulnoten der Kinder (von2-6, je nach Situation) und an deren Verhalten. Selbst vom JA kam die Äußerung, das ein Ende mit Schrecken besser sei als ein Schrecken ohne Ende und manchmal wäre es besser, wenn der Vater sich konsequent komplett ausklinken würde. Und von allen immer wieder der Rat (selbst von Therapeuten, Erziehungsberatung, etc), den Kontakt zum Schutz der Kinder zumindest vorübergehend ganz zu unterbinden. Bin ich zu idealistisch, das ich immer noch und trotz allem für einen guten und häufigeren Vater-Kind-Kontakt kämpfe, auch wenn wir als Paar gescheitert sind???? Schaffe ich mir diese Probleme selber, weil ich nicht zur Wildsau werde und auf Kontaktsperre bestehe??
Werde beim nächsten Besuchs-WE deine Tips umsetzen und hoffe, das Kids
mitmachen. Im Moment sind sie nicht bereit, weiterhin Übernachtungsverabredungen, Fußballspiele, etc abzusagen, nur um dann wieder von Papa entäuscht zu werden. Sie lieben ihren Papa und freuen sich auf ihn, aber so nicht.
[addsig]