RE: Getrennt = Im Unglück vereint?
Liebe Benghee, Birte und Moni,
ich habe mich vom Vater getrennt, da war mein Sohn 2,5, jetzt ist er 11. Da ich mich im Guten und mit Erleichterung getrennt habe, dachte ich gemeinsam Eltern bleiben und damit in einer gemeinschaftlichen Verantwortung wär unser beider Ziel. Ich will niemanden irgendwo rausboxen, er hatte zwar immer Angst wegen Sorgerecht, brauche aber dazu keine Spielchen. Ich bin auch im Ort wohnen geblieben, obwohl ich eine neue Arbeit gefunden habe, die 1 Stunde Fahrtzeit einfach weg ist, damit die beiden (bzw. Sohn und Vater-Familie) es leichter haben, sich unter der Woche oder auch mal spontan zu sehen. Zwischendurch hatte ich hier kaum noch soziales Gefüge geschweige denn Partner.
Das Ideal von Geburtstag (und allem anderen) stelle ich mir so vor: es wird besprochen wo es stattfindet, wer welche Ideen hat und wie´s dann gemacht wird. Ich dachte, im getrennten Zustand geht alles leichter, weil ja jeder weiß, dass die Partnerebene gecancelt ist. Da es ihm ja mit seiner neuen Beziehung, family usw. gleich richtig gut ging, (mir hingegen hing das Platzen meines Familientraums gewaltig nach, aber so ist es nun mal), habe ich sein neues Leben trotzdem zunehmend offen entgegengenommen und war abgesehen von konträren Standpunkten freundlich gegenüber Frau und Kindern. Je offener ich wurde, umso mehr kam Widerstand. Zum Geburtstag, zur Taufe (mit 9) und Kommunion hab ich vorgeschlagen, dass er sich gerne beteiligen kann (auch federführend), da aber nichts kam und kommt, mach ich es. Kurz: alles was kommt würde ich begrüßen und was nicht kommt ist halt so. So haben wir jetzt die Situation, dass mir gesagt wird, ich würde zum Geburtstag etwas spielen, veranstalte events (Kind hat natürlich mitgeredet), nur damit´s meinem Sohn gut geht und das machen sie jetzt nicht mehr mit.
Ich weiß nur, dass ich bis vor kurzem nicht aufgehört habe, die Vater-Familie trotz Querelen oder gerade wegen der Spannungen zu mir einzuladen, zum reden, wenn´s schwierig war oder auch sonst und das nie angenommen wurde (bis auf die Anfänge, als sie mir ihr Verliebtsein demonstrieren wollten). Statt dessen wird mir vorgeworfen, dass sich die Vater-Familie in den letzten Jahren bei Gemeinschaftveranstaltungen nie wohl gefühlt hat (gesprochen hat mit mir darüber nie jemand). So ist das traurige Ende, dass ich wohl wie Moni sagt, klar strukturieren muss. Ich dachte halt, das geht ohne Eskalationen, weil ich nicht weiß, warum diese Anlässe geradezu genutzt werden, um in den alten Sachen zu rühren, auch wenn man bereits ein neues und vielleicht viel besseres Leben hat.
Auf jeden Fall ist der Tipp gut, dass bei jeder gemeinsamen Aktion das Kind wieder Hoffnung hat und das nicht so toll ist, okay, das kapier ich. Ich find halt, es gibt genug Probleme in der Schule oder sonst, dass ein Trennungskind ein Anrecht darauf hat, nicht mehr unter den Kommunikations- oder sonstigen Problemen der Eltern leiden zu müssen. Eine Trennung ist doch auch nur ein Bekenntnis, dass man sich getäuscht oder geändert hat. So what? Ich beginne doch auch keinen Rosenkrieg gegen meine Firma, wenn´s mir da nicht mehr gefällt, sondern gehe und schaue nach vorn.
Das abgrenzen gegenüber jemandem, den ich nicht ausgrenzen will, war noch nie mein Ding. Aber es muss wohl so sein. Ich seh´s ein.
Lieben Dank
Caro