Wie wahr! Patchwork ist Arbeit!
Vor allem, wenn sich die Familie von 3 Personen auf 6 Personen aufstockt!
So geht es mir nämlich. Nach fast einem Jahr alleine mit meinen beiden Jungs (7 und 10) habe ich Ende letzten Jahres einen alleinerziehenden Papa mit 2 Mädels(auch 7 und 10) kennengelernt. Obwohl dieses übers Internet geschah, wohnen wir glücklicherweise nur 2,5 km auseinander. Der Vorteil hierbei ist, dass man nicht gleich zusammenziehen muss, um oft zusammen zu sein. Jeder behält seine Umgebung, was mir auch wichtig ist!
Abends, wenn die Kids schlafen, huscht der eine mal zum anderen rüber. Im Notfall wäre man in 5 Minuten wieder zu hause. Tagsüber ist es etwas schwieriger, was zusammen zu unternehmen, da die Kinder zw. 12 und 16 Uhr aus 4 verschiedenen Schulen kommen. Er arbeitet im Schichtdienst, also auch am WE, d.h. ein WE pro Monat machen wir alle 6 etwas zusammen.
Wenn wir mal abends ausgehen wollen, müssen halt die Ex-Partner ran! Ok, mit seiner Ex haben wir eine 2-wöchige Umgangsregelung hinbekommen, meiner hatte vor 6 Wochen das letzte Mal die Jungs. Das Umgang-WE musste vorzeitig abgebrochen werden, da der Kleine etwas rumzickte, womit sein Vater überhaupt nicht klarkommt. Also standen meine Jungs nach einigen Stunden wieder vor meiner Haustür. Wie gut, dass man für solche Fälle Oma und Opa in der Nähe wohnen hat!
Zum Glück akzeptieren alle Kinder den jeweils neuen Partner. Meine Söhne haben zu ihrem Vater halt kein besonders inniges Verhältnis. So fällt ihnen die Akzeptanz eines anderen männlichen Parts an meiner Seite nicht schwer.
Man muss sich halt irgendwie aufeinander abstimmen, auch wenn es manchmal schwerfällt.
Mein Partner und seine Mädels sind absolute Frühaufsteher, auch am WE stehen sie um 6 Uhr auf. Das ist für uns Langschläfer echt heftig. Wir schlafen uns am WE halt gern mal aus.
Und Urlaub? Ohje, ich muss jetzt campen!!! Absolut nicht mein DIng. Erst recht nicht mit 6 Personen in einem Wohnwagen! Diese Enge, und dann hat man auch keine Rückzugsmöglichkeit!
Naja, nächstes WE ist erstmal ein Probe-Camping-WE. Und wenn´s absolut Horror wird, müssen wir ja auch nicht wieder mit. Deshalb bin ich ja froh, dass jeder noch seinen eigenen Haushalt hat und nix verpflichtend ist!
Oft denkt man zurück an "alte Zeiten", mit "altem Partner" in "altem Urlaub". Man hatte sich Gemeinsamkeiten aufgebaut, gemeinsame Lieblingsurlaubsziele, gemeinsame Freizeitaktivitäten und einen aufeinander abgepassten Lebensstil. Nun werden 2 ausgereifte Parteien zusammengefügt, die teilweise in 2 unterschiedlichen Welten leben. Und eine Änderung ist da oft schwierig und meistens auch nicht möglich.
Aber immer nachgeben kann und will ich auch nicht. Und wenn mir campen nicht gefällt, dann fahr ich halt mit meinen Jungs alleine in eine FeWo an die Ostsee. Da hab ich dann genug Platz!!!
So, das war ein kleiner Einblick in mein neues Leben.
Im Übrigen finde ich es schon wichtig, dass meine Kinder meinen neuen Partner akzeptieren. Denn auch sie werden ja viel Zeit mit im verbringen. Wenn sie also gesagt hätten :"Nee Mama, der geht ja gar nicht! Den kannste vergessen!", hätte ich mir so meine Gedanken gemacht! Deshalb war mir wichtig, dass meine Söhne ihn so früh wie möglich kennengelernt hatten. Wenn ich nur mit ihm alleine ständig etwas unternommen hätte, könnten sie das Gefühl entwickeln, dass er jetzt mein neuer Mittelpunkt sei und sie ausgegrenzt werden.
Doch meine Jungs sind und bleiben immer das Wichtigste!
lg,
Sylvia
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