Freitag, 25. Mai 2012, 15:46 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren
Gruppen

Gruppen und soziale Netzwerke nach Regionen und Themen
Regionale Gruppen

Urlaub Single mit Kind

Silvester 2011
30.12. bis 2.1.2012

Chat für Alleinerziehende

Du suchst Erfahrungsaustausch, oder willst gerne nette Leute kennenlernen? - Hier gehts zu unserem Chatroom.

Wer macht was?

jea
25.05.2012
um 09:58 Uhr
ich hätte gerne stahlseiile als nerven guten morgen
 
Was machen Andere?

Kontrollzentrum
Neue Benutzer

Ann12 (Gestern, 14:49)

Want to be lucky again (Gestern, 11:57)

luctifer (Gestern, 10:57)

bellalu (Gestern, 08:49)

Fenja73 (23. Mai 2012, 23:15)

Umfrage

6%

manchmal

92%

nein

2%

ja

Insgesamt 65 Stimmen
Neu in der Galerie
von mona84

Hemi_Cuda

Anfänger

Beiträge: 6

Danksagungen: 5

Wohnort: Pfaffenhofen

1

Montag, 12. September 2011, 18:47

Wie macht ihr "richtig Harten" das alles?

Vorab: sollte dies das falsche Unterforum sein, bitte verschieben. War mir bei der Wahl nicht sicher. Und falls der Text sich zu jammernd lesen sollte, bitte ich dies zu verzeihen. Es ist dann ggf. teils unvermeidlich und kein Versuch, alles schlechtzureden und mich als den einzigen, leidtragenden Menschen hinzustellen.



Bedingt durch den weniger als unrühmlichen Abgang meiner Exfrau, habe ich nun seit über dreieinhalb Jahren das Vergnügen mit dem Single- und Alleinerziehendendasein. Gut, in der heutigen Zeit traurigerweise längst keine Seltenheit mehr, wie wir ja alle wissen.



Derzeit sieht es so aus, dass ich nach über dreieinhalb Jahren wieder eine Tätigkeit ausübe. Demütigenderweise einen 1€-Job in einer Einrichtung voller Alkohol- und Drogenabhängiger. Zugegeben, diese Leute sind auch nur Menschen, und zum Teil wirklich arme, doch zieht der Job einen unheimlich runter.

Gelernt habe ich vor Jahren den Beruf Betriebsschlosser. Meine Qualifikationen in der Hinsicht waren damals durchweg sehr gut (Lehrzeitverkürzer mit Top-Werten), doch ist in diesem Beruf mit meiner Situation nichts zu holen. Aufgrund der Zeitarbeitspolitik müsste ich trotz Lohn wohl noch auf Hartz4 zurückgreifen, ich bin zu lange aus dem Job raus, und außerdem bin ich zeitlich aufgrund der beiden Kinder nicht flexibel genug. Dazu kommt noch eine frühere, schwere Erkrankung, die mich fast das Leben gekostet hätte und bist heute nicht unerheblich nachklingt.



Seitens diverser Ämter habe ich bisher nicht sonderlich viel Unterstützung erfahren, wenn man vom Finanziellen einmal absieht. Entweder will man mich sofort in irgendwelchen Ganztagsbeschäftigungen weit von daheim entfernt sehen, welche schlicht und einfach unrealistisch sind, oder meine persönlichen Vorschläge/Wünsche werden als Hirngespinst (O-Ton) abgestempelt oder als nicht förderungswürdig abgewiesen.

Bei besonders unrealistischen Einfällen hätte ich es ja selbst eingesehen, aber ist es denn beispielsweise so falsch, wenn man sich gern darum bemühen würde, beim lokalen Roten Kreuz oder einem Altenheim sich um einen Halbtags- bzw. Minijob zu suchen, anstatt für einen € die Stunde in einer Einrichtung zu arbeiten, in welcher wohlhabende, lokale Firmen für ganz wenig Geld verpacken und zusammenbauen lassen?!

Mit meiner langfristigen Zukunftsperspektive sieht es da nicht besser aus. Nur allzu gern würde ich eine Ausbildung zum staatlich geprüften Podologen (Fußpfleger) machen, da ich mir davon allgemein weitaus mehr Möglichkeiten in jeder Hinsicht verspreche als von meinem einst erlernten Beruf. Das Amt weist diesen Vorschlag vehement ab, und in Teilzeit ist eine derartige Ausbildung hier in Bayern nicht möglich.



Was spricht eigentlich gegen Vollzeit? Die Tatsache, dass ich mit den Kindern im Grunde wirklich vollkommen alleine bin. Meine Eltern wohnen zwar ein Haus weiter, sind jedoch beide berufstätig, mein Freundeskreis bewegt sich Nähe null, Verwandtschaft existiert kaum noch und vor allem nicht hier in der Nähe, zwischen meinen ehemaligen Schwiegereltern und mir ist inzwischen Funkstille, und weder kommen von meiner Exfrau große Bemühung um die Kinder, noch würde ich dies wollen aufgrund ihres Umgangs mit den Kindern und der bei ihr und ihrem neuen Ehemann gegebenen Umständen (Schusswaffen und massenhaft rechtsradikales Gedankengut in der Wohnung; Jugendamt zeigte sich davon unbeeindruckt).

Selbst wenn ich die Kinder bis 15:00 in eine Nachmittagsbetreuung stecken könnte, bliebe mir immer noch keine Möglichkeit für eine "erweiterte Tätigkeit", wie ich es jetzt mal bezeichnen möchte, da sowas eben auf mein Berufsbild nicht passt, und zweitens Jobs in dieser Sparte , welche keine Berufsausbildung vorraussetzen, hier rar sind, oder eben an Frauen vergeben werden. Mag ein Vorurteil (und ganz sicher KEIN Vorwurf!) sein, aber meine bisherigen Erfahrungen bestätigen es jedenfalls bisher. Außerdem muss ich ja die Tochter aus dem Haus zum Schulbus schicken und meinen Sohn zum Kindergarten bringen.



Wie man sieht, sind die Gegebenheiten alle weniger als ungünstig, und mir ist nicht klar, wie es weitergehen soll, geschweige denn überhaupt KÖNNTE. Was ich stets um jeden Preis vermeiden möchte, ist es, als faulen Klischee-Hartz4ler, wie man ihn aus diversen, niveaulosen Sendungen von RTL(II) und Co. kennt, abgestempelt zu werden. Kurz nach dem Beginn meines 1€-Jobs kam man direkt mit diversen Angeboten vom Jugendamt bezüglich Haushalts-/Hauswirtschaftshilfe auf mich zu, damit ich das mal lerne. Als ich dies dankend abgelehnt habe, da meine Kompetenzen diesbezüglich mehr als gut sind, wurde mir direkt mit Konsequenzen und Einschaltung des Jugendamtes gedroht. In dem Wissen, nichts zu befürchten zu haben, blieb ich natürlich stur, und letzten Ende kam auch nichts. Selbst wenn...



In meinen bzw. unseren Wohnlichkeiten sieht es so aus, dass es IMMER sauber und ordentlich zugeht (zum qualmen geh' ich vor die Tür), dass die Kinder STETS körperlich gepflegt sind, IMMER saubere und passende Kleidung und reichlich Spielzeug und Freiraum haben, und dass sich beide quasi EINWANDFREI in Kindergarten bzw. Schule machen. Die Zeit, die man für andere Beschäftigung mit den Kindern, wie Hausaufgaben, spielen usw. aufbringen muss, kommt noch dazu.

Das alles und diverse andere Gegebenheiten sorgen schon dafür, dass ich wirklich kaum Zeit für mich habe, außer abends kurz am Basteltisch bzw. dem PC zu sitzen. Nicht weiter schlimm, aufgrund der Tatsache, dass ich nie ein großer Partygänger war, der jedes Wochenende bis zum abwinken auf Derby/Party gehen und die Sau rauslassen muss. Ich bin mit meinem Ticket für Wacken jedes Jahr zufrieden. Ich wäre gern mehr unter Leuten, nur habe ich da so meine Probleme, und außerdem schaffe ich das durch die gegebenen Umstände nur alle paar Wochen mal einen Abend für zwei, drei Stunden für den Gang ins Kino oder einen Abend alleine an irgendeiner Theke. Das ist wohlgemerkt keine Untertreibung.

So, wenn ich mir jetzt noch vorstelle, Vollzeit zu arbeiten und noch zu lernen, dreh' ich vollkommen am Rad. Ich würde es unter Garantie nicht packen, weder zeitlich noch nervlich.



Es ist mir grundsätzlich einfach ein großes, fast schon an physikalische Umöglichkeit grenzendes Rätsel, wie Leute solche Situationen packen, und zwar alles top. Wie bringt man das alles unter einen Hut, jobmäßig voll da sein, wieder einen Partner finden, zwei Kinder betreuen, lernen, den Haushalt schmeißen und auch noch ausreichend Zeit für sich selbst finden?! Ich wage mal zu behaupten, dass ich ja irgendwo alles kann, aber alles auf einmal?

Über drei Jahre mache ich das jetzt alles schon. Ich kann kochen, waschen, bügeln, die Wohnung lupenrein putzen, Ordnung halten, ausgewogen einkaufen, Termine ausmachen und von A nach B rennen, Hausaufgaben kontrollieren, Nachhilfe erteilen, Kinder bei Laune halten, ihnen Liebe, Fürsorge und Geborgenheit vermitteln usw.

Seit Jahren stehe ich hinten an, mache aber niemandem einen Vorwurf und komme meinen Pflichten willig nach. Allerdings fühlt man sich machtlos, im Stich gelassen und irgendwann dann doch unfähig und nutzlos, und die Frage nach der Daseinsberechtigung nagt mehr und mehr angesichts der Tatsache, dass man den mittel- und langfristig anstehenden Aufgaben alleine nicht gewachsen ist. Irgendwann muss man eben zugeben, dass Männer wie Schalentiere sind: außen hart, und innen ein weicher Kern.



Alleine werde ich wohl auch noch sehr lange bleiben, da das Feedback vom weiblichen Geschlecht bisher, wenn überhaupt, durchgehend negativ war. Entweder besteht grundsätzlich ein Hass auf die Spezies Mann, fremde Kinder packt man nicht einmal mit der Kneifzange an, oder es geht nur um Geld, Job, Karriere und Party. Auch das mögen mir manche jetzt als klischeehafte Aussage ankreiden, aber zu dieser Meinung stehe ich durch und durch.







Ich weiß, das war jetzt eine ganze Menge Text und es liest sich irgendwo auch teilweise wie ein Lebenslauf, nur wusste ich nicht, wie ich mich kürzer fassen und gleichzeitig alles richtig hätte rüberbringen sollen. Der eine oder andere wird sich irgendwo sicher wiedererkennen, keine Frage.

Auf alle Fälle vielen Dank für die genommene Zeit, und MEINE HOCHACHTUNG AN ALLE, DENEN ES ÄHNLICH WIE MIR GEHT UND DIE ALLES AUF DIE REIHE BRINGEN!!! WOHER NEHMT IHR DIE KRAFT UND DIE NERVEN? WIE MACHT IHR DAS ALLES?







Bernd :)

thomas0123

Administrator

Beiträge: 833

Danksagungen: 860

Wohnort: Neuwied

Beruf: vorhanden und wird ausgeübt

2

Montag, 12. September 2011, 20:11

hallo bernd,


das was du schreibst würde ich nicht als jammern beschreiben, und auch frauen, egal ob alleinerziehend oder nicht, haben mal nen burnout wie du gerade und wissen nicht mehr weiter. sowas macht einen nur menschlich.und solange man nicht beim jammern blibt auch gar nichts gegen zusagen


ich bin nun auch seit 3 jahren alleinerziehend,zwar nur mit einem bub, aber vollberufstätig.habe u.a. meine arbeitszeiten angepasst, aber nicht nur das es mir besser passt sondern auch dem arbeitgeber entgegen kommt, also für beide von vorteil sozusagen, und trotz des alleinerziehend seins bin ich flexibler und "belastbarer" als so mancher andere kollege. und auch ich komme aus einem typischen männerberuf, in dem teilzeit oder kinderbetreuung nur bedingt ein platz haben. das ganze möglich macht ein kindergarten der einfach super öffnungszeiten hat, also ein wirkliches ganztagsangebot.

zu deiner frage wie man das schafft:also ich kann dir sagen,ein perfekten haushalt führe ich nicht, da fehlt die zeit dazu um jeden winkel strahlend sauber zu halten.es kommt auch öfters vor das bei mir die waschmaschine noch nachts läuft und ich nach mitternacht die wäsche auf- und abhänge.

also das wichtige ist auch die infrastruktur.welche angebote der betreuung gibt es bei dir/euch?damit es dir möglich wird eine dreiviertelstelle oder sogar vollzeit anzutretten.frage dann eben auch ob du bereit dazu bist. weil so manche dinge muss man dann unter umständen aufgeben.

auch nervlich ist es keine leichte aufgabe, aber man kann es schaffen.


und das mit dem alleine sein, das ändert sich mit dem reifer werden der evtl partnerinnen oder nach leuten schauen die wissen worum es geht,sprich die selber kinder haben z.b.



es gibt sogar manch verrückte/n die sich neben vollzeitarbeiten, kinder großziehen, haushalt noch um sachen wie events,reisen und die seite hier kümmern und trotzdem ein privatleben haben, und stolz und glücklich darauf sind. also kopf hoch du schaffst das auch!!! :thumbsup:



lg thomas
Was keiner wagt,das sollt ihr wagen,Was keiner sagt,das sagt heraus
Was keiner denkt,das wagt zudenken,Was keiner anfängt,das führt aus
Wenn keiner ja sagt,sollt Ihrs sagen,Wenn keiner nein sagt,dann sagt doch nein
Wenn alle zweifeln,dann wagt zu glauben,Wenn alle mittun,dann steht allein
Wo alle loben,habt Bedenken,Wo alle spotten,spottet nicht
Wo alle geizen,da wagt zu schenken,Wo alles dunkel ist,da macht Licht!!!


Lothar Zenetti

pandora

unregistriert

3

Montag, 12. September 2011, 20:41

Hallo Bernd,

das was thomas da geschrieben hat, kann ich zum Großenteil nur bestätigen. Man lernt immer dazu, jeden Tag. Das Hamsterrad des dauernd "perfekt" sein wollens, das ist einfach ziemlich stabil. Mir hat es geholfen, mir ganz bewußt eine Auszeit zu gönnen. Ich bin mit meiner damals vierjährigen Tochter in Kur gefahren. Es gibt viele Kurkliniken, die sich gerade auch mit dem Burnout von Vätern und Müttern auseinander setzen. Ich war damals in Carolinenesiel in Ostfriesland, und sehr zufrieden. Das Haus hatte damals als Träger das Diakonische Werk. Aber auch AWO und Caritas können beim Vermitteln und planen helfen. In deiner Situation würde ich auch nochmal bei JA fragen, wie das mit einer Familienhilfe aussieht. Und wenn der Mitarbeiter nicht mitmacht, versuch einen zu finden, der dir hilft.

Ich habe das Gefühl, dass du dringend anfangen musst, an dich selber zu denken. Damit du wieder Orientierung findest. Außerdem gibt es Integrationsstellen, Wiedereinstiegsangebote für länger nicht arbeitende Arbeitnehmer. Da kannst du dich mal an dein zuständiges Arbeitsamt wenden.

Aber auf jeden Fall denke an dich, damit du zu Kräften kommst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man dann stark wird, wenn man sich seine Ängste und Schwächen eingesteht, und sich Hilfe sucht.

Ich wünsche dir alles Gute,

pandora :D

Sie haben den Thankomaten für diesen Beitrag aktiviert.

Moni42

Senior Mitglied

Beiträge: 2 185

Danksagungen: 2019

4

Dienstag, 13. September 2011, 07:14

Ich gehöre nicht zu den Harten..........aber ich habe versucht das Beste zu schaffen für die Kinder und mich.

Ich denke alles hängt von einem guten Sachbearbeiter am Amt ab.......hast du schon mal an eine Umschulung gedacht? Ich konnte in meinem Ursprungsberuf auch nicht mehr arbeiten. Durch meinen erarbeiteten Anspruch auf Förderung konnte ich umschulen und habe dann eine TZ-stelle gefunden, welche ich mit Kindern und Erkrankung schaffen konnte.

So habe ich auch den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente wieder aufgebaut, zum Glück!

@alle
Gibt es vielleicht Beratungsstellen, wo er sich mal Hilfe holen könnte in der Situation?

Hemi_Cuda

Anfänger

Beiträge: 6

Danksagungen: 5

Wohnort: Pfaffenhofen

5

Dienstag, 13. September 2011, 17:31

Nun gut, auf diverse Beratungsstellen würde ich mich ebenso wenig verlassen wie auf das Arbeitsamt. Ich erhoffe mir von Menschen mit richtiger Erfahrung aus dem alltäglichen Leben inzwischen mehr, allein schon deshalb, weil ich auf diese Art wesentlich mehr gelernt habe.



Es zeichnet sich bei mir einfach nicht ab, wie es zukünftig weitergehen soll. U. a. bekamm ich schon zu hören, dass mir ja grundsätzlich keine Vollzeitstelle zuzumuten sei, weil mein jüngstes Kind noch keine zwölf Jahre ist, was ich persönlich für nicht zutreffend halte.

Nach meiner eigenen Meinung und der meiner behandelnden Ärztin bin ich derzeit nicht in der Lage, mich mit einem vollwertigen Berufsleben, geschweige denn einer Ausbildung und dem damit verbundenen Lernstress, welcher sich zu Haushalt und Kindern dazuaddiert, klarzukommen. Wie lange ist ungewiss. Allerdings hilft mir das in keinster Weise.



Gut, ich bin es inzwischen ja irgendwo "gewöhnt", viel Zeit für Haushalt und Kinder zu haben. Mein Zeitplan ist voll, und für mich bleibt da sehr wenig, jedoch geht es mir erstens um die Zukunft auf breiter Ebene (man möchte aus Prinzip und Stolz selbst ausreichend Geld verdienen und nicht von anderen Steuerzahlern bekommen), und zweitens würde ich mir so mehr Chancen auf eine neue, mir so schmerzlich abgehende Partnerschaft ausrechnen. Meine derzeitige Lage macht mich ausgesprochen unattraktiv, wie ich finde...



In Summe heißt das: die Situation zur Zeit macht höchstens zusätzlich krank, also muss sich das ändern, egal ob eigentlich derzeit machbar oder nicht.

Rick

m-admin a.D.

Beiträge: 264

Danksagungen: 527

Wohnort: Münsterland

Beruf: Ausfüllend ;-)

6

Dienstag, 13. September 2011, 21:01

Hallo Bernd,

vieles haben meine vorrednerinnen ja bereits erwähnt, und ganz ehrlich: eine pause tät dir sicher gut, wie z.b. eine vater-kind-kur. da gibt es bereits spezialisierte häuser. gern nenn ich dir adressen bzw. ansprechpartner.

als einer von den "harten" :S , der seit jahren kindererziehung und vollzeitjob in einer beratungsstelle, etc. wuppt :) kann ich dir nur raten, dich selber mal zu hinterfragen, wo du für dich freiräume schaffen kannst.

da ich bald wieder beruflich verreisen muss, fällt mir grad das bild der notfall-übung im flieger ein: dort wird z.b. den passagieren gesagt, sich zuerst die sauerstoff-maske anzulegen, und dann den kindern. klingt erst hart, ist aber, wenn man es zuende denkt, logisch.

will sagen, gut gemeint ist halt nicht unbedingt gut, eher oft das gegenteil davon. es nutzt halt den kindern gar nichts, wenn der vater oder die mutter umkippt.

sicher kennt jede(r) die phasen, auch die "harten" :) wo alles mal nach ausweglosem hamsterrad aussieht, und es ist ja auch nicht einfach, da rauszukommen. wenn es aber zur eigentlichen grundstimmung wird, gar zu einer depressiven verstimmung führt - oder mehr, wird es höchste zeit, wie du richtig schreibst, etwas zu ändern.

ach ja, kraft, nerven und es auf die reihe kriegen, dazu folgender gedanke, der wahrscheinlich aus einem gebet entlehnt ist:

"Gib mir die Gelassenheit Dinge zu akzeptieren die ich nicht ändern kann, und die Kraft Dinge zu ändern die ich ändern kann und die Weissheit das eine von dem anderen zu unterscheiden" (wohl von Friedrich Christoph Oetinger).

hilft, zum einen das wesentliche vom unwesentlichem zu unterscheiden, aber auch mehr Gelassenenheit, mit beidem umzugehen. :rolleyes: anderseits spornt es an, aktiv zu sein und es zu bleiben :) - und sich eigene freiräume zu schaffen. viele weitere gedanken können sich daran anschliessen.

den ersten schritt hast du ja gemacht, indem du hier deine lage unter gleichgesinnten schilderst :) nun könnten die weiteren folgen. wahrscheinlich hast du ja auch selber schon ideen ...

lg Rick

Es hat sich bereits 1 Gast bedankt.

Beiträge: 262

Danksagungen: 311

Wohnort: Berlin

Beruf: Fremdsprachenkorrespondentin / Arbeitssuchend!

7

Mittwoch, 14. September 2011, 12:16

Kur?

Hallo Bernd! Ich kann dich auch gut verstehen und finde es gut, dass du dich nicht aufgegeben hast und weiterkämpfen willst!
um etwas runterzukommen und auch professionelle hilfe in anspruch nehmen zu können, hat mir eine Mutter-Kind-Kur (in deinem fall dann eine vater-kind-kur) sehr geholfen.
informiere dich doch mal in diese richtung, ob das für dich in frage kommen könnte! über die diagnose burn-out und mit deiner schlimmen krankheit solltest du diese eigentlich auch schnell bewilligt bekommen!
bei interesse deinerseits, kannst du dich gerne wieder an mich wenden um mehr infos/tipps zur abwicklung zu bekommen!!
liebe grüße
kathi

Erst wer aufhört sich um sich selbst zu drehen, ist in der Lage wahre Liebe zu schenken!


Speuzi

unregistriert

8

Mittwoch, 14. September 2011, 14:37

Hi Bernd,

oh je "hart"..hm..."gelassener"; "strukturierter" wird man vllt. :) ...

Was mir beim durchlesen deines Ausgangspost aufgefallen ist...war dein Hinweis darauf, dass dein Freundeskreis nicht so gut ausgebaut ist.

Wenn ich so an meine Anfangszeit der Trennung zurückdenke (morgen werdens 6 Jahre :rolleyes: ).. Meine Situation damals war auch erst mal entsprechend..dass ich z.B. :rolleyes: auf den zweiten Elternteil und die Großeltern gar nicht zurückgreifen konnte. Ich konnte z.B. sehr gut mit den anderen Elternteilen der Kita-stätte Kontakt in dieser Zeit knüpfen...und hab wunderbare Freund- und Bekanntschaften gewonnen. Die haben mir oft die Kinder z.B. abends mit abgeholt und dergleichen...

Auch heute im Hort....mittlerweile sind da mehrere Kinder die bei einem Elternteil aufwachsen...wir greifen uns gegenseitig unter die Arme..hier schläft mal jemand ..dort schläft mal meine ..usw...so kann man sich z.B. ein bisschen Freiräume schaffen.
Ich hab hier z.B. oft Gastkinder...ständig sogar...aber ich scheue auch nicht davor...wo anzurufen..und zu fragen..kann heute Töchti bei euch nächtigen (natürlich möchten das die Kinder in den Fällen selbst auch :) ..es geht ja nicht ums abschieben..sondern auch darum mal zur Luft zu kommen..und die Kinder freut es :) ).

Ist mir nur so eingefallen...vllt. ergibt sich in dem Freundeskreis eurer Kinder ja auch was :) .

Das Leben ist ein Nehmen und Geben.. :)

Vg
Simone mit dem Shuma :)


...und jetzt noch ein Spruch..den ich heute gefunden habe...der gefällt mir :)


"Man kann nicht lächelnd in die Zukunft blicken, wenn die Augen noch voller Tränen der Vergangenheit sind."

Sie haben den Thankomaten für diesen Beitrag aktiviert.