Meine Frage bezieht sich auf das hier schon viel diskutierte Thema Trennung. Ich habe mit großem Interesse fast alle Beiträge gelesen und weiß doch nicht so recht..also es bestehen bei mir unheimliche Ängste...den Schritt zu wagen, auch aus existenziellen Gründen.
Ich bin verheiratet, mein Sohn lebt noch bei uns und wird in Kürze sein Abitur machen. Aufgrund der gesamten Begebenheiten, ich habe keine Arbeit (gehe nur einer unregelmäßigen Nebenbeschäftigung nach) und beziehe aufgrund des Einkommens meines Mannes kein Arbeitslosengeld II bzw. irgendeine Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung...jegliche Kontaktadressen der potenziellen Arbeitnehmer bleiben mir verwehrt...weil ich keine Leistungen beziehe bzw. einen Vermittlungsgutschein vorweisen kann. Das zu meiner momentanen Lebenssituation. Ich falle somit durch jegliches Raster und bin völlig abhängig von meinem Mann.
Unsere Ehe ist schon lange kaputt und die o.g. Situation verschlimmert die Lage nur noch mehr. Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, dass wir uns sogar einvernehmlich trennen würden, der Standpunkt meines Mannes: nur aus diesem Grunde: damit ich wieder Anspruch auf Leistungen habe und man endlich wieder von mir Notiz nimmt. Aber im innersten denke ich, sind wir uns beide klar, dass da halt die Gründe unseres Auseinanderlebens die größte Rolle spielen und o.g. nur das Sprungbrett sein soll. Auch mit einer räumlichen Trennung wäre er einverstanden.
Ich weiß einfach nicht, was kommt da auf mich zu, wie gehe ich das alles an..welchen Schritt muss ich zuerst gehen bei einer Trennung????
Was mir die größte Sorge macht, ich glaube nicht, dass mein Sohn mit mir mitkommt (mehr finanzielle Sicherheit hat er nunmal bei meinem Mann)...
Und was bleibt mir dann als zukünftige Hartz IV Empfängerin, wenn er das KIND betreut. Bekomme ich Unterhalt?? wenn er in der Wohnung bleibt und ich ausziehe, ich stehe mit im Mietvertrag. Ich habe Angst, völlig abzusteigen.
Ich bin so verzweifelt.
Ich weiß, viele Fragen wurden bestimmt schon in abgewandelter Form gestellt und Antworten darauf gegeben. Aber ich würde mich freuen, wenn jemand ganz individuell auf mich eingehen könnte.
Hallo Gast,
leider schreibst du hier namenlos, daher kann ich dich nur so ansprechen.
Zunächst solltest du dir vielleicht überlegen, was du wirklich möchtest. Dich tatsächlich trennen und es komplett mit allen Konsequenzen durchziehen, oder aus finanziellen Gründen mit deinem Mann zusammenbleiben und so weiter leben?
Als erstes solltest du dich um eine besser bezahlte Tätigkeit kümmern, melde dich sofort beim Arbeitsamt arbeitssuchend. Hast du einen besseren Job, dann ist das schon mal ein kleines Finanzpolster....
Steht für dich tatsächlich die Trennung an, dann solltest du deinen Noch-Ehemann darüber in Kenntnis setzen und ihm das mitteilen, dass daraus eine räumliche Trennung/Trennungsjahr erfolgt, Trennungsunterhalt zu zahlen sein wird und du, falls dieser für dich unter dem HartzIV-Satz liegt, auch noch ergänzende Sozialhilfe (ALGII) beantragen mußt, du jedoch KU an den KV wirst zahlen müssen (jedoch nicht bei ALGII). Auch mußt du dich selber krankenversichern.
Eine neue Wohnungssuche wird für dich eine weitere Konsequenz sein. Du wirst dich mit deinem Noch-Ehemann über die Möbelaufteilung auseinandersetzen müssen, denn ich vermute, daß du und nicht er auszieht, wenn euer Kind bei ihm bleibt.
Solltet ihr nach eurem Trennungsjahr immer noch die Scheidung wollen, so kannst du oder er diese mittels eines RA beim Familiengericht beantragen. Kosten für den RA sind immer vom Streitwert abhängig (also je einvernehmlicher um so günstiger), bei geringem Einkommen deinerseits kann er für dich Prozesskostenbeihilfe beantragen. Der RA wird dir auch sagen, was du an Unterlagen wirst beibringen müssen, damit eure Scheidung reibungslos über die Bühne geht....
Der Gedanke an Trennung/Scheidung steht oft wie eine Riesenwand vor einem, die es gilt zu überwinden, aber manchmal fehlt einem einfach nur die Wegbeschreibung dahin....
Für weitere Anfragen kannst du mich gerne anschreiben....
LG
Minniemaus[addsig]