Schuldgefühle
Hallo,
ich bin seit 6 Jahren von meinem Mann getrennt. Unsere Trennung war eigentlich (trotz 16 Jahren Ehe und 3 Kindern) nicht sehr schlimm, weil wir beide wussten, dass es unausweichlich war. Es war gut so und wir sind nicht nur gemeinsam Eltern geblieben, sondern auch wirklich gute Freunde.
Was ich hier loswerden möchte ist etwas anderes:
Wie wohl vielen AE`s und auch Singles geht es mir auch mir so, dass ich nicht ewig alleine bleiben möchte. Ich bin zwar nicht auf der Suche, aber natürlich lernte ich in den lerzen Jahren drei Männer kennen und hatte ich mich auch verliebt. Mein Pech ist es, dass ich jedesmal das Glück hatte, dass mir in der Anfangszeit versichert wurde wie verliebt sie doch sind und gerne eine feste Beziehung haben möchten und es sich dann nach ein paar Monaten herauskristalliesiert, dass es doch nicht so ist :-(
Alleinerziehend/ Haus und Hof finanzieren zu müssen und Berufstätig zu sein ist schon anstrengend genug (vor allem wenn man über 300 Km von der Heimat wegwohnt und auch Geschwister und Eltern fehlen), aber wenn dann noch eine unerfreuliche Beziehung dazu kommt, dann wird es unerträglich.
In der letzten Beziehung war ich wirklich sehr verliebt. Er hat auch 2 Kinder die jede zweite Woche bei ihm sind. Wir hatten uns super verstanden (alle zusammen). Sein Problem, dass er nach 5 Jahren Scheidung immer noch an seiner Exfrau hängt und wir ihm zu "emotional" sind. Sorry, habe versucht meine Kiddis zu selbstbewussten Menschen zu erziehen, die sagen was sie denken. (Sie waren niemals unfreundlich zu ihm!)
Es ging die letzen Monate hin und her. Er machte das erste mal noch erst einer Woche Schluss mit der Begründung, dass er wohl doch keine Beziehung führen kann (seine Worte), dann stand er doch wieder vor der Tür, dann ging das ganze wieder los. Verabredungen wurden nicht eingehalten usw., dann wieder Ende, dann stand er wieder vor meiner Tür nach 2 Wochen Trennung weil er mich doch so vermisst und er nicht alleine sein kann... und ich öffnete mein Herz wieder. Nach einer Woche, dann das entgültige aus. Gleiche Begründung wie oben. Es hat mich aufgefressen.
Und das alles in einem Moment als ich mir einen komplizieten Fingerbruch zuzog und gerade eine neue Arbeitsstelle angenommen hatte.
Was mir Angst macht ist, dass ich nach dem 2 mal Schluss wirklich die Kontrolle über mich verloren habe. Nicht dass ich ihn oder meine Kinder attakiert hätte , sondern es gab einen Moment, da war ich mit meinen Kräften völlig am Ende.
Tatsache ist, dass ich WOHLGEMERKT in meinem eigenen Zimmer einen richtigen "Ausraster" bekam, geschrien und getobt und geweint habe.
Er hat das leider durch einen blöden Zufall mitbekommen und meinte das würde ihm Angst machen.
Mir hat das ja auch unheimlich leid getan und ich schäme mich sehr, dass ich mich da nicht unter Kontrolle hatte. Ich habe meinen Kindern erklärt (sie sind Teenager), dass ich in dem Moment einfach überfordert war und das nichts mit ihnen zu tun hatte (sie waren auch nicht im Raum). Es war für sie OK. Sie kennen mich und wissen, wie ich sonst bin. Ich habe sie nie geschlagen oder ähnliches und ich habe drei tolle Kinder und das nur dadurch, dass ich eben zu meinen Entscheidungen stehe.
Aber dennoch zweifle ich momentan schon sehr an mir. Meine Freunde sagen, ich sollte mir einen allzugroßen Kopf machen und ehr stolz auf das sein, was ich in den letzten Jahren alles geschafft hätte. Ein Sohn, der gerade dabei ist Fach-Abi zu machen, einen Sohn der auch auf dem Weg zum Abi ist und eine super kreative und musikalische Tochter, ein eigenes Haus, einen Job....
Aber trotzdem hadere ich schon sehr mit mir, dass ich nicht in der Lage war ihnen eine richtige Familie bieten zu können und sie offensichtlich auch nicht von mir lernen können wie man ein gute Beziehung führt.
Danke an alle die bis zum Schluss gelesen haben. Würde mich über Reaktionen sehr freuen.
Einen schönen Sonntag
Tina
[addsig]