RE: Gefühle ..... der Gehenden und des Verlassenen.......
Hallo Patricia!
Ich bewunder immer noch deinen Mut und deine Stärke.
Bei mir lief das alles ganz anders.
Ich bin nicht gegangen, weil ich ihn nicht mehr geliebt hätte, zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, ich würde die Trennung niemals überleben, sondern weil wir uns einfach zu sehr voneinander entfernt hatten.
Und er wusste, das ich gehen würde.
Ich kann mir vorstellen, dass der Druck, unter dem du jetzt stehst, groß ist - aber anders ist es auch nicht besser. Täglich Gespräche oder Streitereien - je nachdem. Auf der einen Seite das Bewusstsein, du gehst, oobwohl du ihn liebst und alles geben würdest, um die Ehe nochmal zu kitten, auf der anderen Seite seine Verletztheit, seine Wut, weil ich das wirklich durchgezogen habe... Ich kann dir sagen, es haben sich ein paar unschöne Szenen abgespielt.
Dass du befürchtest, du nimmst ihm die Kinder, kann ich verstehen, doch das glaube ich nicht. Wenn er sich jetzt nicht kümmert, hat er immerhin die Möglichkeit, immer noch ein guter Teilzeitvater zu werden, wenn ihm denn etwas daran liegt.
Und ihm gegenüber brauchst du auch kein schlechtes Gewissen haben: Hätte er sich mehr wie ein Partner dir gegenüber verhalten, wäre es sicher gar nicht erst so weit gekommen. Wer will denn schon nur noch "Dienstleister" seines Mannes sein? Das kann niemand von dir verlangen - auch du nicht. Du gibst ihm jetzt die Möglichkeit, endlich erwachsen zu werden, so wie Rose es schon sagte. Dafür sollte er dir eigentlich dankbar sein... wird er nicht, schon klar.
Er wird bestimmt wütend sein, und verletzt - aber vielleicht kommt er irgendwann dahin, dass er darüber nachdenkt, warum das Ganze so abgelaufen ist und nicht anders, dass er es mit seinem Verhalten eigentlich so heraufbeschworen hat.
Ich wünsche dir und deinen Kindern weiterhin den Mut und die Nerven, alles gut zu überstehen!
Lieben Gruß, Angela[addsig]