Hallo liebe Franky!
Ich bin zwar eine Frau, möchte aber dennoch eine Antwort auf Deine Frage geben. Falls ich danebenliege mit meiner EinschÀtzung, möge man(n) mich bitte korrigieren...

wenn er sie liebt, warum kĂŒmmert er sich nicht um sie??? ist er zu egoistisch? liebt er sie gar nicht so wie er sagt?
Das kann ich wohl ganz klar verneinen. Dass er fĂŒr Eure Tochter nicht die Dinge tut, die Du von ihm erwartest, hat nichts damit zu tun, dass er sie nicht liebt. Das ist mal wieder eine rein weibliche Schlussfolgerung: er tut dieses jenes welches nicht, also liebt er nicht. MĂ€nner denken und fĂŒhlen nicht so. Jetzt fragst Du Dich natĂŒrlich nach den GrĂŒnden seines fĂŒr Dich sonderbar anmutenden Verhaltens...
Ich möchte an dieser Stelle ein bisschen "ausholen" (meine folgende Sicht der Dinge bezieht sich auf heterogene MĂ€nner ab ca. 25/30 Jahren): MĂ€nner haben als pubertierende Jungs in der Regel gelernt, ihre weibliche Ader zu unterdrĂŒcken. Sie mussten das tun, wenn sie nicht als Memme, Weichei, Heulsuse etc. verpönt werden wollten. Sie werden in der Regel so gut darin, dass sie spĂ€ter im Erwachsenenalter kaum noch Zugang zu ihren (weiblichen) GefĂŒhlen haben. Das fĂŒhrt dazu, dass sie vollkomen anders denken und fĂŒhlen als Frauen. MĂ€nner sollen (und wollen) gelten als: zupackend, entscheidungsfreudig, der Fels in der Brandung, sicher und kompetent. Dadurch, dass sie sehr wenig Erfahrung haben im Umgang mit den eigenen GefĂŒhlen und den eigenen Inneren, sind MĂ€nner i.d.R. sehr viel mehr nach auĂen orientiert als Frauen. In der AuĂenwelt ist alles relativ einfach, deutlich und klar. Man bringt z.B. Leistung im Beruf und erhĂ€lt entsprechende Anerkennung. Aus diesem Grund sind so viele MĂ€nner so stark berufs- und statusorientiert. Sie brauchen Ziele und Aufgaben, die sie erreichen können. Ihr Motto könnte vielleicht heiĂen: Ich kann, also bin ich.
Nun, dieses Streben nach beruflicher, sportlicher oder sonstiger Anerkennung dient letzendlich jedoch nur einem einzigen Grund: dem Werben um die Frau. Denn seit Millionen von Jahren ist das erklĂ€rte Ziel der MĂ€nner die bestmögliche Verbreitung ihrer Gene. Sehr unromantisch, ich weiĂ.
Die Frau wiederum entscheidet letztlich, ob er - salopp formuliert "ran darf" oder nicht. Er muss sich ihr gegenĂŒber also in gewisser Hinsicht beweisen und mögliche Konkurrenten ausschalten. Sein gesamtes Streben nach Anerkennung - ja, im Grunde seine ganze Existenz - dient nur einem Ziel: möglichst viele Frauen von sich zu beeindrucken. Aus diesem Grund sind die jungen MĂ€nner i.d.R. zunĂ€chst mit zahlreichen MĂ€dchen/Frauen in irgendeiner Art und Weise liiert. Aber er wird Ă€lter und all dieses Streben und Buhlen wird anstrengend - er sehnt sich nach einem zu Hause, nach einer Frau, mit der er "seĂhaft" werden kann. Er sehnt sich nach einem Ort, an dem er sich von seinem nach auĂen gerichteten Leben ausruhen kann. Ein Ort, an dem er so sein kann, wie er
wirklich ist, wo er angenommen wird - auch und gerade wegen seiner SchwÀchen.
Wenn er diese Frau gefunden hat, die es in seinen Augen wert ist, seine Kinder groĂzuziehen, dann setzt er damit in seinen Augen im Grunde alles auf eine Karte, verstehst Du?
So, und ihr beide befinden Euch nun also gerade mitten in der Trennungsphase. Wie fĂŒhlt sich Dein Mann jetzt wohl? Wenn Du Dich von ihm getrennt hast, dann kann man davon ausgehen, dass es ihm richtig beschissen geht. Vielleicht ist er in der Lage, seine GefĂŒhle nicht offen zur Schau zu tragen - dann hat er es bereits viele, viele Jahre so gelernt. Er fĂŒhlt sich vermutlich als totaler Versager: nicht nur die Frau ist er nicht in der Lage, glĂŒcklich zu machen, sondern er kann noch nicht mal ein annehmbarer Vater sein. Das sind vermutlich seine Gedanken. Damit ist - fĂŒr's erste - seine Existenz fast gĂ€nzlich zerstört.
Wenn er sich von Dir getrennt hat, dann fĂŒhlt er sich
momentan mit groĂer Wahrscheinlichkeit wie befreit. Gemein, ich weiĂ. Ihm wird in den Sinn kommen, wie viele Freiheiten er jetzt wieder hat, wie viele Frauen er jetzt wieder umgarnen kann (wir erinnern uns, das ist sein Ziel) usw. SpĂ€ter, wenn das GefĂŒhl der Erhabenheit verflogen ist und er wirklich begreift, was er da eigentlich verloren hat, kann es gut sein, dass er wieder vor Deiner TĂŒr steht... Aber das ist ein anderes Thema.
Der Mann hat in einer Trennungsphase im Grunde nur zwei Möglichkeiten: entweder Angriff von vorn oder Flucht. Deiner flieht. Er kann im Moment einfach nicht anders.
Wenn Du also möchtest, dass er sich um Eure Tochter kĂŒmmert, gibt es nach meiner bescheidenen Meinung momentan nur einen einzigen Weg: er braucht die Möglichkeit, mit ihr allein sein zu können.
Nun, wenn er geĂŒbt ist im Umgang mit ihr und wenn er sich das selbst zutraut, kann ich mir gut vorstellen, dass er ein Angebot Deinerseits, die Kleine in einem klar abgesteckten Zeitrahmen vertrauensvoll in seine HĂ€nde zu geben, annehmen wird. Vielleicht kann er fĂŒr den Anfang eine Runde mit ihr spazieren gehen oder so.
All das, was ich hier geschrieben habe, dient lediglich dazu, Dir (und anderen Frauen) das mÀnnliche Wesen ein bisschen verstÀndiger zu machen. Es bringt rein
gar nichts, den Mann nach seinen GefĂŒhlen oder seinen Motiven zu fragen. Er wird Dir dazu sowieso keine befriedigende Antwort geben können. MĂ€nner sind dazu schlicht und ergreifend nicht in der Lage, ĂŒber ihr eigenes Innenleben prĂ€zise Antworten zu geben. Zumindest nicht, was wir Frauen als prĂ€zise betrachten...
Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen...
P.S.: Und natĂŒrlich gibt es auch Ausnahmen, liebe MĂ€nner... *lach*
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