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18%

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Insgesamt 114 Stimmen
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von Sunriel

refa

unregistriert

1

Dienstag, 31. Mai 2005, 15:55

Ein Friedensschluss im Rosenkrieg

hi,
auch wenn hier mancher "Anwalts liebling" ist und meine meinung dazu bekannt ist, hier mal eine art von anwalt wo der wegsich lohnen kann.
Aber achtung, von gericht verordnete mediatoren kosten meißt geld, es gibt aber auch durchaus kompetente kostenlose angebote bei jugamt, kirche , freie traeger etc. pp
gruss refa

Mediation: Wie es ein getrenntes Paar schaffte, Streit um die Kinder ohne Gewinner und Verlierer zu beenden
zoom
Von Bettina Thoenes

Er hat das alles durchlebt: die Streitereien, die Wut und Hassgefühle, die Hilflosigkeit. Wie es passieren kann, wenn eine Familie auseinander bricht. Wenn der Kampf um die Kinder beginnt. Der Braunschweiger Ralf M. (Name geändert) hat sie durchgezogen, "diese ganze Schmutzkampagne". Einen Ausweg fand er in der Mediation.

"Viele glauben, es gibt keinen anderen Weg, als den anderen madig zu machen", sagt der Vater zweier Mädchen. "Sie wollen es dem anderen heimzahlen und können unter die Vergangenheit keinen Schlussstrich ziehen."

Bei ihm ging es um die Kinder – beide im Grundschulalter. Eine Tochter lebte bei der Mutter, die andere, auf Zeit, beim Vater. Und auf Dauer? Diese Frage zerrieb die Eltern. "Es war der ganze leidige Weg." Der Streit über Anwälte und vor Gericht, wo es nur um Sieg oder Niederlage gehe, wo man sich dem Richterspruch hilflos ausgeliefert fühle. Man gebe sein Leben in die Hand von Juristen. "Für Familien", meint Ralf M., "ist das tödlich."

Die Richter sprachen beiden Eltern das Sorgerecht zu und der Mutter allein das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Die Mädchen lebten nun bei der Mutter. Der Vater resignierte. "Ich war in einer solchen Krise, dass ich überlegte, ob ich den Kontakt ganz abbrechen sollte. Es war wie Aufgeben."

Aber bei jedem Besuch habe sich die Tochter gewünscht, beim Vater bleiben zu dürfen. "Das ging gar nicht gegen die Mutter", betont Ralf M. Wieder Anwälte, wieder Streit. Bis seine Ex-Frau schließlich außergerichtlich zustimmte: Die Achtjährige könne beim Vater wohnen.

Schutt der Vergangenheit

Das gütliche Ende der Geschichte? Nein. Noch türmte sich der Schutt der Vergangenheit. Die Wut sprach mit, wenn es darum ging, im Alltag der getrennten und doch verbundenen Patchwork-Familien Regelungen zu treffen.

Ein dreiviertel Jahr kreiste das Gerangel um Urlaub und Feiertage, um Erziehungsalltag und Besuchskontakte. "Wir konnten uns absolut nicht einigen, wie wir die Ferien aufteilen wollten", spricht Ralf M. auch von inneren Boykotthaltungen. Sollten die beiden Mädchen Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien – Hälfte/Hälfte – bei beiden Eltern verbringen oder im Jahreswechsel nur bei Vater oder Mutter? "Weihnachten, das Fest der Familie, ist der Konfliktherd schlechthin", so seine Erfahrung. Es kennt Paare, "die haben so lange gestritten, bis das Leben im Eimer war".

Man habe nur eine Chance: "Man muss den deeskalierenden Weg gehen." Davon ist Ralf M. heute überzeugt. Gemeinsam mit seiner früheren Ehefrau suchte er einen Rechtsanwalt auf, der zugleich als Mediator, als Vermittler, tätig ist. "Ich fand das erstaunlich: Drei Sitzungen reichten aus, um Lösungen zu finden."

Natürlich: Mediatoren seien keine Zauberkünstler. Die Ex-Partner müssten schon zu einer Annäherung bereit sein. Aber erst nach einer der Sitzungen – nachdem sie einander überhaupt einmal wieder zugehört hatten – hätten sie festgestellt: "Wir wollten ja beide nur in Ruhe und Frieden leben. Dieser Wunsch hat uns verbunden."

"Stabile Kontakte zu Eltern"

Einander zuhören, alte Rechnungen begleichen, Konflikte benennen und lösen: Das ist ihnen mit Hilfe des neutralen Vermittlers gelungen. Für die Ferien etwa gilt seither ein Kompromiss: Die Oster- und Sommerferien verbringen die Kinder je zur Hälfte bei beiden Elternteilen, im Herbst und zu Weihnachten haben sie sich auf einen jährlichen Wechsel geeinigt. Die Ferien und Wochenenden von Freitag bis Montagmorgen verbringen die Schwestern gemeinsam – mal bei Vater, mal bei Mutter. Ralf M. empfindet die Lösung als optimal. "Die Kinder haben stabile Kontakte zu beiden Eltern." Verlässlichkeit sei wichtig. Es gehe schließlich um ihren Lebensalltag. Und sie freuen sich, wenn Vater und Mutter am Telefon auch mal miteinander scherzen. "Kinder wünschen sich zutiefst, dass sich Mama und Papa wieder in die Auge schauen und einander respektieren." Wie man das schafft, nach einem Rosenkrieg über seinen Schatten zu springen? Ralf M. sagt ganz unpathetisch: "Man schafft es aus Liebe zu seinen Kindern."
Dienstag, 31.05.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/4130875[addsig]

Giesser

unregistriert

2

Dienstag, 31. Mai 2005, 17:03

RE: Ein Friedensschluss im Rosenkrieg

Eine schöne Geschichte Refa, ich habs ohne Mediator auch hinbekommen. Eben genauso, wie es beschrieben wurde - deeskalierend.

Hoffentlich lesen sich möglichst viele, die in einer solchen Situation sind, diesen Artikel und handeln entsprechend!

LG
Torsten[addsig]

prettyinpink

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Göttingen

3

Donnerstag, 29. September 2005, 17:43

RE: Ein Friedensschluss im Rosenkrieg

Ich hab es mit einem Mediator hinbekommen- besser als Rosenkrieg.[addsig]

Gast

unregistriert

4

Freitag, 30. September 2005, 09:38

RE: Ein Friedensschluss im Rosenkrieg

Seien wir doch ehrlich, Rosenkriege gehen sehr massiv ums Geld, Geld aus Symbol für persönliche Dispositionsfreiheit. Und gekoppelt ist die Frage Geld mit dem Aufenhaltsbestimmungsrecht.

Zwei Töchter bei der Mutter bedeuten für den Vater hohe Unterhaltszahlungen für diese und die Mutter. Für die Mutter aber defakto alleinige Macht über die Kinder, totz gemeinsamen Sorgerecht!

Die Mutter hat zwar dann auch nicht den Reichtum aber die Wahlfreiheit allein zu bleiben oder als gut versorgte Partie sich einen eneuen Partner zu suchen.

Der Mann verliert aber jede Attraktivität auf dem Heirats- oder Partnerschaftsmarkt mit seiner hohen Belastung.

Ich denke diese Zusammenhänge sind allgemein bekannt, es ist aber ein Tabu diese zu benennen.

Gefühlsmäßig ist eine Scheidung/Trennung für einen Vater der komplette Raub der Familie ( es bleibt nur der Zoo-Sonntagspapa als Alibifunktion ) mit gleichzeitiger virtueller Kastration.
Und die hohen Scheidungszahlen von nichtprügelnden, nichtfremdgehenden, fleissigen aber übermüdeten und langweiligen Papas lähmt heute vielen Männern den Mut eine Familie vorsätzlich zu gründen und die Angst davor in einer Ehe drängt sie als "Nichtgreifbahrer" allen Konflikten auszuweichen, verstärkt leider diese noch.

Es ist doch eine Tatsache dass viele Familiengründungen heute nur noch "passieren", trotz Pille! Er soll aufpassen und ein Kondom nutzen? "Ich nehm doch die Pille, traust du mir nicht?"

ein abgeklärter Optimist.