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von Sunriel

grisu

Anfänger

Beiträge:

1

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 08:41

Dyskalkulie - Rechenschwäche

Hallo, ich möchte mich auch hier kurz vorstellen und besonders meine Tochter Tanja, 10 Jahre. Ich heiße Dagmar, komme aus NRW, bin 3fache Mutter,41 Jahre, ich glaube das ist es im Großen und Ganzen.

Meine Tochter ist ein Dyskalkulie Kind. Ich persönlich hatte hiervon zuvor noch nie etwas gehört oder gelesen. Das ist auch der Punkt warum ich jede Gelegenheit nutze und Aufklärungsarbeit leiste.
Dyskalkulie ist eine Teilleistungsschwäche (Ursachen sind immer noch nicht genau bekannt) im mathematischen und logischem Verständnisbereich. Da ich am eigenen Leibe die Leidensgeschichte meines damals 8 jhrg. Kindes mitbekommen habe, möchte ich anderen Betroffenen Hilfemöglichkeiten aufzeigen.

Meine Tochter ist ein sehr sensibeles (hat durch die Trennung viel mitgemacht, von Geburt an nur Streit und Ärger mitbekommen) empfindsames Kind. Auf der anderen Seite ist sie sehr wissbegierig und in einer Umgebung in der sie sich sicher fühlt, lebhaft. Sie ist ein Oktober Kind, d.h. sie wurde mit fast 7 eingeschult. Tanja freute sich auf die Schule. Das legte sich sehr schnell. Tanja hat 2 ältere Brüder, daher konnte ich schon vergleichen. Die ersten beiden Schuljahre gingen die Jungens gerne, nur die Hausaufgaben fanden sie von Anfang an doof. Bei Tanja war es anders. Sie ging unwillig, veränderte sich stark. Zur der Zeit besuchte sie nach der Schule einen Hort, da ich in Ausbildung war. Auf den Elternsprechtagen hörte ich immer wieder, Tanja ruft mich ständig bei den Matheaufgaben, ist sehr langsam...das kriegen wir schon hin. Im Hort wurde mir mitgeteilt: Alles Klasse, macht schnell ihre Aufgaben, man konnte die Aussagen der Lehrerin nicht bestätigen. Später wusste ich warum: Die Hausaufgaben erledigte sie ohne Aufsicht in einem separaten Raum mit einer Klassenkameradin und hat abgeschrieben. Dann ging das 1te Schuljahr zuende, die Beurteilung sah nicht so klasse aus (Rechnen). Das 2te Schuljahr kam und somit die Zehnerüberschreitung. Ich war mittlerweile zu Hause und habe mein Kind selber betreut. Die Hausaufgaben entwickelten sich zu einem Krampf. 38-8-.. unlösbar... ich habe es auf alle Mgl. arten versucht. Kein Verständnis da. Natürlich denkt man irgendwann...das Kind ver.... einen. Man wird wütend, es gibt Tränen, Kampf pur. Nach Mathe war sie stets so fertig, dass für die anderen Aufgaben nichts mehr übrig blieb. Mein Kind wurde immer stiller, ich hörte von einer gerade mal 8 jhrg. :"Ich bin dumm, ich kann nichts, alle lachen mich aus. Ich wünschte ich wäre tod." Sie schlief nachts nicht mehr. Wenn ich abends ins Bett ging und nach ihr schaute, lag sie im Bett mit geöffneten Augen und weinte leise.

Ich bin dann durch einen Bekannten darauf gebracht wurde, dass es ja auch Lese/Rechtschreibschwäche gibt, die kannte ich auch. Mein Bekannter sagte: Wenn es das gibt, warum soll es dann keine Rechenschwäche geben. Ich habe in Google "Rechenschwäche" eingegeben und war entsetzt über die vielen Ergebnisse. Und auch erleichtert.
Dann ich habe ich durch ein anderes AE Forum Hilfe bekommen von einer betroffenen Mutter. Sie empfahl mir das LZR in Köln. Ich habe mich mit denen in Verbindung gesetzt, einen Fragebogen ausgefüllt, bei dem zu fast 100 % alles auf mein Kind zutraf und meine Tochter testen lassen. Ergebnis: Eine ausgeprägte Dyskalkulie. Seitdem ist sie einmal wöchtenlich in Köln und macht in allen Belangen Fortschritte. Sie wird noch lange brauchen, aber zumindest ist sie in der Lage im Geschäft etwas zu bezahlen und zu kontrollieren, ob man sie betuppt.

Vielleicht hilft unsere Erfahrung, anderen Kindern diesen Leidensweg zu verkürzen.

Gruß
Grisu[addsig]

Marion

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Deutschland

2

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 09:25

RE: Dyskalkulie - Rechenschwäche

Hallo Dagmar,

ich habe Dein Posting gelesen und es hat mich sehr betroffen gemacht, da ich es nur zu gut kenne. Auch mein 7 jähriger (fast 8 und 2. Klasse) hat dieses Problem und ist nicht in der Lage, einfachste Rechenaufgaben zu lösen, wie Du schon geschrieben hast 38 – 8 = unlösbar. Auch bei uns gab es Streit, Tränen und jeden Tag den gleichen Kampf, mitunter war ich am verzweifeln und habe gedacht, er macht das extra und will mich ärgern. Ich hörte von einem 7 jährigen: Das Leben ist sch...., ich will lieber tot sein. Alle Kinder lachen mich aus und sagen ich sei dumm. Die Lehrerin war ebenfalls keine große Hilfe, sie sagte mir und auch dem Kind immer wieder (ab dem 1. Schuljahr), es sei zu langsam, es könne nicht rechnen und es müsse wieder von der Schule runter genommen werden. Dadurch bekam mein Sohn jeden Tag vor der Schule heftige Bauchschmerzen, die natürlich am Wochenende völlig verschwunden waren. Alles reden mit der Lehrerin half nichts. Ich kämpfte für mein Kind, aber auch ich war zu oft verzweifelt, weil auch alles üben uns nicht weiter brachte. Ich sprach daraufhin mit dem Kinderarzt, der mich zur Kinder- und Jugendpsychiatrie überwiesen hat. Dort wurde getestet was das Zeug hält, es wurde ein EEG gemacht, Fragebögen mussten ausgefüllt werden usw. Nach dem Ergebnis der Untersuchung leidet mein Sohn an ADS und er leidet parallel dazu noch an einer Rechenschwäche, welche bei ADS Kindern häufig beobachtet wird.

Nun sieht es so aus, dass mein Sohn medikamentös eingestellt werden soll, aber der Arzt sich gerne noch vorher mit der Lehrerin unterhalten würde. Mittlerweile versucht er sie seit ca. 5 Wochen telefonisch zu erreichen, hat des öfteren auf ihren Anrufbeantworter gesprochen.........aber sie meldet sich nicht und ruft auch nicht zurück, da sie die Meinung vertritt, nach der Schule nichts mehr von den Kindern hören zu wollen, was ich persönlich als eine Unverschämtheit betrachte. Dadurch hängen wir im Moment ziemlich in der Luft, zur Zeit sind zwar Ferien, aber ich blicke schon mit Grausen auf die wieder beginnende Schulzeit, wo wir wieder mit Bauchschmerzen und Anderem zu kämpfen haben werden.

Vor ein paar Tagen war ein Schulfreund meines Sohnes hier zum spielen und mein Vater fragte so im Scherz: Na, wer ist denn der dümmste in der Schule. Da sagte der Schulfreund meines Sohnes, dass mein Sohn der Dümmste wäre. Mein Sohn rannte in sein Zimmer und weinte und ich hatte wirklich Mühe, ihn zu trösten. Leider habe ich das Gefühl (ich kann mich auch täuschen), dass die Lehrerin meinen Sohn auch vor versammelter Klasse herunter putzt (daher vielleicht auch die Bauchschmerzen, aber leider sagt mein Sohn darüber nichts), denn von alleine kommen Kinder nicht auf so eine Aussage.

LG Marion
<br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: Marion, 20.10.2005, 09:29 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

grisu

Anfänger

Beiträge:

3

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 10:44

RE: Dyskalkulie - Rechenschwäche

@ marion

Ich kann dir nur raten mit der Diagnose ADS ein wenig vorsichtig umzugehen. Natürlich sollte man es im Auge behalten, aber es wird immer sehr schnell mit Medikamenten beruhigt. Oft kann man mit Ernährung gegen steuern. Hört sich vielleicht jetzt ein wenig doof an, ich will hier auch keinen Fachvortrag halten, aber ich weiß, dass es oft so ist.
Setze dich doch mal mit Köln in Verbindung und lass dein Kind mal testen. Wenn du magst, mail mir mal, dann können wir mal einen Termin zum telefonieren absprechen.
Gruß und alles Gute für Euch
Dagmar[addsig]

grisu

Anfänger

Beiträge:

4

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 10:45

RE: Dyskalkulie - Rechenschwäche

Ach ja Marion: wfh_team_nrw@web.de[addsig]

Marion

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Deutschland

5

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 11:06

RE: Dyskalkulie - Rechenschwäche

Hallo Dagmar,

habe Dir eine PN geschickt!

Liebe Grüße Marion[addsig]