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von mona84

Gast

unregistriert

1

Donnerstag, 10. März 2005, 10:28

Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern

Hallo zusammen
Seit längerer Zeit mache ich mir Gedanken darüber, warum Alleinerziehende zumindest zum Teil, sehr ungerecht behandelt werden. Was mich aber am meisten erstaunt ist das sich außer mir scheinbar keiner darüber Gedanken macht oder das gewisse Handhabungen der Sozialgesetze nicht als ungerecht empfunden werden.
Zum Beispiel die Berechnung der Wohnungsgröße. Für vier Personen werden 90 m gerechnet, egal ob Paar mit 2 Kindern oder Alleinerziehende-r mit drei Kindern. Das Paar wird wohl in einem Schlafzimmer schlafen, während der Alleinerziehende vielleicht das Schlafzimmer mit einem Kind teilen muss. Beispiel Mutter, Tochter 16 Jahre und 2 Söhne 11 und 13 Jahre. Da möchte die Tochter nicht so gerne bei den Jungen im Zimmer schlafen und ja auch wohnen, was doch zu verstehen ist.
Dann die Berechnung von AJG 2. Erwachsenen stehen 345 Euro bzw. 311 Euro bei einem Paar zu. Kindern bis 15 Jahren stehen 207 Euro und ab 15 Jahren 245 Euro zu. Dabei brauchen Kinder in der Regel viel mehr z.B. Kleidung und Schulsachen, als Erwachsene. Außerdem essen gerade Jungen ab 10 - 12 Jahren meistens mehr als die Eltern, da sie meistens schon größer sind als diese und die Kids ja noch im Wachstum sind. Den Ansparbetrag für die Kinder suche ich immer noch. Also sind Paare mit Kindern oder Alleinerziehende in der Regel kinderlosen Singels oder Paaren gegenüber benachteiligt. Der Ansparbetrag geht das ganze Jahr über nur schon für Schulbücher, Hefte, Stifte,... Bekleidung und Schuhen drauf. Wenn dann die Waschmaschiene kaputt geht hat man ja keine Möglichkeit mehr anzusparen, muss es aber von Amtswegen.
Dann wird in der Berechnung von ALG2 auch die Düsseldorfer Tabelle nicht berücksichtigt. Dabei wird sich der Gesetzgeber wohl etwas dabei gedacht haben als diese erfunden und verabschiedet worden ist.
Alles in allem empfinde ich das als sehr ungerecht. Würde mich über andere Meinungen und Anregungen sehr freuen.
Liebe Grüße LaraSelina

Saskia

Anfänger

Beiträge:

2

Donnerstag, 10. März 2005, 10:55

RE: Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern

Liebe LaraSelina,

du siehst das schon richtig, nur werden wir kaum etwas bewirken können.

Mir sagte einmal eine Anwältin: Der Gesetzgeber ist männlich (was jetzt nicht heißen soll dass ich alle Männer für gnadenlose Egozentriker halte). Für den Gesetzgeber ist es einfach zu sagen "na und dann muss halt die Mutter im Wohnzimmer schlafen". Hmmmm was ich persönlich noch viel ungerechter finde ist dass die Gesellschaft da auch noch mitmacht und es kaum echte Hilfen gibt auf eigenen Beinen zu stehen. Hierbei prangere ich ins besondere an dass gerade AEs mit nicht sozialversicherungspflichtigen, unterbezahlten Jobs (wenn sie überhaupt einen bekommen) ins Abseits geschoben werden - es ist schlichtweg entwürdigend.

Es wäre schön, wenn jeder Mensch zunächst einmal einen Rechtsanspruch auf eine menschenwürdige bezahlte Arbeit hätte aber das sind alles Träumereien die uns nicht weiterbringen also: Ärmel hoch und weitersuchen, es soll ja angeblich Arbeitgeber geben die uns einstellen. Ansonsten verbleibt uns nur sparen wo es nur zu sparen geht.

Jeder der versucht einen ALG2 Empfänger anzuprangern sollte erst mal einen Job bereit stellen. Stattdessen gehen die Politiker her und haben Praktikanten die un- oder unterbezahlt schuften, dann gibt es die netten 1 Euro-Jobs......... Dafür verdienen halt dann die Manager mehr :-D

Weißt du, ich versuch mir immer zu denken wie gut es mir doch geht - es könnte auch schlimmer sein - das macht es ein bißchen einfacher ;-)

Saskia [addsig]

Gast

unregistriert

3

Samstag, 9. Juli 2005, 19:58

RE: Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern


Marion

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Deutschland

4

Samstag, 9. Juli 2005, 21:16

RE: Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern

Hallo Ihr,

das ist eine „Sache“ worüber ich mir auch so manches mal meine Gedanken mache.

Als es noch Arbeit gab, wurden Wohnungen gebaut und gebaut, je größer desto besser, heute stehen die meisten leer, weil nach Hartz IV das Motto lautet je kleiner desto besser. Wo bitte gibt es so viele Wohnungen für 1 Person mit 45 m²? Darüber hinaus, so ist es auf jeden Fall bei uns, je kleiner desto teurer, da gibt es wieder das Problem mit dem NICHT übernehmen der Miete, ist die Wohnung aber größer, sind die Nebenkosten für das Amt zu hoch, was ich bei den Strom- u. Heizkostenpreisen heute sowieso lächerlich finde. Stromkosten werden nicht übernommen, dabei bin ich gezwungen, wenn ich Kinder habe, zu kochen, zu waschen usw., also ich eben Strom brauche. Des Weiteren verbrauche ich nun mal mehr Strom und Heizkosten, weil ich eben den ganzen Tag zu Hause bin (würde es gerne ändern), zwangsläufig wäre der Verbrauch weniger, wenn ich Arbeit hätte, denn dann wäre ich gar nicht zu Hause.

Das Kindergeld, UHV und Unterhalt als „Einkommen“ angerechnet wird, ist normalerweise gesetzeswidrig, da minderjährige Kinder den Eltern gegenüber nicht unterhaltspflichtig sind und zudem ist Kinderarbeit verboten, also Kinder haben somit definitiv KEIN Einkommen.

Der 1 Euro-Job ist auch so eine „Sache“, durch die 1-Euro-Jobs fallen die Anderen, regulären Jobs weg, da es ja billiger geht, als einen Arbeitnehmer fest einzustellen, wir hatten hier vor kurzem einen interessanten Leserbrief in der Zeitung, in diesem bedankten sich Erzieherinnen, die 3 Jahre Ausbildung brauchen um ihren Job auszuüben, bei der Regierung dafür, dass sie nun dank der 1 Euro-Jobs auf der Straße stehen und ihre Ausbildung für die Katz war, denn ihr Job ist jetzt ein 1 Euro-Job. Außerdem, was bringt das? Diesen Job kann ich 6 Monate ausüben und danach? Danach stehe ich doch ganz genau wieder an der Stelle, an der ich jetzt stehe und der 1 Euro-Job hat für mich einen Hauch von Zwangsarbeit und das ist definitiv in Deutschland verboten.

Das etwas getan werden muss, sehe ich ein, aber warum immer bei den Kleinsten, bei denen die eh nichts mehr haben? Wenn ich bedenke, dass Herr Eichel eine Pension von 11.000 Euro im Monat erhält, dann schüttelt es mich, denn das bekomme ich mal gerade in einem Jahr und wenn ich bedenke das eine ausgelernte Friseurin für ihren Knochenjob nur 600 Euro im Monat bekommt, dann wird mir im Angesicht der Pension von Herrn Eichel regelrecht schlecht.

Wir sollten die komplette Regierung auf Hartz IV setzen, denn sie werden ja auch aus Steuergeldern bezahlt, sie sind also auch Sozialhilfeempfänger, nur bekommen sie weitaus mehr, aber wie sähe es aus, wenn auch sie mit 345 ¤ + Miete im Monat haushalten müssten? .....und wie war das noch mit der Aussiedlerin? Mit 225 Euro ist es möglich ein menschenwürdiges Leben zu führen.

@Saskia, es wäre möglich, etwas zu bewirken, nämlich rebellieren, auf die Straße gehen, so wie es uns andere Länder vormachen, doch der Deutsche ist zu bequem, er jammert und schimpft im verborgenen, anstatt seinen Hintern zu bewegen, dabei können wir sehr wohl was bewirken, denn...........wir sind das Volk!!!!!

LG Marion[addsig]

Gast

unregistriert

5

Samstag, 9. Juli 2005, 21:38

RE: Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern

Hallo, Marion,

"Das Kindergeld, UHV und Unterhalt als „Einkommen“ angerechnet wird, ist normalerweise gesetzeswidrig, da minderjährige Kinder den Eltern gegenüber nicht unterhaltspflichtig sind und zudem ist Kinderarbeit verboten, also Kinder haben somit definitiv KEIN Einkommen."

Genau so habe ich meinen Widerspruch formuliert und weiss schon er ist abgelehnt worden....die übliche Sache: Unterhalt ist zum Unterhalt des Kindes inkl Miete etc...usw usw. Meine Sachbearbeiterin findet das auch nicht gut, aber...

Werde ihn nun mit "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" und dem Hinweis auf die verschiedenen Beträge, etc.,. eingeben, mehr als ablehenen können sie ihn ja nicht. Und dann folgt halt der nächste und der nächste.

Stillhalten will ich nicht mehr!
Auf die Strasse gehen, mit so vielen Menschen im Bekanntenkreis wie möglich reden, es wird alles seine Kreise ziehen. Aber wählen gehe ich bestimmt, denn das noch einmal sich nur 40% beteiligen und nur 20 % der Bevölkerung "unsere"Mehrheit sein sollen...NEIN, nicht noch einmal.

Wenn ich bloss, wüsste wen man noch wählen kann, aber das hat hier nichts zu suchen, oder?

LG,
Susanne (die sich immer noch nicht angemeldet hat, weil Kind Asterix guckt! und Idefix ist grad in den Abfluss gefallen schluchz!!)

Marion

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: Deutschland

6

Sonntag, 10. Juli 2005, 00:12

RE: Ungerechte Behandlung von Alleinerziehenden und Eltern

Hallo Susanne,

klar wollen die vom Amt davon nichts hören, da es ja der Wahrheit entspricht. Der UHV ist auch so eine tolle Sache, der Vater soll 192 Euro zahlen, UHV bekommst Du aber nur 122 Euro. Viele Väter würden das Geld für die Kinder aufbringen können, wenn man sie in der alten Steuerklasse lassen würden, ich bin ebenso wenig als alleinerziehende, wie als Unterhaltspflichtiger ein Single, also was bitte soll das mit der Steuerklasse I?

Eigentlich leben wir in einer Demokratie, werden aber bevormundet, wo es nur geht und was machen wir? Wir lassen uns alles schön gefallen. Wo war der Volksentscheid bei der Einführung des Euros, wurden wir gefragt? Haben wir etwas gesagt? Nein, wir haben es uns gefallen lassen, aber alle sind am schimpfen. Aber das gehört hier auch nicht her *lach.

Ich habe auch keine Lust mehr, mir alles gefallen zu lassen, wir sollen Kinder in die Welt setzen, werden aber am Existenzminimum gehalten und später sollen unsere Kinder auch noch die Renten der Leute zahlen, die heute gegen sie entscheiden. Wie war das noch, die Kinder sind unsere Zukunft? Wie wird denn mit dieser unserer Zukunft umgegangen?
Es wird Zeit, dass auch die Deutschen mal ihren Hintern bewegen, denn alleine kann ich schlecht demonstrieren *lach.

Ich gehe auch wählen, weil diese von der "Mehrheit" gewählte Regierung mir absolut nicht gefällt und auch noch nie gefallen hat.

LG Marion
(die leider im Moment ein mit einem Virus befallenes Kind zu Hause hat)
[addsig]

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