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feels
06.05.2019
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MarionT.

Anfänger

Beiträge:

1

Sonntag, 12. November 2006, 18:31

Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo,

ich wollte mal wissen, wie Ihr das seht, was für Aussichten es gibt, aus Hartz IV wieder in ein geregeltes Arbeitsverhältnis zu kommen.

Ich erlebe am eigenen Leib derzeit, dass man, wenn man mal in Hartz IV gerutscht ist, wenig bis keine Perspektiven hat, wieder raus zu kommen.

Ich bin durch Trennung ins ALG II gerutscht, weil ich bei meinem Mann im Betrieb zwei Jahre lang mitgearbeitet habe, ohne dort versicherungspflichtig beschäftigt gewesen zu sein. Nach der Trennung habe ich noch eineinhalb Jahre nur von Kindesunterhalt, Kindergeld und einem kleinen Unterhaltsbetrag von meinem Ex-Mann gelebt (mietfrei im damaligen gemeinsamen Haus). So hatte ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben.

Davor war ich, nach meiner Ausbildung, 13 Jahre lang Sachbearbeiterin bei meiner Heimatgemeinde. Momentan habe ich eine ABM, die bis Mitte 2007 läuft. Danach werde ich wohl wieder bei Hartz IV landen.

Ich habe versucht, mich in meinem alten Job zu bewerben (bei der Arge), aber dort sind keine Stellen verfügbar. Vor der ABM hatte ich als Mutterschaftsvertretung einen (selbst gesuchten) 400-Euro-Job bei meinem jetzigen Arbeitgeber, der mir nach Ablauf der Vertretung die ABM angeboten hat. Um nicht ALG II beantragen zu müssen, habe ich zuvor kurzfristig in zwei Sklaventreiber-Jobs gearbeitet nach dem Umzug, aber dort waren die Bedingungen und die Bezahlung eine Katastrophe, so dass ich mich schließlich doch durchgerungen habe, im Januar einen Antrag auf ALG II zu stellen.

Meine Erfahrung mit der Arbeitsagentur sind mehr als spärlich, überhaupt einzige Initiative von dort war, mich auf ein Bewerberseminar zu schicken, und zwar so kurzfristig, dass ich mir eine Betreuung für meinen Sohn aus den Rippen schneiden musste. Und die "Einladung" zum Bewerberseminar kam, als bereits mitgeteilt war, dass ich eine ABM-Stelle habe!

Ich bin jetzt wieder auf Job-Suche, denn in etwas über einem halben Jahr läuft mein Vertrag ja aus. In meinem erlernten Beruf werden Stellen abgebaut, da sieht es also schlecht aus. In der freien Wirtschaft habe ich wenig Chancen im Büro, da meine Ausbildung rein gar nichts mit dem kaufmännischen Bereich zu tun hat.

Ich möchte gerne weiter Arbeit haben, würde, wenn es sein muss, auch eine neue Ausbildung machen (was mir schwerfallen würde, da ich nicht mehr soooo jung bin, und Kind und Haushalt noch dazukommen), aber auch hier scheint es wenig Förderung zu geben. Das finde ich irgendwie schon den Hohn schlechthin, denn der Grundsatz von Hartz IV soll doch angeblich "fördern und fordern" lauten!
Es wird mehr Eigeninitiative verlangt, aber woher die Arbeitsplätze kommen sollen, darauf bekommt man keine Antwort.

Ich habe langsam das Gefühl, ich bin für den Rest meiner Tage im sozialen Netz regelrecht gefangen, da mir keine Alternativen bleiben, meinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu bestreiten.

Wie sind Eure Erfahrungen diesbezüglich?

Liebe Grüße,

Marion.

[addsig]

inesk

unregistriert

2

Sonntag, 12. November 2006, 20:47

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo Marion!

Ich kann dich gut verstehen, denn auch ich bin jeden Tag am kämpfen und es passiert nichts.
Ich habe einen Facharbeiter als Elektromaschinenbauerin. Habe damals sehr gutes Geld verdient. Zur Wende wurde mein Zweites Kind geboren und seit 1991 bin ich arbeitslos. Ich habe dann sofort versucht eine Umschulung zu bekommen, aber mir wurde gesagt, ich habe einen Elektroberuf und damit und Chancen. Es hat sich nicht einer die Mühe gemacht sich mal zu erkundigen, was der Beruf nach der Wende für Anforderungen stellt und was er überhaupt bedeutet. Er beinhaltete nämlich nur zu einem geringen Teil das was ich mal als Facharbeiter gelernt hatte. So blieben mir dann nur selbstgesuchte Fortbildungen, die ich dann bei der zweiten wenigstens in die kaufmännische Richtung bekam. Aber immer nur in Richtung Elektro.
1998 bekam ich dann eine ABM-Stelle. Ausnahmsweise mal ohne mein zutuen.
1999 nach der ABM zog ich dann nach Berlin und versuchte noch einmal eine Umschulung zubekommen, als Antwort kam "zu alt" und das mit 33!
Seit 1991 hatte ich immer nur befristete Jobs. Einmal sah es so aus, dass ich eine Verlängerung bekomme, aber dann kam der Euro, der Umsatz ging zurück und alle befristeten Verträge wurden nicht verlängert. Die Filiale hat dann bis auf fast die Hälfte der Belegschaft abgespeckt.
2004 bekam ich dann nach großem Kampf mit dem Arbeitsamt endlich wieder eine ABM- Stelle die wurde sogar auf ein Jahr verlängert. Anscheint, damit einer weniger da ist, der Hartz IV beantragt.
Den Job konnte ich dann nach einer kurzen Unterbrechung auf 1 Euro weiter machen und bekam es auch noch mal verlängert, aber am Dienstag ist nun mein letzter. Mehr steht mir nicht zu. Toll!
Das schlimme ist, das auch mein Sohn große Nachteile hat, dass wir ergänzend Hartz IV erhalten. Er bekommt bei der Lehrstellensuche nicht die Beratung und Unterstützung, wie andere Jugendliche, wo beide Eltern arbeiten. Da fühlt man sich echt als Mensch zweiter Klasse.
Ich schreibe fast jeden Tag Bewerbungen, manchmal findet man ja auch einfach keine Stellen zum bewerben. Und dann kommen die Absagen, überquallifiziert, zu alt, nicht die nötige Ausbildung usw. Ich kann es manchmal nicht mehr lesen.
Und wenn man beim Amt mal fragt, es gibt so viele Stellen, die Leute sind nur zu faul zum Arbeiten. na toll, und warum haben viele Läden einen Zettel im Schaufenster schon seit Monaten, wenn sie doch keinen einstellen? Hängt der da nur zum Schein? Es ist so frustrierend!
Mein Mann arbeitet bis zu 85 Stunden die Woche, 6 Tage nachts und geht gerade mal mit 1000 Euro nach Hause. Und so gewisse andere Leute würden dafür nicht mal aufstehen. Die Welt ist so ungerecht.

Nee, ich reg mich nur wieder auf und ändern tut es nichts.

Liebe Grüße Ines :-( :roll: :evil:

Gast

unregistriert

3

Sonntag, 12. November 2006, 21:20

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo,

ich glaube, dass es in Zukunft immer weniger Arbeit geben wird, auf jeden Fall für normal und wenig qualifizierte Menschen.
Diese Arbeitsplätze werden mehr und mehr weg rationalisiert.
Die Situation für Arbeitssuchende wird sich weiter verschärfen.

Keiner schafft heute Arbeitsplätze, überall wird abgebaut.

Die Menschen, die arbeiten, reißen sich den A***.
Das Pensum, das früher drei Leute schafften, muss heute eine Person stemmen - Überstunden inklusive.

Situationsbericht aus der IT-Branche:
In meiner Firma ist mehr als genug zu tun.
Unsere Arbeit ist nur von wirklichen Spezialisten zu bewältigen (Berufserfahreung, Fachwissen).
Vom Arbeitsamt können wir niemanden einsetzen.
Wir haben auch keine Zeit jemanden einzuarbeiten.
Einstellungen sind für kleine Firmen ein Risiko (ist wirklich so).
Es werden ohne Ende Überstunden gemacht.
Die Konkurrenz schläft nicht: Eine ehemaliger Kunde von uns läßt inzwischen in Osteuropa Software entwickeln. Die sind deutlich billiger!

Was kann man tun:
Die Arge kann man vergessen.
Beziehungen sind wichtig: Wo wird jemand gesucht, wo scheidet jemand aus?
Praktikum, befristet für wenig Geld, als Möglichkeit des (Wieder)-Einstiegs?
Weiterbildung?

Insgesamt gesehen eine Sch****situation.
Irgendwann wird das alles eskalieren.

An die Zukunft unserer Kinder mag ich dabei gar nicht denken.

Gruß_Thomas

Gast

unregistriert

4

Sonntag, 12. November 2006, 21:20

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo,

ich will mich gar nicht in diese Diskussion einklinken, da ich da ja doch ganz andere Erfahrungen gemacht habe, und auch absolut zuversichtlich alles angehe, was ich angehe.

Aber ein Satz irritiert mich, bzw. möchte ich dazu mal einen Denkanstoss geben.


Zitat von »inesk«


1998 bekam ich dann eine ABM-Stelle. Ausnahmsweise mal ohne mein zutuen.


Wird hier etwa eine Art selbstverständlichkeit vorausgesetzt, nach dem Motto: Das Amt wird es schon richten :-?

Müßte es nicht eigentlich, aus Eigeninitiative und igenverantwortung heißen:

Leider mußte das Amt mir dabei etwas behilflich sein :-? [addsig]

sebastian02

Anfänger

Beiträge:

Wohnort: NRW (Zülpich)

5

Sonntag, 12. November 2006, 21:25

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo Marion,auch wenn nicht alles rosig aussehen mag,laß den Kopf nicht hängen.Denn in dem Moment gibst du dich selbst auf.Es gibt Sachen die man machen kann wo du vielleicht nicht drüber nachdenkst.Natürlich kommt es auf das Alter an,aber wenn du an dich selbst glaubst,bin ich der Meinung kann man vieles machen.Ob der Beruf ein Traumjob ist,mag was anderes sein.Hauptsache man steht auf eigenen Beinen.Ich habe auch nicht meinen Traumberuf,aber das Geld stimmt.Dann beiße ich lieber auf meine Zähne und bin dafür unabhängig.

Viel Glück Michael[addsig]

Gast

unregistriert

6

Montag, 13. November 2006, 00:35

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Wei ne, das Thema läßt mich wieder nicht in Ruhe.

Frage allgemein von mir: Wieso muß ich mich mit ungelernten unqualifizitierten (wobei ich das nun net bös meine, denn die sind wirklich arbeitswillig, und lernen schnell) kaum deutsch sprechen könnenden Mitarbeitern ärgern, die nicht nur kaum Deutsch sprechen, sondern auch nicht verstehen, was man ihnen sagt?

Bei uns, und nicht nur bei uns! heißt es dann, wenn jemand wie ich bei Neueinstellungen ruft:Bitte jemand der bissi besser Deutsch versteht: Na es bewirbt sich ja keine Deutsche(besser gesagt gut Deutsch sprechende).

So.....und da frage ich mich, zwiespältig.....gibt es diese arbeitenwollenden Deutschen Frauen gar nicht wirklich?

Oder haben sie einfach zu viele Forderungen?

Wollen sich nicht mit wenig Gehalt zufrieden geben?

Und ein ganz großes Fragezeichen!!!!!!!

Überqualifiziert.....schön und gut........aber kann man nicht auch überqualifitierter mal kleinere Brötchen backen?

Wenn jemand als Lehrer in den Verkauf einsteigt, dann ist er natürlich eigentlich überqualifiziert.

Aber er wird keinesfalls auf das Gehalt eines Lehrers plädieren können.

Und trotzdem ist ein studierter Lehrer an der Kasse beim Lidl, schlecker, plus, aldi, gewiss gern gesehen, sofern er nicht von sich aus "überqualifizierte" Bezahlung wünscht.

Und die Lohnvorstellungen in Deutschland schwinden doch nur ins utopische dahin, und ein jeder scheint zu vergessen, das normale Handwerker für 40 Stunden die Woche nicht wesentlich mehr verdienen, als Hartz 4 Empfänger samt Mietzuschuss, Gez Befreiung etc zur Verfügung haben.

Mönsch, ich könnte echt nen Hals kriegen, diese ewige jammerei....aber für unterqualifizierte Jobs sind sich dann auch alle irgendwie zu schade.

Dann ist halt das Amt schuld.

[addsig]

inesk

unregistriert

7

Montag, 13. November 2006, 08:17

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

@ Aninjha

1998 bekamen bei uns alle möglichen Leute Arbeitsstellen hinterher geworfen und ich musste um alles kämpfen. Ich habe bis auf diese eine ABM und vorher mal einen befristeten Job bei Siemens, mir alle Stellen, Fortbildungen, ABM und 1-Euro-Job mir alles selber gesucht.
Bei Siemens habe ich zum Beispiel Arbeiten gemacht, die kein anderer Deutscher machen wollte. War denen zu anstrengend und zu dreckig. Bis auf dem Vorarbeiter und dem Meister waren außer mir nur Ausländer da. Zum Glück konnten die halbwegs deutsch, so das wenigstens die Verständigung klappt.
Hier bei meinem 1- Euro- Job könnte ich von der Arbeit her arbeiten bis an mein Lebensende, aber sie dürfen keinen einstellen, da das Geld für die Lohnkosten nicht da ist. Leider!

Ines :-(

Gast

unregistriert

8

Montag, 13. November 2006, 08:56

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

ich bin gymnasiallehrerin. ich finde keine anstellung in meinem bundesland. angeblich werden ja sooooviele lehrer gebraucht. nur will mein bundeslandl sie nicht bezahlen.

deswegen sitze ich an der kasse einer großen elektronikkette. dafür habe ich studiert.

aber ich beklage mich nicht, meine arbeit macht spaß. ich wollte aber eigentlich was anderes in meinem leben machen.

gruß

MarionT.

Anfänger

Beiträge:

9

Montag, 13. November 2006, 09:52

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Hallo Aninjha,

glaub mir, ich würde gerne arbeiten in einem festen Arbeitsverhältnis. Mir ist nicht ganz klar, was Du darunter verstehst, wann eine Entlohnung angemessen ist. Für mich heißt das zumindest, dass ich davon leben kann, ohne weiter Hartz IV zu beziehen. Für eine Dreiviertel- oder Ganztagsstelle halte ich 800 bis 900 Euro netto als Minimum für angemessen. Ich leiste ordentliche Arbeit, und zwar, um mein Leben zu finanzieren, ich denke, dann kann ich auch erwarten, dass mein Arbeitgeber mich auch entsprechend entlohnt. Stundenlöhne von weniger als 5 Euro halte ich für Ausbeutung. Ich denke nicht, dass das eine überzogene Vorstellung ist.

Mir ist es auch schon so gegangen wie Ines, dass ich gefragt wurde, warum ich für so wenig Geld arbeiten will, wenn ich mich auf eine schlecht bezahlte Stelle beworben habe, wo ich doch einen erlernten Beruf habe. Ich sagte, es sei mir egal, ob der Stundenlohn 6,- Euro ist, Hauptsache Arbeit. Ich wurde nicht eingestellt: überqualifiziert!

Die zwei Sklaventreiber-Jobs waren Paketfahrer bei Hermes (mit eigenem Auto). 6 Mal die Woche 5 bis 6 Stunden, raus kamen am Monatsende ungefähr 700 Euro incl. Vergütung für den Sprit (monatlich ca. 1000 gefahrene km). Dafür konnte ich mein Auto laufend in die Werkstatt bringen, denn die extremen Kurzstrecken gehen auf die Maschine. Vom Verschleiß der Reifen und Bremsen mal ganz abgesehen. Bei Glatteis bin ich fast in den Graben gerutscht. Niemand hätte mir nur einen Pfennig ersetzt, wenn ich meinen Wagen kaputt gefahren hätte, im Gegenteil, die erwarten, dass man sich einen Mietwagen nimmt (ein Kollege hatte einen Glatteisunfall, dem ging es so). Der zweite Job war bei KIK, 5 Euro Stundenlohn, im Schnitt zwei Stunden tägliche Arbeitszeit, dazu wird erwartet, jeden Tag eine halbe bis dreiviertel Stunde unbezahlte Überstunden zu leisten. Es gibt weder bezahlten Urlaub noch Lohnfortzahlung bei Krankheit. Zudem setzen sie einen ein, wie sie gerade lustig sind, kommst Du mittags um zwei und sollst bis vier bleiben, teilen Sie dir mündlich mit, dass Du heute bis um acht arbeitest. Als ich am freien Tag arbeiten sollte, bat ich darum, nicht kommen zu müssen wegen eines Termines, den ich extra auf den freien Tag gelegt hatte. Ich bekam die zynische Antwort, ob sie noch eine Liste aushängen sollen, wo sich jeder seinen Dienst nach Wunsch eintragen kann! Am Monatsende kamen 350,- Euro raus, abzüglich Fahrtkosten blieben 300,- Euro hängen, dafür musste man aber wirklich ackern und sich immer schön ducken. Es herrschte ein Ton wie auf dem Kasernenhof.

Trotz dessen, dass ich arbeitslos bin, erwarte ich doch, dass zumindest ordentlich mit mir umgegangen wird, ich denke, das ist kein zu hoher Anspruch, das kann man doch mindestens erwarten.

Ich habe mich auch auf alles mögliche beworben, unabhängig davon, was für eine Ausbildung ich habe. Als Pförtnerin, bei Lidl, als Empfangsdame im Fitness-Studio, ich bin wirklich nicht verwöhnt. Aber wie gesagt, ich denke, auch im Niedriglohnsektor kann man vernünftig mit Menschen umgehen, sie nicht behandeln wie Leibeigene.

Derzeit arbeite ich in einem Beruf, in dem ich gar nicht arbeiten dürfte (Gutachten, dass das Arbeitsamt erstellen ließ) wegen gesundheitlicher Einschränkungen. Aber das ist mir egal, ich wollte unbedingt arbeiten.

Ich finde es nicht schön, Leuten zu unterstellen, sie wollten nicht unter ihrer Qualifikation arbeiten, es ist häufig so, dass die Arbeitgeber einfach keine Leute einstellen, die eine Qualifikation haben, wenn die Stelle dies nicht erfordert. Wahrscheinlich haben sie Angst davor, man könnte Ansprüche stellen oder man wäre vielleicht ein unbequemer Mensch, weil man etwas vorweisen kann.

Dazu kommt noch, dass bei uns hier im Saarland sowieso die Bedingungen am Arbeitsmarkt sehr schlecht sind. Die wirtschaftliche Konjunktur hier sorgt ständig für Stellenabbau (im Metallbereich vor allem), es gibt ganz wenige freie Stellen. Die Angebote in der Liste der Arbeitsagentur beziehen sich meist auf Versicherungsmakler, Bedienungen in der Gastronomie und ähnliche Jobs.

Wenn was aus dem kaufmännischen Bereich dabei ist, dann werden oft Kenntnisse erwartet, die ich einfach nicht habe (und deren Erwerb ich auch nicht finanzieren kann), wie Buchhaltung, Personalkostenabrechnungen, Fremdsprachen usw.

Ich werde dann mal wieder um einen Termin bei meinem Arbeitsvermittler nachsuchen, vielleicht fällt ihm ja mal was anderes ein, als mich zu einem Bewerberseminar zu schicken.

Liebe Grüße,

Marion.<br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: MarionT., 12.11.2006, 22:02 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

Gast

unregistriert

10

Dienstag, 14. November 2006, 12:09

RE: Keine Perspektive für Hartz IV-Empfänger?

Der Moderation,
weiß nicht wo dieses Schlaraffenland sein soll das du hie selbst erlebt hast ,aber meine Erfahrung ist schon ganz anders gepolt