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airam
26.05.2012
um 10:36 Uhr
Guten Morgen ins AE-land ... und mal ein Großpack Eis bereitstellt
 
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Umfrage

8%

manchmal

91%

nein

2%

ja

Insgesamt 66 Stimmen
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von mona84

jus

Anfänger

Beiträge: 4

1

Sonntag, 21. August 2011, 22:22

neu hier und seit über 2 monaten alleinerziehend

hallo.
ich bin vorhin auf diese site gestoßen und habe erst überlegt ob ich mich anmelden soll. dann dachte ich mir, schaden wirds nicht.

ich stolpere noch etwas über dieses wort, alleinerziehend, da es mir so schwerfällt es auszusprechen und auch meine rolle anzunehmen, da ich mir nie vorgestellt habe das es mal so kommen könnte.

ich erzähle euch meine geschichte.

meinen mann habe ich vor 7 jahren kennengelernt. es war auf einmal alles perfekt. meine große liebe!
das haben wir beide so empfunden. nach 3 monaten sind wir zusammen gezogen. es ging alles sehr schnell bei uns, wir haben einfach gemerkt das es das ist was wir wollen.
wir hatten die gleichen vorstellungen vom leben, die selben erwartungen und wünsche.
nach 3 jahren habe ich unser wunschkind zur welt gebracht, endlich waren wir so richtig eine familie.
wir sind aus der stadt weg gezogen und haben uns ein haus gekauft noch in der schwangerschaft, so das unser kind behütet im grünen aufwachsen kann. im selben jahr haben wir noch geheiratet, es war eine kleine hochzeit, im engsten familienkreis da wir noch eine große kirchliche hochzeit geplant hatten.
es lief alles so wie wir es uns gewünscht haben.
er hat eine super arbeit gehabt, die ihm spaß gemacht hat und noch dazu gut bezahlt wurde und ab nachmittags war er für uns da.
klar, es gab auch mal unstimmigkeiten, doch das hat nie lange angehalten.
mein mann war immer für mich da, mein gesprächspartner, bester freund, geliebter und manchmal auch derjenige der mich wieder auf den boden der tatsachen zurück geholt und gebremst hat.
mein vertrauter!
wir haben nie übermäßig viele anforderungen ans leben gestellt. unser traum, war es das haus mit grundstück nach unseren vorstellungen herzurichten, dort mit 3 kindern glücklich zu wohnen, einmal im jahr in den urlaub zu fahren und unsere vorstellungen einer "normalen" familie umzusetzen.
bis jetzt lief alles so perfekt!!!!!!
ich wusste, das ist der mann mit dem ich für immer zusammen sein werde und er hat mir, nicht nur einmal, bestätigt das es andersherum auch so ist!

er hatte einen motorradführerschein gemacht, womit ich nicht ganz so glücklich war und ich habe ihm immer "verboten" sich ein motorrad zu kaufen.
einen abend saß er mal wieder vorm pc und hat mir gesagt, eher aus spaß, da ist das was mir gefällt und noch dazu in meiner lieblingsfarbe, blau.
und was mache ich? sehe seine freude, sein breites grinsen und sage, los kauf es. es ist deins!
gesagt getan.
wir hatten echt spaß wenn wir zusammen gefahren sind. er hat ein fahrsicherheitstraining gemacht und ich habe gemerkt wie vorsichtig er fährt.
er hat mir immer und immer wieder gesagt das er nie seine grenzen austesten wird aus angst das etwas an seine "susi" dran kommt und so war es.
am 3.6. ist er zu einer motorradtour aufgebrochen das war ein freitag. ich wollte eigentlich garnicht das er da mitfährt, aber er hatte sich doch so gefreut.
am 4.6. haben wir noch kurz telefoniert, er hatte nicht viel zeit weil sie weiter fahren wollten. am späten mittag hat dann die polizei bei uns geklingelt, unser sohn und ich waren gerade am mittagessen, sie haben gefragt ob mein mann gerade im osten mit dem motorrad unterwegs wäre-ja- sie haben weiter gefragt ob sein onkel dabei wäre-ja. sie wollten wohl sicher gehen das sie nicht der falschen frau erzählen das an dem morgen ihr mann tödlch verunglückt ist!
er ist in ein schlagloch gekommen und vor einen baum geknallt. anstatt der erlaubten 100 ist er nur 50-60 gefahren, was alles nur noch unrealistischer macht. wäre er gerast oder hätte sich irgentwie beweisen wollen gäbe es einen grund, doch da ist keiner.
bis jetzt bekomme ich es nicht in meinen kopf das er nicht mehr wieder kommt!
nur weil er ein schönes wochenende haben wollte kommt er nicht mehr wieder, das ist so unfassbar, es scheint nicht real zu sein.
mein sohn ist fertig, er ist 3 und weiß zwar das sein papa nicht zu ihm zurück kommt, doch er weiß nicht mit seinen gefühlen umzugehen, es ist echt schwierig. die psychologin sagt er hätte ein trauma.
jetzt wo mein leben aus der bahn geworfen wurde, ich nicht weiß wie ich mich um mich selber kümmern soll muss ich eine stütze für meinen kleinen sein, das zehrt meine kraft restlos auf.
und dann dieses wort: alleinerziehend. genau das was ich nie wollte, was wir nie wollten. nicht dieses behütete, komplette, keine sichere famiele bieten zu können, das macht mich fertig.
jetzt sitze ich hier, 24 jahre alt, witwe, ein traumatisiertes kind und am ende meiner kräfte.

ist hier vielleicht auch jemand der seinen partner verloren hat?
ich würde gerne wissen wie ihr mit euren kindern umgeht, wie sie es erleben und wie ihr es meistert.

lg

pimboli

Administrator

Beiträge: 2 466

Danksagungen: 2170

Wohnort: Münsterland

Beruf: It-Systemkauffrau

2

Montag, 22. August 2011, 09:29

Hallo jus ...

... ein herzliches Willkommen hier im Forum ... im Moment wird es sehr schwer sein für Dich und Du wirst noch lange Zeit viel Kraft für Dich und euren Sohn brauchen ... nimm alle Hilfe und Unterstützung in Anspruch, die Du erhalten kannst ... manches Mal hilft es auch , sich alles von der Seele zu schreiben ... tu es, wenn es Dir hilft ... und wenn Du direkt mit jemandem *reden* möchtest ... abends sind immer einige Leute im Chat, die Dir auch zuhören, wenn Du magst und jemanden brauchst ... ich hoffe, dass die Zeit es etwas leichter für Dich macht ...

liebe Grüße
Waltraud
... irgendwie ... irgendwann ... irgendwo ... ;)

... nur 50% der Eltern sind Mütter ... :rolleyes:

airam

*AE.net -Wetterfee*

Beiträge: 1 558

Danksagungen: 918

3

Montag, 22. August 2011, 10:45

Hallo jus :)

Ein herzliches Willkommen hier an Bord :) ... Ja ich kann mir vorstellen, daß Dir dieses Wort "alleinerziehend" auszusprechen, und auch Dich an diesesn Gedanken zu gewöhnen sehr sehr schwer fällt.Ich finde es total mutig und es zeigt auch eine Kraft die Dir innewohnt, Dich hier zu melden ... Wie pimboli bereits schrieb ... Schreib wenn Du magst, komme abends in den chat, vielleicht hilft Dir das diesen unüberwindbaren Berg zu schaffen. ... Manchmal hilft´s mehr als man glaubt, einfach losschreiben zu können oder abends im chat (ab 21 Uhr) jemanden zum Austausch und loswerden zu finden ... Ganz viel Kraft und Mut bedeutet es für Dich sowohl Euren Sohn als auch Dir selber die Kraft zu vermitteln, die ihr beide benötigt :)
Zu unverhofft kam dieser Einschnitt bei Euch in´s Leben. Worte des Trostes sind auch schwer zu finden, mir persönlich zeigt was Du schriebst, einmal mehr: wie vielschichtig und Fascettenreich alleinerziehend ist ... und ich hoffe auch, daß dies einmal mehr auch anderen bewußt wird !
Für Dich selber ganz viel Kraft und Ruhe und komm einfach vorbei ... jeder hat hier seine eigene Geschichte, aber alleine bist Du nicht als Alleinerziehende !

Lieben Gruß
airam
:rot "Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." (Laotse)
... : iwn ...

jus

Anfänger

Beiträge: 4

4

Montag, 22. August 2011, 12:18

hallo, ja dieser begriff alleinerziehend ist einfach so ein abgestempeltes wort.
man sagt, ich bin alleinerziehend und ohne das jemand die hintergründe kennt sieht man wie es bei dem gegenüber "klick" macht und man ist in eine bestimmte schublade geschoben.

leider muss ich zugeben das es bei mir früher auch in die richtung ging, bei weitem nicht so extrem wie ich es schon erlebt habe, aber ein wenig habe ich auch so gedacht. man macht sich leider nie die mühe auch das wieso, weshalb, warum zu hinterfragen, in der hinsicht bin ich von mir selbst enttäuscht.
ich hatte auch einfach dieses spießige "familiendenken" drauf.

ich denke zwar immernoch nicht das ein teil, egal ob mama oder papa das ELTERN ersetzen kann. ich traue es mir nicht zu und dafür ist meine auffassung dieses begriffes auch einfach mit einem teil nicht zu erfüllen, aber ich hoffe das ich unseren sohn irgentwann wieder "ordentlich" erziehen kann und ihm in gewisser weise eine stütze sein darf.
wie gesagt, akzeptiert habe ich den zustand momentan noch nicht.

du hast recht, es ist ein sehr vielschichtiger begriff, ich habe im bekanntenkreis mehere seiten davon kennengelernt und alle für mich abgelehnt und nun bin ich es selber. das heißt es wohl erstmal zu akzeptieren.
aber egal ob bewusst dafür entschieden, in die situation dur den verlusst hinein geraten oder durcheine trennung dazu gezwungen, im endeffeckt sitzen alle im gleichen boot.

lg

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