neu hier und seit über 2 monaten alleinerziehend
hallo.
ich bin vorhin auf diese site gestoßen und habe erst überlegt ob ich mich anmelden soll. dann dachte ich mir, schaden wirds nicht.
ich stolpere noch etwas über dieses wort, alleinerziehend, da es mir so schwerfällt es auszusprechen und auch meine rolle anzunehmen, da ich mir nie vorgestellt habe das es mal so kommen könnte.
ich erzähle euch meine geschichte.
meinen mann habe ich vor 7 jahren kennengelernt. es war auf einmal alles perfekt. meine große liebe!
das haben wir beide so empfunden. nach 3 monaten sind wir zusammen gezogen. es ging alles sehr schnell bei uns, wir haben einfach gemerkt das es das ist was wir wollen.
wir hatten die gleichen vorstellungen vom leben, die selben erwartungen und wünsche.
nach 3 jahren habe ich unser wunschkind zur welt gebracht, endlich waren wir so richtig eine familie.
wir sind aus der stadt weg gezogen und haben uns ein haus gekauft noch in der schwangerschaft, so das unser kind behütet im grünen aufwachsen kann. im selben jahr haben wir noch geheiratet, es war eine kleine hochzeit, im engsten familienkreis da wir noch eine große kirchliche hochzeit geplant hatten.
es lief alles so wie wir es uns gewünscht haben.
er hat eine super arbeit gehabt, die ihm spaß gemacht hat und noch dazu gut bezahlt wurde und ab nachmittags war er für uns da.
klar, es gab auch mal unstimmigkeiten, doch das hat nie lange angehalten.
mein mann war immer für mich da, mein gesprächspartner, bester freund, geliebter und manchmal auch derjenige der mich wieder auf den boden der tatsachen zurück geholt und gebremst hat.
mein vertrauter!
wir haben nie übermäßig viele anforderungen ans leben gestellt. unser traum, war es das haus mit grundstück nach unseren vorstellungen herzurichten, dort mit 3 kindern glücklich zu wohnen, einmal im jahr in den urlaub zu fahren und unsere vorstellungen einer "normalen" familie umzusetzen.
bis jetzt lief alles so perfekt!!!!!!
ich wusste, das ist der mann mit dem ich für immer zusammen sein werde und er hat mir, nicht nur einmal, bestätigt das es andersherum auch so ist!
er hatte einen motorradführerschein gemacht, womit ich nicht ganz so glücklich war und ich habe ihm immer "verboten" sich ein motorrad zu kaufen.
einen abend saß er mal wieder vorm pc und hat mir gesagt, eher aus spaß, da ist das was mir gefällt und noch dazu in meiner lieblingsfarbe, blau.
und was mache ich? sehe seine freude, sein breites grinsen und sage, los kauf es. es ist deins!
gesagt getan.
wir hatten echt spaß wenn wir zusammen gefahren sind. er hat ein fahrsicherheitstraining gemacht und ich habe gemerkt wie vorsichtig er fährt.
er hat mir immer und immer wieder gesagt das er nie seine grenzen austesten wird aus angst das etwas an seine "susi" dran kommt und so war es.
am 3.6. ist er zu einer motorradtour aufgebrochen das war ein freitag. ich wollte eigentlich garnicht das er da mitfährt, aber er hatte sich doch so gefreut.
am 4.6. haben wir noch kurz telefoniert, er hatte nicht viel zeit weil sie weiter fahren wollten. am späten mittag hat dann die polizei bei uns geklingelt, unser sohn und ich waren gerade am mittagessen, sie haben gefragt ob mein mann gerade im osten mit dem motorrad unterwegs wäre-ja- sie haben weiter gefragt ob sein onkel dabei wäre-ja. sie wollten wohl sicher gehen das sie nicht der falschen frau erzählen das an dem morgen ihr mann tödlch verunglückt ist!
er ist in ein schlagloch gekommen und vor einen baum geknallt. anstatt der erlaubten 100 ist er nur 50-60 gefahren, was alles nur noch unrealistischer macht. wäre er gerast oder hätte sich irgentwie beweisen wollen gäbe es einen grund, doch da ist keiner.
bis jetzt bekomme ich es nicht in meinen kopf das er nicht mehr wieder kommt!
nur weil er ein schönes wochenende haben wollte kommt er nicht mehr wieder, das ist so unfassbar, es scheint nicht real zu sein.
mein sohn ist fertig, er ist 3 und weiß zwar das sein papa nicht zu ihm zurück kommt, doch er weiß nicht mit seinen gefühlen umzugehen, es ist echt schwierig. die psychologin sagt er hätte ein trauma.
jetzt wo mein leben aus der bahn geworfen wurde, ich nicht weiß wie ich mich um mich selber kümmern soll muss ich eine stütze für meinen kleinen sein, das zehrt meine kraft restlos auf.
und dann dieses wort: alleinerziehend. genau das was ich nie wollte, was wir nie wollten. nicht dieses behütete, komplette, keine sichere famiele bieten zu können, das macht mich fertig.
jetzt sitze ich hier, 24 jahre alt, witwe, ein traumatisiertes kind und am ende meiner kräfte.
ist hier vielleicht auch jemand der seinen partner verloren hat?
ich würde gerne wissen wie ihr mit euren kindern umgeht, wie sie es erleben und wie ihr es meistert.
lg