Hallo in die Runde!
Ich bin Ende 40, Vater eines achtjährigen Sohnes und demnächst alleinerziehend, weil meine Frau nach fast 15 gemeinsamen Jahren die Trennung will und demnächst auszieht. Sie hat schon eine neue Wohnung, die ersten Kartons sind gepackt und ihr Entschluss steht fest, daran ist nichts mehr zu rütteln.
Das heißt für mich und meinen Sohn, daß wir beide jetzt gemeinsam einen Männerhaushalt schmeißen müssen. Zu all dem Trennungsschmerz über das Ende der großen Liebe kommt für mich also auch noch die Sorge um meinen Sohn, für den ich jetzt (fast) alleine sorgen muss, weil meine Frau durch ihre Arbeit nicht viel Zeit für die Betreuung hat. Dazu kommt, daß wir vor Jahren einen Rollentausch durchgeführt haben: sie bekam ein gutes Job-Angebot und wollte gerne wieder arbeiten gehen, wie vor unserer Beziehung, und ich habe die Rolle des Hausmanns übernommen. Ich hatte damit auch kein Problem, aber das bedeutet jetzt natürlich, daß ich nach ihrem Auszug erst mal ohne Job und ohne Einkommen dastehe, denn so schnell werde ich keine Arbeit finden. Besonders nicht mit der "großen 5", mit der bald mein Lebensalter beginnt! Also bleibt erst mal nichts anderes als ALG2.
Außerdem benötigen wir beide eine neue Wohnung, denn die bisherige gemeinsame Wohnung ist zu groß und zu teuer, um auf Dauer von einer alleinerziehenden Person finanziert werden zu können, denn aufgrund der Erziehungsaufgabe kann ich wahrscheinlich nicht jeden Tag 8 Stunden (plus Fahrzeit) arbeiten gehen. Also kommt wohl nur Teilzeit in Frage.
Im Moment weiß ich noch nicht so richtig, wie es weitergehen soll, und keine Nacht vergeht, ohne daß ich das Kopfkissen mit Schweiß und Tränen durchnässe. Bei jedem Behördengang, wenn ich den Sachverhalt erzählen muss, bekomme ich einen Weinkrampf. Selbst jetzt, während ich das hier schreibe, wird meine Tastatur nass.
Und das als "gestandener Mann". Es ist manchmal einfach nur peinlich.
Ich würde mich wirklich freuen, wenn es in oder um Paderborn Leute gibt, denen es ähnlich geht, mit denen man sich austauschen und sich vielleicht gegenseitig helfen und unterstützen kann.
L.G.