RE: Kindsvater rutscht ab!
So, endlich komme ich auch mal dazu, dass ich schreibe, wie sich das alles entwickelt hat. Wollte eigentlich schon früher schreiben, hab zur Zeit aber ziemlich viel um die Ohren...
Hab mich wegen der Sache an den Sozialdienst gewandt, um mich beraten zu lassen. Der Sachbearbeiter mit dem ich gesprochen habe, war dann wirklich auch höchst kooperativ, bin jetzt im Nachhinein wirklich froh, dieses Beratungsgespräch mit ihm geführt zu haben. Zumindest hat dieser Herr meine Bedenken bezüglich meines kiffenden Ex und seinem kriminellen Umfeld sehr wohl verstehen können und hat mich auch nicht so hingestellt, als ob ich übertreiben würde oder eine falsche Sicht der Dinge hätte. Im Gegenteil. Als ich ihm erklärt habe, dass bzw. wie oft mein Ex Cannabis konsumiert, hat er eigentlich all die Bedenken, die ich diesbezüglich habe, von sich aus geäußert. War echt froh, dass mich da mal einer versteht. Zuerst meinte er zwar noch, na mal sehen, mit dem Alter werden die meisten ruhiger und brauchen so etwas nicht mehr. Aber als er erfahren hat, dass Ex bereits 29 ist und kifft seit er 13 ist, hat er da wohl auch nicht mehr so richtig dran geglaubt. Selbst er hat mal in den Raum geworfen, dass es fraglich ist, inwieweit es in dem Fall überhaupt erstrebenswert ist den Kontakt zum Vater zu intensivieren. Naja, langer Rede, kurzer Sinn: Er meinte, das Recht sei in solchen Sachen eindeutig auf meiner Seite. Es liegt in meiner Verantwortung, inwieweit ich ihm Umgang gestatte bzw. ab wann ich ihm diesen verweigere und damit dann auch offizielle Schritte einleite.
Jedenfalls wäre das Procedere so: Ich kann ihm jederzeit sagen, dass ich ihm den Umgang aus diesen und jenen Gründen verweigere (er kann natürlich auch jederzeit Klage einreichen) und kann ihm ein Gespräch mit einer neutralen dritten Person vorschlagen, die dann zu vermitteln versucht. Das wäre in unserem Fall der Herr, mit dem ich gesprochen habe. Was ich nicht gewußt habe, ist, dass der schon vom Jugendamt ist und auch unser Ansprechpartner vom Jugendamt wäre, sollte es vor Gericht gehen. Wußte ich nicht. Anscheinend ist das hier bei uns alles irgendwie zentralisiert worden. Jedenfalls könnten wir dann versuchen uns aussergerichtlich zu einigen, wenn er darauf eingeht und sich deshalb davor nicht selbst zurückzieht. Und sollte Ex seine Sucht bagatellisieren, würde das wohl gar nicht gut ankommen (er neigt nämlich dazu). Sollte man sich dort nicht einigen können, würde das alles vor Gericht gehen und auch die Beurteilung des Jugendamts würde angehört werden. Zudem würde natürlich sein Drogenkonsum und sein soziales Umfeld angesprochen werden. Der Sachbearbeiter hat mir das so erklärt: Der Vater hat ein Recht auf Umgang, er hat aber auch die Pflicht für altersgerechten Umgang fürs Kind zu sorgen. - Was in diesem Fall nicht gegeben ist. Und alle Seiten werden geprüft. Nicht nur der Vater, sondern auch die Leute, mit denen er Umgang hat (Ich vermute mal, auch ich und mein Umfeld). Denn auch das gehört zu seiner Pflicht, wenn er ein Kind hat: Dass er keinen schlechten Umgang pflegt. Er ist dafür verantwortlich welche Freunde er hat (Sein gewalttätiger Freund, der im Gefängnis saß, wäre da also eindeutig ein Minuspunkt). Auf meine Frage hin, ob ich ihm das Kind in diesem Fall irgendwann mitgeben müsse, meinte er, wenn ich vermute, dass meine Tochter dort mit Drogen in Kontakt käme, hätte ich nicht nur das Recht ihm dies zu verweigern, sondern sogar die Pflicht dazu.
Wie gesagt, nach diesem Gespräch fühle ich mich auf jeden Fall um einiges beruhigter. Jetzt weiß ich, dass ich Handlungsmöglichkeiten habe, sollte die Situation aus dem Ruder laufen. Zum Schluss hat der Sachbearbeiter mir auch noch angeboten, dass ich mich jederzeit an ihn wenden kann und ihn in akuten Situationen auch unbedingt anrufen soll. Bin echt froh mit dem Sachbearbeiter, der hatte auch echt Plan wovon er spricht. Schien schon recht viel Erfahrung mit Langzeit-Kiffern zu haben. Gott sei Dank! Ansonsten weiß man gar nicht wirklich wovon man spricht. Ist halt etwas ganz anderes als bei Leuten, die nur hin und wieder auf ner Party nen Joint rauchen.
Werd den Umgang jetzt erstmal so weiterlaufen lassen. Normalerweise kommt er einmal die Woche, bleibt aber sowieso nicht sehr viel länger als 1 bis 1 1/2 Stunden (Von sich aus, ist nicht so, dass ich ihn rausbitte. Er will von sich aus nicht länger.). Und so extremst regelmäßig hält er nicht mal das ein. Man kann mal pauschal sagen er kommt im Schnitt ungefähr einmal alle zwei Wochen für eine Stunde. Mal sehen, vielleicht erledigt sich das alles ja dann sowieso von alleine...
LG, Mamma
[addsig]