Autoren: Lieselotte Wilk/Isabella Knall/Renate Riedler-Singer/Martina Gschwandtner
Rechte und Pflichten im Alltag
Beim Eingehen einer neuen Partnerschaft stehen für leibliche Eltern nicht nur die eigenen Interessen im Vordergrund, sondern gleichermaßen jene des Kindes. Es ist wichtig, dass sich der "Stief" mit dem Kind gut versteht, dass sich die beiden mögen und einander akzeptieren.
Ein Partner mit Kind bedeutet, dass die Beziehung als Paar nicht völlig unbeschwert begonnen werden kann: Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Verzicht werden verstärkt gefordert. Das Vorhandensein eines Kindes kann je nach Situation bereichernd sein, manchmal steht ein Kind aber auch sehr im Weg, wenn es etwa um Intimität geht, um gemeinsame Zeit füreinander.
Die leiblichen Eltern stehen dabei nicht selten zwischen den Personen, die ihnen sehr wichtig sind: Einerseits fordert der neue Partner mit vollem Recht gemeinsame Zeit, um Partnerschaft zu leben, andererseits muss dadurch Zeit für das Kind reduziert werden.
Sie und Ihr neuer Partner wollen und müssen Ihre Familie gemeinsam gestalten und regeln: Alltag, Freizeit, Pflichtenverteilung sowie die Finanzen.
Welche Aufgaben übernimmt wer? Welche werden gemeinsam in Angriff genommen?
Dabei treffen verschiedene Gewohnheiten, Vorstellungen und Lebensweisen zusammen. Für den einen sind gewisse Dinge selbstverständlich, die für den anderen ungewohnt sind. Jeder Partner erlebt Bereiche, die er anders machen würde. Es ist nicht immer leicht, alte Gewohnheiten abzulegen. Dies gilt auch für Aufteilung der alltäglichen Haushaltsdinge. Sie und Ihr Partner haben möglicherweise unterschiedliche Vorstellungen gerade in diesem "banalen", aber notwendigen Bereich des Zusammenlebens. Für den einen sind beispielsweise ausgeprägte Sauberkeit und Ordnung selbstverständlich, der andere wiederum findet dies übertrieben - wegen solcher banaler Fragen hat es schon Morde gegeben; es reicht aber auch, wenn wegen der Wichtigkeit, die jemand dem häuslichen Staub zuerkennt, Ehen, und damit Familien auseinander krachen.
Sicherlich bringen die einzelnen Familienmitglieder auch unterschiedliche Interessen, Vorlieben und Hobbys ein. Nehmen Sie es als Gewinn und als Chance, Gemeinsamkeiten zu entdecken oder Neues zu erfahren. Wenn Sie aber durchaus mit dem Hobby Ihres Partners nichts anzufangen wissen, lassen Sie ihm/ihr trotzdem seine/ihre Freude. Diese Aufgaben stellen sich freilich bei jeder Familiengründung. Aber durch das längere Zusammenleben eines Elternteils mit einem Kind (oder mit mehreren) haben sich Gewohnheiten und Familienregeln bereits herausgebildet und gefestigt, die nun neu ausverhandelt werden müssen